Zum Hauptbereich springen Zum Fußbereich springen

Institut für Teilhabeforschung

Das Institut für Teilhabeforschung befasst sich mit der gesellschaftlichen Teilhabe, Selbstbestimmung und Inklusion sowohl von Menschen mit Behinderung als auch von Menschen in der Lebensphase Alter und ihrer Bezugspersonen.

Kurzinfo

Kurzinfo
Standort
  • Aachen
  • Köln
  • Münster
  • Paderborn
Art des Instituts In-Institut
Gründungsdatum 2016
Kontaktadresse des Instituts

Julia Roos, B.A.
j.roos(at)katho-nrw.de
Piusallee 89, 48147 Münster, Raum 1.36, 
Tel.: +49 251 41767-13

E-Mail: teilhabeforschung(at)katho-nrw.de

Das heutige Institut für Teilhabeforschung, an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho), ist vor 10 Jahren als Forschungsschwerpunkt entstanden. Ziel des Instituts ist es, die selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung und Menschen im Alter durch Forschung zu verbessern. Sein innovatives Potential entfaltete der FSP durch die Zusammenführung bisher getrennter Forschungsstränge, weil sich die Zielgruppen, ihre Sozialräume und Unterstützungsstrukturen sowie inhaltliche und methodische Forschungsfragen überschneiden. Die Förderung durch FH Struktur wurde dazu genutzt die Qualität, Internationalität und Quantität der Forschung zu steigern und ihren Impact in der Wissenschaft und in den Handlungsfeldern zu erhöhen. Zurzeit forschen 14 Professor_innen und 12 wissenschaftliche Mitarbeiter_innen sowie weitere wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte, die in folgenden fünf Themenschwerpunkten an den vier Standorten in Münster, Paderborn, Aachen und Köln arbeiten:

  1. Sozialraumorientiertes Wohnen von Menschen mit geistiger Behinderung bei komplexem Unterstützungsbedarf
  2. Palliative Versorgung und hospizliche Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung
  3. Sexuelle Selbstbestimmung bei Frauen und Männern mit Behinderung
  4. Migrant_innen im Alter – Inanspruchnahme von Wohlfahrtsdiensten/-leistungen für ältere Menschen mit Migrationserfahrung in Deutschland
  5. Häusliche Versorgungsstrukturen für Menschen mit geriatrischem Unterstützungs-bedarf und deren Angehörige unter besonderer Berücksichtigung des ländlichen Raums

Die verschiedenen Disziplinen haben eigene theoretische Zugänge, Frageperspektiven und Forschungsmethoden im Hinblick auf Teilhabe, die jeweils bestimmte Ausschnitte und Aspekte der Wechselwirkungen zwischen Personen, ihrer Umwelten und gesellschaftlichen Bedingungen fokussieren. Die Mitglieder des Instituts gewinnen durch Grundlagen- und anwendungsbezogene Forschung Erkenntnisse zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung und von Menschen im Alter. In Kooperation mit Selbstvertretungs- und Angehörigengruppen, Leistungsanbietern und Leistungsträgern, Wohlfahrtsverbänden und Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung erprobt das Institut innovative Maßnahmen und entwickeln Forschungsmethoden weiter.

Institutsleitung
image

Institutsleiter

Prof. Dr. Friedrich Dieckmann

Professor

Münster, Sozialwesen

Koordinatorinnen
image

Julia Roos

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Münster, Sozialwesen

Institutsmitglieder (Professor_innen)

Prof. Dr. Ursula Böing

Professorin

Münster, Sozialwesen

Prof. Dr. phil. Marc Breuer

Professor für Soziologie

Paderborn, Sozialwesen

Prof. Dr. Sabine Engel

Professorin für Gerontologie

Paderborn, Sozialwesen

Prof. Dr. Heinrich Greving

Professor

Münster, Sozialwesen

image

Prof. Dr. phil. Dipl. Päd. Marion Menke

Professorin

Münster, Sozialwesen

Prof. Dr. Swantje Notzon

Professorin

Münster, Sozialwesen

Prof. Dr. Barbara Ortland

Zentrale Gleichstellungsbeauftragte

Münster, Sozialwesen

image

Christiane Rohleder

Modulbeauftragte M13

Münster, Sozialwesen

image

Prof. Dr. theol. Sabine Schäper

Professorin für Heilpädagogische Methodik und Intervention

Münster, Sozialwesen

Prof. Dr. rer. nat. Birte Schiffhauer

Professorin für Digitalisierung sozialer Lebenswelten und Professionen

Paderborn, Sozialwesen

Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich

Professorin

Aachen, Sozialwesen

image

Prof. Dr. Julia Steinfort-Diedenhofen

Professorin für Soziale Arbeit

Köln, Sozialwesen

Prof. Dr. Christof Stock

Professor für Verwaltungswissenschaften

Aachen, Sozialwesen

Institutsmitglieder (Wissenschaftliche Mitarbeiter_innen)

