Systemische Beratung / Familienberatung (DGSF/DGfB)
Infoveranstaltung
Die Infoveranstaltung findet am 07.07.2026 von 17:30 bis 19:00 Uhr in Raum 421 in Köln statt.Referent_in sind Prof. Arens und Christel Mott.
Sie arbeiten in einem sozialen oder pflegerischen Beruf und möchten lösungsoffen sowie ganzheitlich beraten können? Der systemische Ansatz betrachtet Herausforderungen stets im gesamten Kontext von Familien oder anderen sozialen Gefügen. In unserer Weiterbildung eignen Sie sich fundierte Kenntnisse und Methoden der Systemischen Beratung an. Der Kurs folgt den Standards der Deutschen Gesellschaft für Beratung/Counseling (DGfB) und der Abschluss ist von der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) anerkannt.
Auf einen Blick
| Abschluss | Zertifizierte Weiterbildung mit Hochschulzertifikat (DGSF/DGfB) |
|---|---|
| Ort |
katho, Standort Köln |
| Termine |
12.12.2026 bis 15.09.2029 |
| Max. Teilnehmerzahl | 24 Teilnehmende |
| Anmeldeschluss | 31.08.2026 |
| Bewerbung erforderlich? |
Ja |
| Teilnahmegebühr |
6.400 Euro |
Ausgehend von der Humanistischen Psychologie werden in der Systemischen Beratung die Handlungskonzepte aus der Grundannahme von der sozialen Kompetenz des Menschen abgeleitet. Die Orientierung an den individuellen und den sozialen Ressourcen sowie die Analyse und Gestaltung von Beziehungssystemen sind zentrale Merkmale der Methode. Die Erkundung von Systemen in ihren Beziehungen, Verflechtungen, Kräften und Möglichkeiten als ersten Schritt führt zu Systemeinschätzungen und Interventionen mit Veränderungs- und Wachstumszielen. Der Ressourcen- und lösungsorientierte Ansatz prägt das Konzept von Beratung. Neben der Theorieauseinandersetzung stehen Selbsterfahrung sowie professionelles Training im beraterischen Feld im Fokus. Kollegiale Fallbesprechungen und Trainings, Aufgaben in der Peergruppe sowie geleitete Supervision prägen den Rahmen des eigenen Erprobungshandelns.
In der Weiterbildung wird weitgehend von dem Arbeits- und Leitungsprinzip der Co-Leitung (Doppeldozentur) ausgegangen. Zwei gleichwertige Lehrberatende reflektieren und gestalten den Prozess, die Inputs, das Outcome mit dem Einzelnen und der Lerngruppe. Dabei wird die zu lehrende Theorie (z. B. die systemischen Schulen, die Kybernetik, der angewandte Konstruktivismus, Kommunikationsgrundlagen, neurowissenschaftliche Grundlagen usw.) mit interaktivem Lernen verknüpft. Die theoriegeleiteten Ansätze werden in Fallübungen, Rollenspielen, Simulation von Beratungssequenzen etc. und dem „echten“ Beratungsleben erprobt. Die selbstreflexive Fähigkeit der Teilnehmenden steht im Zentrum des Lerngeschehens.
Für das viertägige Selbsterfahrungsseminar (das Herkunftsfamilien-Seminar), welches Teil des Ausbildungscurriculums ist, teilen die Lehrberatenden die Gesamtgruppe in zwei Subsysteme auf, ordnen sich selber je einer Gruppe zu und nehmen ergänzend eine systemische-therapeutische Co-Lehrberatung von außen hinzu. Für Sie als Teilnehmer_in ist dies eine zusätzliche Möglichkeit, sich durch den gebotenen Halt von vier Lehrenden auf tiefere Prozesse einzulassen. Dieses Seminar findet in einem Tagungshaus statt und bildet ein Kernstück der Weiterbildung.
Die katho ist als akkreditiertes Weiterbildungsinstitut der DGSF anerkannt und greift unter der Berücksichtigung dieser Standards auf eine Reihe von erfahrenen Lehrberatenden und -therapeut_innen zurück.
Die Weiterbildung umfasst 67 Leistungspunkte (ECTS) und besteht aus 6 Modulen.
Die Weiterbildung richtet sich an Absolvent_innen des Studiums der Sozialen Arbeit, der Pflege sowie Angehörige anderer psycho-sozialer Berufe und Hebammen deren Abschluss mindestens dem Niveau der Fachhochschule entspricht.
