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Erfolgreicher Transfer-Tag zum Gelingen der sozial-ökologischen Transformation

Beim diesjährigen „Transfer-Tag der Nachhaltigkeit“ der Nachhaltigkeitsallianz NRW am 15. Oktober 2026 in der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho) lag der Fokus auf der sozial-ökologischen Transformation. 160 Gäste kamen nach Köln, um mit Vertreter_innen von Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu diskutieren und in Workshops Lösungen für mehr soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit zu entwickeln.

Vor einem gut gefüllten Audimax begrüßte Prorektor Prof. Dr. Michael Isfort die Gäste aus ganz Nordrhein-Westfalen. „Wir möchten mit dem heutigen Transfer-Tag die Nachhaltigkeit nicht nur thematisch hochhalten, sondern dieses Thema konstruktiv bearbeiten“, sagte er. Dafür biete der Transfer-Tag die Chance, praxisnahe Maßnahmen zu entwickeln und Netzwerke zu stärken. „Wir wollen nicht jammern – wir wollen ins Tun kommen“, so Professor Isfort weiter, „ein Beitrag dazu ist dieses Netzwerktreffen.“
 

Motivierende Grußworte zu Beginn

Prof.in Dr.in Natalie Bartholomäus vom Beirat HN NRW / NAW.NRW stellte in ihrem Video-Grußwort fest, dass das diesjährige Motto den Nagel auf den Kopf trifft: „Die ökologischen Themen dürfen nicht ohne soziales Engagement gedacht werden“, sagte sie. Auch die Kölner Bundestagsabgeordnete Katharina Dröge lobte in ihrem Video-Grußwort den Austausch, um an Lösungen zu arbeiten. Mit Blick auf den zurückliegenden Hitzesommer hob Dröge in ihrer Videobotschaft die wichtige Rolle der Kommunen beim Schutz der Bevölkerung hervor. Sie forderte von der Bundesregierung, die Städte und Gemeinden mit dieser Aufgabe nicht allein zu lassen. „Nur in der Nachhaltigkeit und in Klimainnovationen liegt eine wirtschaftliche Perspektive für Deutschland“, sagte die Grünen-Politikerin abschließend und dankte den Teilnehmenden für ihr Engagement. 
 

Podiumsdiskussion fasst Zukunftsvisionen zusammen

In der folgenden Podiumsdiskussion lenkte WDR-Moderator Uwe Schulz den Blick auf die Frage, wie die sozial-ökologische Transformation gelingen kann. Die vier Gäste erläuterten aus Sicht von Wissenschaft, Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft die konkrete Zukunftsvision eines lebenswerten Quartiers im Jahr 2030, das klimaresistent, gesund, bezahlbar und sozial-inklusiv ist. 

Nicole Stauf vom Thinktank Centre for Planetary Health Policy (CPHP) erklärte, dass ein Dialog nötig ist, um rausfinden, wo in der Praxis der Widerstand für mehr Nachhaltigkeit liege: „Im Gesundheitssektor braucht es mehr Investitionen und mehr Überzeugungsarbeit, um das System zu verändern“, sagte sie, „der unterfinanzierte Gesundheitssektor alleine kann das nicht stemmen.“ Politik und Budgets müssten ganzheitlicher gedacht werden, so Stauf. 
 

Dortmund als Klimaschutz-Vorreiter

Ein gutes Beispiel für gelungene Umsetzung in den Kommunen lieferte Dr.in Theresa Eckermann für die Stadt Dortmund. Dort konnte bereits mit breiter Unterstützung ein Hitzeaktionsplan verabschiedet und mit Seniorenbüros, einem Hitzetelefon, stadtweiten Messsensoren oder einer Kühle-Orte-Karte umgesetzt werden. „Wir stellen im politischen Diskurs fest, dass der Aktionsplan anschlussfähig ist“, sagte Eckermann, auch weil die Klimafolgenanpassung über den Hitzesommer 2026 für die Bevölkerung anders spürbar geworden ist. 

Einen globalen Blick lieferte Pirmin Spiegel vom Bistum Speyer mit dem Beispiel einer Initiative von über 50 Ländern aus dem pazifischen Raum, die sich zusammengetan hat, weil die globale Politik oft nur schöne Papiere liefere, aber keine Abhilfe leiste: „Wir brauchen andere Antworten, da die bisherigen Foren keine Antworten geben“, so Spiegel, der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Misereor, dem Werk für Entwicklungszusammenarbeit der katholischen Kirche. 
 

Politische Leitplanken bleiben wichtig

Oliver Mergens, Berater für den Outdoor-Modehersteller VAUDE, verdeutlichte die Selbstverpflichtung des Unternehmens für mehr nachhaltige Kleidung, betonte aber die Notwendigkeit, dass sich angesichts der fortschreitenden Klimakrise mehr Firmen nachhaltig aufstellen: „Wir brauchen Leitplanken seitens der Politik, die alle Unternehmen lenken“, sagte Mergens. Seine Idee ist, bestehende Expertisen an den Euro zu koppeln, damit möglichst schnell etwas passiere.
 

