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Systemische Beratung / Familienberatung

Steckbrief

Steckbrief
Zertifikat Zertifizierte Weiterbildung mit Hochschulzertifikat (DGSF/DGfB)
Ort

Tagungshaus Casa Usera in Köln-Bocklemünd (Venloer Straße 1226, 50829 Köln)

Termine

N.N. (2022)

Max. Teilnehmerzahl keine
Anmeldeschluss N.N.
Bewerbung erforderlich?

Ja

Teilnahmegebühr

5.400 Euro

Für Fachkräfte aus sozialen und pflegerischen Berufen, die mit Systemen arbeiten, sind fundierte Kenntnisse der Grundlagen und Methoden der Systemischen Beratung eine wertvolle Ergänzung der Grundqualifikation. Die Weiterbildung „Systemische Beratung/Familienberatung" der katho qualifiziert Sie zum_r „Systemischen Berater_in“, dessen Abschluss von der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) anerkannt ist und die Standards der Deutschen Gesellschaft für Beratung/Counseling (DGfB) berücksichtigt.  

Ausgehend von der Humanistischen Psychologie werden in der Systemischen Beratung die Handlungskonzepte aus der Grundannahme von der sozialen Kompetenz des Menschen abgeleitet. Die Orientierung an den individuellen und den sozialen Ressourcen sowie die Analyse und Gestaltung von Beziehungssystemen sind zentrale Merkmale der Methode. Die Erkundung von Systemen in ihren Beziehungen, Verflechtungen, Kräften und Möglichkeiten als ersten Schritt führt zu Systemeinschätzungen und Interventionen mit Veränderungs- und Wachstumszielen. Der Ressourcen- und lösungsorientierte Ansatz prägt das Konzept von Beratung. Neben der Theorieauseinandersetzung stehen Selbsterfahrung sowie professionelles Training im beraterischen Feld im Fokus. Kollegiale Fallbesprechungen und Trainings, Aufgaben in der Peergruppe sowie geleitete Supervision prägen den Rahmen des eigenen Erprobungshandelns. 

In der Weiterbildung wird weitgehend von dem Arbeits- und Leitungsprinzip der Co-Leitung (Doppeldozentur) ausgegangen. Zwei gleichwertige Lehrberatende reflektieren und gestalten den Prozess, die Inputs, das Outcome mit dem Einzelnen und der Lerngruppe. Dabei wird die zu lehrende Theorie (z. B. die systemischen Schulen, die Kybernetik, der angewandte Konstruktivismus, Kommunikationsgrundlagen, neurowissenschaftliche Grundlagen usw.) mit interaktivem Lernen verknüpft. Die theoriegeleiteten Ansätze werden in Fallübungen, Rollenspielen, Simulation von Beratungssequenzen etc. und dem „echten“ Beratungsleben erprobt. Die selbstreflexive Fähigkeit der Teilnehmenden steht im Zentrum des Lerngeschehens.

Für das fünftägige Selbsterfahrungsseminar (das Herkunftsfamilien-Seminar), welches Teil des Ausbildungscurriculums ist, teilen die Lehrberatenden die Gesamtgruppe in zwei Subsysteme auf, ordnen sich selber je einer Gruppe zu und nehmen ergänzend eine systemische-therapeutische Co-Lehrberatung von außen hinzu. Für Sie als Teilnehmer_in ist dies eine zusätzliche Möglichkeit, sich durch den gebotenen Halt von vier Lehrenden auf tiefere Prozesse einzulassen. Dieses Seminar findet in der Franziskanerinnen-Bildungsstätte in Luxemburg statt und bildet ein Kernstück der Weiterbildung. 

Die katho ist als akkreditiertes Weiterbildungsinstitut der DGSF anerkannt und greift unter der Berücksichtigung dieser Standards auf eine Reihe von erfahrenen Lehrberatenden und -therapeut_innen zurück.

Die Weiterbildung richtet sich an Absolvent_innen des Studiums der Sozialen Arbeit, der Pflege sowie Angehörige anderer psycho-sozialer Berufe, deren Abschluss mindestens dem Niveau der Fachhochschule entspricht.

