Drei Antrittsvorlesungen im Fachbereich Gesundheitswesen
Im vergangen Monat begrüßte der Fachbereich Gesundheitswesen geladene Gäste zu einer feierlichen Antrittsvorlesung im Audimax B der katho in Köln. Dekanin Prof.in Dr.in Dorothee Lebeda eröffnete die besondere Veranstaltung und betonte in ihrer Begrüßung die Bedeutung der gemeinsamen Antrittsvorlesungen der drei neuen Professor_innen. Mit ihren unterschiedlichen Perspektiven beleben sie die Vielfalt und den interdisziplinären Austausch im Fachbereich.
Begrüßung und Würdigung
Im Anschluss an die Worte der Dekanin begrüßte Rektorin Prof.in Dr.in Barbara Schermaier-Stöckl die Anwesenden und würdigte die Antrittsvorlesungen als wichtige und erhaltenswerte akademische Tradition.
Die musikalische Begleitung übernahmen Sigrid Schweers und Annika Thoma. Mit stimmungsvollen Liedern schufen sie eine besondere Atmosphäre, die die gesamte Veranstaltung begleitete.
Altern in vulnerablen Lebenslagen
Die erste Vorlesung mit dem Titel „Altern in vulnerablen Lebenslagen – Perspektiven aus Sucht-, Pflege- und Versorgungsforschung“ übernahm Prof.in Dr.in Ulrike Kuhn (Denomination: Altern und Gesundheit). Darin führte sie aus, wie soziale Lebenslagen, gesundheitliche Belastungen und strukturelle Barrieren den Alterungsprozess und den Pflegebedarf beeinflussen. Ausgehend von Fallbeispielen aus der Kölner Suchthilfe stellte sie Forschungsergebnisse, Versorgungsbarrieren und aktuelle pflegerische Herausforderungen vor.
Im Mittelpunkt standen die Fragen, wie ältere suchtkranke und wohnungslose Menschen besser erreicht werden können und welche Angebote sie benötigen. Abschließend wurden niedrigschwellige, aufsuchende und lebensstilakzeptierende Versorgungsformen sowie die Bedeutung einer verbindlichen Zusammenarbeit von Pflege, Medizin, Suchthilfe, Wohnungslosenhilfe und Sozialer Arbeit erläutert. Anhand regionaler Praxisbeispiele zeigte sie auf, wo bereits Unterstützungsangebote bestehen und welche Weiterentwicklungsperspektiven möglich sind.
Gesundheit und soziale Identität
Prof. Dr. Markus Barth (Denomination: Sozialpsychologie) hielt die nächste Antrittsvorlesung unter dem Titel „Social Cur(s)e? – Gesundheitsüberzeugungen und Gesundheitsverhalten als Funktionen sozialer Identität“. Er zeigte auf, dass je stärker die Identifikation mit einer Gruppe ist, desto einflussreicher werden Gruppennormen, -werte und -ziele auch für das einzelne Mitglied. Zudem erläuterte er, wie eine starke Identifikation sowohl positive Effekte auf physiologische Gesundheitsmerkmale als auch auf Verhalten und Verhaltensabsichten haben kann.
Besonders positive Effekte zeigen sich, wenn zusätzlich zu einer starken Identifikation mit der Gruppe ein Gesundheitsbezug der Gruppe erkennbar ist und wenn die Gruppe als aktiv und wirksam erlebt wird. Negative Effekte auf die Gesundheit entstehen hingegen, wenn die eigene Gruppenidentität bedroht ist oder wenn Gruppennormen gesundheitsschädlich sind.
Klassenführung in der Pflegepädagogik
Die dritte Antrittsvorlesung des Tages wurde von Prof. Dr. Robin Junker (Denomination: Erziehungswissenschaft) durchgeführt. Unter dem Titel „Unterricht lesen lernen: Professionelle Wahrnehmung von Klassenführung in der Pflegepädagogik“ zeigte er auf, welche Bedeutung die Ausbildung von Pflegelehrkräften angesichts des wachsenden Bedarfs an Pflegefachkräften hat, da guter Pflegeunterricht mittelbar zur Qualität der späteren Pflege beiträgt.
Am Beispiel der Klassenführung erläuterte er, wie Lehrkräfte lernförderliche Bedingungen schaffen und dabei unterschiedliche Lernvoraussetzungen, emotional anspruchsvolle Inhalte und besondere Lernsettings der Pflegeausbildung berücksichtigen können. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Studierende lernen, bedeutsame Unterrichtssituationen wahrzunehmen, wissenschaftlich zu deuten und begründete Handlungsentscheidungen zu treffen. Unterrichtsvideos boten dabei die Möglichkeit, diese professionelle Wahrnehmung gezielt einzuüben. Zugleich ging es um die kritische Reflexion der Möglichkeiten und Grenzen von Klassenführung.
Feierlicher Ausklang
Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein geselliger Austausch im Foyer. Bei Sekt, Orangensaft und kühlen Getränken stießen die Gäste gemeinsam an und nutzten die Gelegenheit, die Themen und Perspektiven der Vorträge in persönlichen Gesprächen zu vertiefen. Ein reichhaltiges Buffet lud zum gemütlichen Netzwerken ein.