KI ist eine neue Beschleunigungswelle

Mit einer kurzweiligen Keynote erklärten Zeitforscher Jonas Geissler und Astrophysiker Prof. Dr. Harald Lesch, wie der Burnout der Natur mit der zeitlich prekären Lage vieler Menschen in unserer Gesellschaft zusammenhängt. Geissler nahm die Zuhörenden mit auf eine Reise durch die Zeitgeschichte: vom griechischem Zeit-Gott Chronos über die Rhythmisierung durch die Industrialisierung bis hin zum ‚rasenden Stillstand‘ in der Arbeitswelt. Auch die Künstliche Intelligenz ist eine zeitliche Beschleunigungswelle für den Menschen: „Diese Entgrenzung birgt die Gefahr von Burnouts“, sagte Geissler.
 

Hoffnung auf Auswege aus Klimakrise

Der aus München zugeschaltete Wissenschaftler Prof. Dr. Harald Lesch ergänzte mit Blick auf die Klimageschichte vom Urknall bis zur Klimakrise heute. Nach einem düsteren Szenario angesichts schmelzender Gletscher und steigender Temperaturen spendete er auch Hoffnung: So konnte China seinen CO2-Verbrauch in den letzten 18 Monaten enorm senken. Auch andere Länder wie Australien schaffen mit Photovoltaik- und Windanlangen sowie modernen Energiespeichern die Wende und entwickeln daraus neue Geschäftsmodelle. „Deutschland hat zu lange an den fossilen Energien festgehalten“, kritisierte Lesch die hierzulande verschleppte Energiewende. Zugleich ermutigte er die Aktionsbündnisse, die im lokalen Rahmen die Bedingungen ändern können.
 

Entwicklung praktischer Umsetzungsideen in Workshops

Mit großem Engagement arbeiteten die Teilnehmenden abschließend in drei Workshops der Koordinationsstelle Klimaschutz der Stadt Köln, der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG) sowie des Konzeptwerk Neue Ökonomie zusammen. Dort entwickelten sie Ideen, wie Städte und Gemeinden zukunftsfähig umgestaltet werden können, überlegten, welche Veränderungen durch den globalen „Handabdruck“ bei der Klimakrise als Gesundheitskrise möglich sind und blickten kritisch sowie visionär auf das globale Wirtschaftssystem.
 

Nächster Transfer-Tag der Nachhaltigkeit 2027 in Bochum

Nach einem erfolgreichen Tag verabschiedete Moderator Uwe Schulz die Teilnehmenden und lud zum nächsten 5. Transfer-Tag der Nachhaltigkeit „Discovering Tomorrow“ am 13. Oktober 2027 in Bochum ein.
 

Fotos: katho / Uta Wagner

 

IMPRESSIONEN

Laura Schlütz (Sustainable Art and Design) steht im Foyer an einem Stehtisch. Laura Schlütz (Sustainable Art and Design) war für die künstlerische Aktivierung zuständig.
Moderator Uwe Schulz spricht mit Mikrophon zu den sitzenden Gästen. Moderator Uwe Schulz führte die Gäste durch das Tagesprogramm.
Prorektor Prof. Dr. Michael Isfort begrüßte die Gäste aus ganz Nordrhein-Westfalen.
Prof.in Dr.in Natalie Bartholomäus vom Beirat HN NRW / NAW.NRW ist auf einem Monitor zu sehen. Prof.in Dr.in Natalie Bartholomäus vom Beirat HN NRW / NAW.NRW wurde mit einem Video-Grußwort zugeschaltet.
Die Kölner Bundestagsabgeordnete Katharina Dröge lobte die Veranstaltung in ihrem Video-Grußwort. Auch die Kölner Bundestagsabgeordnete Katharina Dröge lobte in ihrem Video-Grußwort den Austausch, um an Lösungen zu arbeiten.
Die Hochschulleitung der katho verfolgte den Transfer-Tag der Nachhaltig aufmerksam, hier Rektorin Barbara Schermaier-Stöckl (2.v.l.) und Kanzler Bernward Robrecht (links).
Vier Vertreter_innen aus Wissenschaft, Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft stellten sich in der Podiumsdiskussion der Frage: „Wie gelingt die sozial-ökologische Transformation?“
Nicole Stauf vom Thinktank Centre for Planetary Health Policy (CPHP)
Dr.in Theresa Eckermann leitet das Umweltamt der Stadt Dortmund.
Pirmin Spiegel arbeitet in seiner Heimatdiözese Speyer im Bereich „Innovation und Transformation“ mit Schwerpunkt Globales Lernen und Nachhaltigkeit.
Oliver Mergens ist Berater für die VAUDE Academy für nachhaltiges Wirtschaften.
Mit einer kurzweiligen Keynote erklärten Zeitforscher Jonas Geissler und Astrophysiker Prof. Dr. Harald Lesch, wie der Burnout der Natur mit der zeitlich prekären Lage vieler Menschen in unserer Gesellschaft zusammenhängt.
Prof. Dr. Harald Lesch (rechts) konnte aus dienstlichen Gründen nicht persönlich vor Ort sein und nahm hybrid teil.
Kristina Kebeck von der Koordinationsstelle Klimaschutz der Stadt Köln (rechts) leitete den Workshop „Zukunftsfähige Städte und Gemeinden: Wie kann Transformation gemeinsam gelingen?“
Ebenso Rebecca Hartmann von der Koordinationsstelle Klimaschutz der Stadt Köln in einem weiteren Workshop zum selben Thema.
Sonja Schalen (links) von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG) leitete den Workshop „Klimakrise als Gesundheitskrise: Risiken und Resilienz auf lokaler und globaler Ebene“.
Ebenso Mascha Schädlich vom Verein Konzeptwerk Neue Ökonomie im Workshop zum selben Thema.
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