  • Familie als System
    Das humanistische Modell, die systemischen Schulen – Geschichte der Familientherapie | Die Relevanz des Konstruktivismus in der systemischen Beratung | Kybernetik 1. und 2. Ordnung | Grundlagen der systemischen Diagnostik | Neurowissenschaftliche Befunde für Beratung
  • Diagnostik und Intervention
    Binnenstrukturelle Analyse | Interaktions- und Kommunikationsanalyse, systemische Gesprächsführung | basale Interventions-Instrumente und Techniken | Prozessstruktur des Erstinterviews | Veränderungsmodelle systemischer Beratung | Systemanalyse – Systemeinschätzung – Systemveränderung | Hypothesenbildung | Wendepunktanalyse | Regelanalyse | Netzwerkanalyse: familiäre und institutionelle Vernetzung, Kontextanalyse | Kräfte- und Ressourcenanalyse | Psychodrama-, Rollenspiel-, Gestalt- sowie Skulpturierungstechniken in der systemischen Beratung | Instrument Co-Beratung: Bedingungen und Regeln | Herkunftsfamilienarbeit (Selbsterfahrung sowie Instrumente und Techniken)
  • Systemische Beratung in unterschiedlichen Konstellationen und Kontexten
    Autonomie und Kontrolle in der Steuerung von Veränderungsprozessen | Vernetzung und Nutzung institutioneller Hilfesysteme (z. B. Kooperationen, Helferkonferenzen) | Live- und Videoarbeit mit Familien- und anderen Systemen – Weiterbildungsinhalte: Systeme in Übergängen und Krisen (u.a. Sucht, Gewalt) | Multiproblemfamilien, Armut und Migration | Mediation und Beratung
  • Theorien von Beratung/Counseling
    Geschichte, Konzepte und Unterscheidung zur Therapie

Die zusätzliche Orientierung an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Beratung/Counseling (DGfB) ist eine weitere Besonderheit unseres Angebotes.

Fähigkeiten nach der Weiterbildung:

  • Sie können eigene Beratungsprozesse initiieren, begleiten und fachlich fundiert auswerten.
  • Sie können sich selbst in der eigenen Selbstführungskompetenz erkennen und wirksam steuern.
  • Sie können sich selbst in sozialen Mikro-, Meso- und Makro-Systemen beobachten und eigenes Handeln in Gang setzen.
  • Sie haben eine vertiefte emotionale und kommunikative Kompetenz.
  • Sie verfügen über ein höheres Potenzial der kreativen Nutzung von Handlungskompetenz bei der Bearbeitung von Krisen im beraterischen Kontext.
  • Die für die Beratung notwendige beschleunigte diagnostische Kompetenz ist angestiegen und wird deutlich für passende Interventionen genutzt.
  • Sie sind Setting-sicherer geworden und können neben den eher planbaren Beratungssettings (formelle Beratung) auch die Tür- und Angel-Situationen (halbformelle Formate von Beratung) kreativ nutzen.

Aufbau

Die Weiterbildung erstreckt sich über zweieinhalb Jahre. Sie umfasst 770 Unterrichtsstunden (UStd.), die sich wie folgt zusammensetzen:

  • 11 Kurswochenenden (Donnerstag bis Samstag) „Theorie und Methodik“, darin enthalten sind 100 Unterrichtsstunden (UStd.) berufsfeldrelevante Selbsterfahrung/Selbstreflexion. 
  • eine Blockwoche zum Thema berufsrelevante Selbsterfahrung und Selbstreflexion 
  • Supervision (100 UStd.)
  • Arbeiten in den Peergruppen (80 UStd.)
  • eigene Literaturarbeit (40 UStd.)
  • eigene Beratungspraxis (70 UStd. gemäß DGSF bzw. 150 UStd. gemäß DGSF/DGfB) 
  • ein Einführungstag zum Thema „Motivation für systemische Berater_innenweiterbildung jetzt – das ‚Systemische‘ als persönliche und professionelle Herausforderung – eigene Muster und ihre Relevanz in der Gegenwart“. Dieser dient der Selbstprüfung und eigenen Entscheidungsfindung. Er ist Bestandteil der Weiterbildung und umfasst das Feedback der Kursleitung.