Theresa Aßmann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Münster

image

M.A. Monika Laumann

Wissenschaftliche Mitarbeitern

Münster

Andreas Nitsche

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Münster

image

M.A. Anna Lena Roemer

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Münster, Sozialwesen

image

Ann-Kathrin Scholten

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt ReWiKs

Münster, Sozialwesen

Barbara Schroer

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Münster, Sozialwesen

image

Antonia Thimm

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Münster

Lena Ursprung

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt ReWiKs

Münster

Wissenschaftliche Hilfskräfte

Henrike Golly

Henrik Peschges

Judith Sellmeyer

Clara Levin

Sozialraumorientiertes Wohnen von Menschen mit Behinderung

Von der Wohnung aus erschließen sich Teilhabegelegenheiten – innerhalb der Wohnung, in der Nachbarschaft, im Ortsteil und in der Gemeinde. Wohndienste unterstützen ihre Nutzer/innen bei der Organisation der gesamten Lebensführung im Alltag. Die UN-BRK, Art. 8, betont das Recht von Menschen mit Behinderung, wie Andere zu entscheiden, wo, mit wem und wie sie wohnen wollen. Sie dürfen nicht gezwungen sein, in „besonderen Wohnformen“ zu leben. Für viele Erwachsene mit Behinderung in Deutschland besteht diese Wahlfreiheit nicht. Insbesondere Frauen und Männer mit komplexem Unterstützungsbedarf haben nur geringe Chancen, allein oder mit Anderen in einer eigenen Wohnung unterstützt zu leben. Auch wenn „Ambulantisierung“ propagiert wird, bleibt ihnen oft nur der Umzug in ein Wohnheim der Eingliederungshilfe oder sie werden schon in einem frühen Lebensalter auf Pflegeheime verwiesen. Wohneinrichtungen richten ihre Angebote und Dienste selten auf das Quartier aus, was jedoch für die Erschließung von Teilhabebereichen von größter Bedeutung ist. Daneben wohnen auch viele Erwachsene mit Behinderung bei Eltern oder Angehörigen.

Größere Forschungsprojekte im Themenschwerpunkt „Sozialraumorientiertes Wohnen von Erwachsenen mit Behinderung“ befass(t)en sich mit der Wohnsituation von Menschen mit geistiger Behinderung im Alter und haben die Veränderungsbedarfe in verschiedenen Wohnsettings beleuchtet: die drei BMBF-Projekte LEQUI, SOPHIA, MUTIG; die „Alter erleben“-Studie (Dieckmann & Metzler, 2013) in Baden-Württemberg & Westfalen; die Expertise „Die Lebenssituation von Menschen mit lebenslanger Behinderung in NRW sowie die Evaluation inklusiver Quartierskonzepte für das MGEPA NRW. Hinsichtlich der Wohn- und Lebenssituation sowie der Teilhabemöglichkeiten von älter werdenden, Menschen mit einer psychischen Behinderung finden sich in Deutschland bislang nahezu keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Folgende Themenbereiche sollen in den kommenden Jahren systematisch und mit Blick auf anstehende Veränderungen (z. B. das Bundesteilhabegesetz) angegangen werden:

  • Entwicklung von Teilhabe ermöglichenden, organisierbaren und wirtschaftlich tragfähigen Wohnsettings und Unterstützungsstrukturen für das Leben in der eigenen Wohnung, in Hausgemeinschaft bzw. Nachbarschaften
  • Weiterentwicklung von Forschungsmethoden für die die Entwicklung der evaluativen Wohnforschung mit Bezug auf Menschen mit Behinderung in Deutschland
  • Die Rolle von Eltern und Geschwistern und ihre Beziehungen zu Menschen mit geistiger Behinderung und zu professionellen Unterstützer/innen in einer Lebenslaufperspektive
  • Älterwerden von Menschen mit psychischer Behinderung: Wohnen und Lebensgestaltung