- Familie als System
Das humanistische Modell, die systemischen Schulen – Geschichte der Familientherapie | Die Relevanz des Konstruktivismus in der systemischen Beratung | Kybernetik 1. und 2. Ordnung | Grundlagen der systemischen Diagnostik | Neurowissenschaftliche Befunde für Beratung - Diagnostik und Intervention
Binnenstrukturelle Analyse | Interaktions- und Kommunikationsanalyse, systemische Gesprächsführung | basale Interventions-Instrumente und Techniken | Prozessstruktur des Erstinterviews | Veränderungsmodelle systemischer Beratung | Systemanalyse – Systemeinschätzung – Systemveränderung | Hypothesenbildung | Wendepunktanalyse | Regelanalyse | Netzwerkanalyse: familiäre und institutionelle Vernetzung, Kontextanalyse | Kräfte- und Ressourcenanalyse | Psychodrama-, Rollenspiel-, Gestalt- sowie Skulpturierungstechniken in der systemischen Beratung | Instrument Co-Beratung: Bedingungen und Regeln | Herkunftsfamilienarbeit (Selbsterfahrung sowie Instrumente und Techniken) - Systemische Beratung in unterschiedlichen Konstellationen und Kontexten
Autonomie und Kontrolle in der Steuerung von Veränderungsprozessen | Vernetzung und Nutzung institutioneller Hilfesysteme (z. B. Kooperationen, Helferkonferenzen) | Live- und Videoarbeit mit Familien- und anderen Systemen – Weiterbildungsinhalte: Systeme in Übergängen und Krisen (u.a. Sucht, Gewalt) | Multiproblemfamilien, Armut und Migration | Mediation und Beratung - Theorien von Beratung/Counseling
Geschichte, Konzepte und Unterscheidung zur Therapie
Die zusätzliche Orientierung an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Beratung/Counseling (DGfB) ist eine weitere Besonderheit unseres Angebotes.
Fähigkeiten nach der Weiterbildung:
- Sie können eigene Beratungsprozesse initiieren, begleiten und fachlich fundiert auswerten.
- Sie können sich selbst in der eigenen Selbstführungskompetenz erkennen und wirksam steuern.
- Sie können sich selbst in sozialen Mikro-, Meso- und Makro-Systemen beobachten und eigenes Handeln in Gang setzen.
- Sie haben eine vertiefte emotionale und kommunikative Kompetenz.
- Sie verfügen über ein höheres Potenzial der kreativen Nutzung von Handlungskompetenz bei der Bearbeitung von Krisen im beraterischen Kontext.
- Die für die Beratung notwendige beschleunigte diagnostische Kompetenz ist angestiegen und wird deutlich für passende Interventionen genutzt.
- Sie sind Setting-sicherer geworden und können neben den eher planbaren Beratungssettings (formelle Beratung) auch die Tür- und Angel-Situationen (halbformelle Formate von Beratung) kreativ nutzen.
Aufbau
Die Weiterbildung erstreckt sich über zweieinhalb Jahre. Sie umfasst 700 Unterrichtsstunden (UStd.), die sich wie folgt zusammensetzen:
- 11 Kurswochenenden (Donnerstag bis Samstag) „Theorie und Methodik“, darin enthalten sind 100 Unterrichtsstunden (UStd.) berufsfeldrelevante Selbsterfahrung/Selbstreflexion.
- vier Tage zum Thema Selbsterfahrung und Selbstreflexion
- Supervision (100 UStd.)
- Arbeiten in den Peergruppen (80 UStd.)
- eigene Literaturarbeit (40 UStd.)
- eigene Beratungspraxis (70 UStd. gemäß DGSF bzw. 150 UStd. gemäß DGSF/DGfB)
- ein Einführungstag zum Thema „Motivation für systemische Berater_innenweiterbildung jetzt – das ‚Systemische‘ als persönliche und professionelle Herausforderung – eigene Muster und ihre Relevanz in der Gegenwart“. Dieser dient der Selbstprüfung und eigenen Entscheidungsfindung. Er ist Bestandteil der Weiterbildung und umfasst das Feedback der Kursleitung.