Die Kurswochenenden sowie der Einführungstag finden in der Regel in der Casa Usera in Köln-Bocklemünd statt, die Blockwoche in der Regel in der Bildungsstätte in der Maison d´accueil des Srs. Franciscaines in Luxemburg. 

Zertifikat: „Systemische Beratung/Familienberatung“ (DGSF/DGfB)

Die Vergabe des Hochschulzertifikats, des Zertifikats nach der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie (DGSF) und der Deutschen Gesellschaft für Beratung (DGfB) setzt voraus:

  • regelmäßige Teilnahme an allen Seminaren, an der Peergruppenarbeit und an der Supervision
  • Während der Weiterbildung sind in der Supervision eine Beratungssitzung „live“ oder zwei Sitzungen per Video vorzustellen
  • schriftliche Darlegung der eigenen Beratungsarbeit in Form von drei ausführlich dokumentierten Beratungsprozesse (Fallberichte)
  • Der_die Teilnehmende führt während der Weiterbildung eigene systemische Beratungen durch, die zu dokumentieren sind, geübt wird zudem in der kollegialen Beratung innerhalb der Peergruppe
  • Die erfolgreiche Teilnahme am Abschlusskolloquium und der Einreichung einer Abschlussarbeit vor dem Kolloquium
  • lückenlose Teilnahme an allen Elementen der Weiterbildung wird „selbstverständlich" vorausgesetzt

Abschluss eines Studiums der Sozialen Arbeit oder der Pflege – oder anderer Abschluss aus dem psycho-sozialen Bereich, der mindestens dem Niveau der Fachhochschule entspricht

  • Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren nach Beendigung des Studiums 
  • eine aktuelle Tätigkeit in einem relevanten Berufsfeld für die Arbeit mit Systemen

Eigene Selbsterfahrung und Therapie sind erwünscht.

Bei anderen Zugangsvoraussetzungen sind Ausnahmen möglich, sie bedürfen jedoch einer Einzelfallprüfung und der Zustimmung der Kursleitung. Zudem ermöglichen wir Quereinstiege nach Prüfung der eingereichten Qualifikationen.

Bitte melden Sie sich ausschließlich über das Online-Formular zum Kurs an.

Zusätzlich zur Anmeldung senden Sie uns bitte zur Prüfung der Zugangsvoraussetzungen Ihre Bewerbung mit dem Bewerbungsbogen (siehe Downloads) und den üblichen Bewerbungsunterlagen über einen der folgenden zwei Wege (vorzugsweise per E-Mail):

als PDF an die weiterbildung(at)katho-nrw.de

oder postalisch an: 
Katholische Hochschule NRW
Zentrum für Forschungsförderung und Weiterbildung
Frau Gabriele Hohlbaum
Wörthstraße 10
50668 Köln

5.400 Euro. Darin enthalten sind die Kurs- und Prüfungsgebühren sowie die Supervisionsstunden. Die Verpflegungs- und Übernachtungskosten für die fünftägige Einheit in Luxemburg sowie die Kosten für die Verpflegung und eine eventuelle Übernachtung im Tagungshaus Casa Usera in Köln-Bocklemünd gehen zu Lasten der Teilnehmer_innen. Es fallen weiterhin Zertifizierungsgebühren in Höhe von 150,00 Euro an.

Informationen dazu haben wir hier für Sie zusammengestellt: Fördermöglichkeiten.

Bitte lesen Sie vor einer Anmeldung unsere Geschäftsbedingungen. Sie enthalten Informationen zu Zulassungsvoraussetzungen, Anmeldung, Teilnahmegebühr und Rücktrittsoptionen.

Kontakt und Beratung

Kursleitung

Prof. Dr. Silvia Hamacher

Professorin für Soziale Arbeit Aachen, Sozialwesen

Prof. Dr. Renate Zwicker-Pelzer

Professorin für Erziehungswissenschaften und Beratung
Kursorganisation

Zentrum für Forschungsförderung und Weiterbildung
Katholische Hochschule NRW
Wörthstr. 10
50668 Köln
Tel. +49 221 7757-326
weiterbildung(at)katho-nrw.de

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