Leitung

image

Prof. Dr. Friedrich Dieckmann

Professor

Münster, Sozialwesen

image

Christiane Rohleder

Modulbeauftragte M13

Münster, Sozialwesen

Palliative Versorgung und hospizliche Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung

Hintergrund

Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen fordert die Vertragsstaaten auf, Vorkehrungen für gleichberechtigte Zugangschancen zur gesundheitlichen Versorgung mit der wirksamen Verhinderung von Benachteiligungen zu treffen (Art. 25). In der Versorgung der Personengruppe am Lebensende wird dieser Anspruch aktuell kaum umgesetzt. Das Lebensende stellt einen kritischen Übergang im Lebensverlauf dar. Mühsam erworbene Teilhabechancen werden aufgrund unzureichender Unterstützungsstrukturen mit mangelnden teilhabeförderlichen Ausgestaltungen vielfach bedroht. In der Forschung zur Palliativversorgung, in der palliativen Versorgungspraxis und der hospizlichen Begleitung werden Menschen mit geistiger Behinderung bisher kaum berücksichtigt, obwohl die Anzahl von Menschen mit Behinderungen in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist und weiter steigen wird. Die Vernetzung von Einrichtungen und Diensten für Menschen mit geistiger Behinderung mit der Palliativversorgung und den Hospizdiensten, die Erarbeitung teilhabeförderlicher Begleitangebote bis ans Lebensende und die Berücksichtigung des Lebensendes in der Teilhabeplanung werden wichtige entwicklungsleitende Themen für Praxis und Forschung sein.

Forschungsziele

1. Forschung

Eruierung/systematische Beschreibung von Forschungsbedarfen für die Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung am Lebensende Bestandsaufnahme/Analyse bestehender Konzepte/Versorgungsstrukturen

2. Entwicklung

Entwicklung von Empfehlungen/konzeptionellen Bausteinen für eine teilhabeförderliche Begleitung am Lebensende

3. Vernetzung

Erfassung bestehender Vernetzungsstrukturen an der Schnittstelle Palliativversorgung / Eingliederungshilfe (regional)

image

Leitung

Prof. Dr. theol. Sabine Schäper

Professorin für Heilpädagogische Methodik und Intervention

Münster, Sozialwesen

image

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

M.A. Anna Lena Roemer

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Münster, Sozialwesen

Master-Lehrforschungsprojekte

Undenkbares Denken – Einstellungen zu Sterben und Zod von Erwachsenen unter dem einfluss einer kognitiven Beeinträchtigung

(Laufzeit 2017-2018)

Palliative Care für Menschen mit geistiger Behinderung – Möglichkeiten der ästhetischen Kommunikation

(Laufzeit 2018-2019)

Ansprechpartnerin für Lehrforschungsprojekte: Anna Roemer

Sexuelle Selbstbestimmung von erwachsenen Menschen mit Behinderungen / Unterstützte Kommunikation in Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Fokus sexuelle Selbstbestimmung von erwachsenen Menschen mit Behinderungen
  • Fokus Unterstützte Kommunikation in Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Die Realisierung individueller sexueller Selbstbestimmung sowie möglichst umfassender Kommunikationsmöglichkeiten durch Unterstützte Kommunikation gehört zu den grundlegenden Bedürfnissen eines Menschen. Die Selbstverwirklichung durch eine subjektiv befriedigende Sexualität sowie sich als Erwachsener in seiner Geschlechtlichkeit zu erleben, ist zentraler Bestandteil der eigenen unverwechselbaren Persönlichkeit. Ebenso ist die Möglichkeit, seine eigene Persönlichkeit in kommunikativen Zusammenhängen, in der Gemeinschaft mit anderen darzustellen und zu erleben, zentral für jeden Menschen.

So sind in diesem Themenschwerpunkt zwei Lebensbereiche miteinander verknüpft, die als zentrale menschliche Bedürfnisse zu bezeichnen sind. Ihnen beiden ist aber ebenso gemeinsam, dass gerade erwachsene Menschen mit Behinderungen, die in Einrichtungen der Eingliederungshilfe leben, bei der Realisierung dieser Lebensthemen immer wieder an strukturelle Grenzen stoßen.

Beide Themen verbindet, dass sie in der konzeptionellen Umsetzung in Institutionen umfassende Veränderungsprozesse benötigen. Eine gelingende Implementierung und Etablierung von Konzepten sexueller Selbstbestimmung und/oder Unterstützter Kommunikation treffen in ihrer themenspezifischen Komplexität auf ebenso komplexe und unterschiedlichste Rahmenbedingungen von Einrichtungen bzw. Organisationen der Eingliederungshilfe.