Zertifikat: „Systemische Beratung/Familienberatung“ (DGSF/DGfB)
Die Vergabe des Hochschulzertifikats, des Zertifikats nach der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie (DGSF) und der Deutschen Gesellschaft für Beratung (DGfB) setzt voraus:
- regelmäßige Teilnahme an allen Seminaren, an der Peergruppenarbeit und an der Supervision
- Während der Weiterbildung sind in der Supervision eine Beratungssitzung „live“ oder zwei Sitzungen per Video vorzustellen
- schriftliche Darlegung der eigenen Beratungsarbeit in Form von drei ausführlich dokumentierten Beratungsprozesse (Fallberichte)
- Der_die Teilnehmende führt während der Weiterbildung eigene systemische Beratungen durch, die zu dokumentieren sind, geübt wird zudem in der kollegialen Beratung innerhalb der Peergruppe
- Die erfolgreiche Teilnahme am Abschlusskolloquium und der Einreichung einer Abschlussarbeit vor dem Kolloquium
- lückenlose Teilnahme an allen Elementen der Weiterbildung wird „selbstverständlich" vorausgesetzt
Prof.in Dr.in Silvia Hamacher (Kursleitung)
- Professorin für Fachwissenschaften Soziale Arbeit an der katho, Standort Aachen
- Dipl.-Sozialpädagogin
- Systemische Beraterin (DGSF)
- Familientherapeutin (DGSF)
- Marte Meo Colleague-Trainerin
- Lehrende für Beratung
Prof. Dr. Thorsten Arens
- Professor für Theologie und Gesundheitsmanagement an der katho, Standort Köln
- Diplom-Theologe
- M.A. Management von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen
- Lehrender für systemische Beratung (DGSF)
- Supervisor und Coach (DGSv)
Christel Mott
- Systemische Familientherapeutin (DGSF)
- Systemische Kinder- und Jugendlichentherapeutin (DGSF)
- Lehrtherapeutin für Beratung
- Therapie und Supervision (DGSF)
Prof. Dr. Mathias Berg
- Professur für Soziale Arbeit und Psychosoziale Beratung an der katho, Standort Köln
- M.A. Klinisch-therapeutische Soziale Arbeit
- Diplom-Sozialpädagoge
- Systemischer (Familien-)Therapeut und Berater (DGSF, SG)
- Lehrender für Systemische Therapie und Beratung (DGSF)
- Weiterbildungsleitung „Systemische Therapie/Familientherapie“ an der katho
Olaf Hesse
- Dipl. Sozialpädagoge (FH)
- Lehrender für Systemische Therapie und Beratung (DGSF)
- Lehrender für Systemische Kinder- und Jugendlichentherapie (DGSF)
- Systemischer Supervisor (SG)
- Leiter einer Erziehungsberatungsstelle
Prof. Dr. Jörg Baur
- Professor für Klinische Psychologie und Supervision/Coaching
- Diplom-Psychologe
- Diplom-Sozialpädagoge (FH)
- Psychologischer Psychotherapeut
- Systemischer (Familien-)Therapeut (DGSF)
- Traumatherapeut (PITT)
- Coach (DGSv)
- (Lehr-)Supervisor (DGSv, DGSF)
- Lehrender für systemische Therapie und Beratung (DGSF)
Termine der Weiterbildung
- 12.12.2026 (Samstag) – Einführungstag
- 18.–20.03.2027 (Donnerstag bis Samstag)
- 01.–03.07.2027 (Donnerstag bis Samstag)
- 09.–11.09.2027 (Donnerstag bis Samstag)
- 20.–23.01.2028 (Donnerstag bis Sonntag) – Selbsterfahrung im Kloster Steinfeld
- 16.–18.03.2028 (Donnerstag bis Samstag)
- 29.06.–01.07.2028 (Donnerstag bis Samstag)
- 14.–16.09.2028 (Donnerstag bis Samstag)
- 18.–20.01.2029 (Donnerstag bis Samstag)
- 08.–10.03.2029 (Donnerstag bis Samstag)
- 21.–23.06.2029 (Donnerstag bis Samstag)
- 14.04.2029, 09.06.2029 und 01.09.2029 – Online-Termine
- 13.–15.09.2029 (Donnerstag bis Samstag)
Seminarzeiten
Donnerstag: 12:00–19:00 Uhr
Freitag: 09:00–18:30 Uhr
Samstag: 09:00–14:15 Uhr
Abschluss eines Studiums der Sozialen Arbeit oder der Pflege – oder anderer Abschluss aus dem psycho-sozialen Bereich, der mindestens dem Niveau der Fachhochschule entspricht
- Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren nach Beendigung des Studiums
- eine aktuelle Tätigkeit in einem relevanten Berufsfeld für die Arbeit mit Systemen
Eigene Selbsterfahrung und Therapie sind erwünscht.
Bei anderen Zugangsvoraussetzungen sind Ausnahmen möglich, sie bedürfen jedoch einer Einzelfallprüfung und der Zustimmung der Kursleitung. Zudem ermöglichen wir Quereinstiege nach Prüfung der eingereichten Qualifikationen.
Bitte melden Sie sich ausschließlich über das Online-Formular zum Kurs an.
Zusätzlich zur Anmeldung senden Sie uns bitte zur Prüfung der Zugangsvoraussetzungen Ihre Bewerbung mit dem Bewerbungsbogen (siehe Downloads) und den üblichen Bewerbungsunterlagen über einen der folgenden zwei Wege (vorzugsweise per E-Mail):
als PDF an die weiterbildung(at)katho-nrw.de
oder postalisch an:
Katholische Hochschule NRW
Zentrum für Forschungsförderung und Weiterbildung
Frau Gabriele Hohlbaum
Wörthstraße 10
50668 Köln
Die Teilnehmergebühr beträgt 6.400 Euro und enthalten sind die Kurs- und Prüfungsgebühren sowie die Supervisionsstunden. Die Verpflegungs- und Übernachtungskosten gehen zu Lasten der Teilnehmer_innen. Es fallen zusätzlich zur Teilnahmegebühr Zertifizierungsgebühren in Höhe von 150 Euro an.
Informationen dazu haben wir hier für Sie zusammengestellt: Fördermöglichkeiten.
Bitte lesen Sie vor einer Anmeldung unsere Geschäftsbedingungen. Sie enthalten Informationen zu Zulassungsvoraussetzungen, Anmeldung, Teilnahmegebühr und Rücktrittsoptionen.