Vor diesem Hintergrund setzt sich der Themenschwerpunkt zum Ziel, nach adäquaten Verstehensmodellen und Lösungsansätzen zu suchen, die die nachhaltige Implementierung von Konzepten in Organisationen ermöglichen.

Teil des Themenschwerpunkts ist das Forschungsprojekt "ReWiKs: Sexualität und Behinderung - Reflexion, Wissen, Können als Bausteine für Veränderungen" Ausführliche Informationen zum Forschungsprojekt finden Sie im untenstehenden Link.

Leitung

Prof. Dr. Barbara Ortland

Zentrale Gleichstellungsbeauftragte

Münster, Sozialwesen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Theresa Aßmann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Münster

Migrant_innen im Alter – Inanspruchnahme von sozialen Dienstleistungen durch ältere Menschen mit Migrationserfahrungen

Ältere Migrant/innen in Deutschland sind eine schnell wachsende, heterogene Bevölkerungsgruppe, die sowohl von alterstypischen als auch migrationsspezifischen Lebenslagen gekennzeichnet ist (Statistisches Bundesamt, 2014). Gleichzeitig sind Menschen mit Migrationshintergrund innerhalb der Lebensphase des Alters früher von geriatrischen sowie häufiger von chronischen Erkrankungen betroffen als Menschen ohne Migrationserfahrung desselben Alters (Schimany, Rühl & Kohls, 2012). Dennoch ist in dieser Bevölkerungsgruppe eine deutlich geringere Inanspruchnahme von professionellen Dienstleistungen der Betreuung und Pflege festzustellen (Zimmermann, 2012; Kohls 2012).

Dem steht gegenüber, dass in migrantischen Milieus und Netzwerken selbst vielfältige Formen der Unterstützung organisiert werden (May & Alisch, 2013; Nagel, 2015), die sich auch auf Hilfsbedürftigkeit im Alter beziehen. Kooperationen mit Migrantenselbstorganisationen bieten folglich vielversprechende Anknüpfungspunkte, um Angebote der interkulturellen Pflege auszubauen und auf einen Abbau bestehender Barrieren hinzuwirken. Für regional tätige Pflegedienste ebenso wie für die Kommunen und Pflegekassen stellen sich vor diesem Hintergrund die – für den Themenschwerpunkt leitenden – Herausforderungen, (1) Bedarfe und Bedürfnislagen älterer Migrant/innen zu identifizieren, (2) Leistungen migrantischer Netzwerke für Menschen im Alter zu analysieren und (3) Möglichkeiten der Kooperation mit professionellen Dienstleistern konzeptionell zu entwickeln, um künftig zu einer verbesserten Situation älterer pflegebedürftiger Personen mit Migrationserfahrung beizutragen.

Leitung

Prof. Dr. phil. Marc Breuer

Professor für Soziologie

Paderborn, Sozialwesen

Wissenschaftliche Mitarbeiter_innen

Jannah Herrlein

Wissenschaftliche Hilfskräfte

Maike Scheiber, B.A.

Johanna Salewski, B.A.

Ehemalige Mitarbeiter_innen

Christoph Frohn, M.A.

Häusliche Versorgungsstrukturen für Menschen mit geriatrischem Unterstützungsbedarf und deren Angehörige...

Im Themenschwerpunkt "Häusliche Versorgungsstrukturen für Menschen mit geriatrischem Unterstützungsbedarf und deren Angehörige unter besonderer Berücksichtigung des ländlichen Raums" des Instituts für Teilhabeforschung stehen aktuelle und zu erwartende Fragestellungen und Entwicklungsprozesse sowohl in gerontologischen Handlungsfeldern als auch im Pflege- und Gesundheitswesen. Sie sind Gegenstand inter- und transdisziplinärer Forschungs- und Evaluationsvorhaben und sind Basis für die Entwicklung und Implementierung innovativer und teilhabeorientierter Versorgungskonzepte.

Die Orientierung an den Bedürfnissen der NutzerInnen ist der zentrale Ausgangspunkt und das handlungsleitendes Prinzip des Themenschwerpunktes. Im Zentrum stehen die Lebensqualität, Wohlbefinden und die gesellschaftliche Teilhabe der entsprechenden Personengruppen. Dabei besteht die Kernannahme darin, dass eine an den Bed