Großer Kooperationsfachtag zum Thema FASD
Anlässlich des internationalen Tages des alkoholgeschädigten Kindes veranstaltete die katho mit zahlreichen Kooperationspartnern einen Fachtag, der auf die Herausforderungen für Pflegefamilien von Kindern mit FASD aufmerksam machte. Dabei rahmte die wissenschaftliche Auseinandersetzung die Veranstaltung, im Vordergrund aber stand der Austausch zwischen Pflegefamilien und ihre konkrete Beratung.
Gemeinsam für Inklusion
In den Grußworten betonten Prof. Dr. Patrick Isele, Dekan des Fachbereich Sozialwesen an der katho am Standort Paderborn, Ingrid Müller, die stellvertretende Leiterin des Kreisjugendamtes, und Marco de Luca, stellvertretender Leiter des Stadtjugendamtes einerseits die wachsende Relevanz des Themas FASD und die daraus resultierende Inklusionsaufgabe. Andererseits wurde hervorgehoben, dass gerade die Zusammenarbeit zwischen Theorie und Praxis, aber auch zwischen einzelnen Trägern maßgeblich dazu beiträgt, diese Aufgabe anspruchsgerecht zu erfüllen.
Förderbedarfe erkennen, Lösungen erarbeiten
Die fachlichen Beiträge zielten auf die Frage ab, wie von der Diagnose ausgehend Integration von Kindern mit FASD gelingt. Dr. med. Jörg Liesegang eröffnete in seinem Vortrag viele Perspektiven und konzentrierte sich auf die Frage, wie Teilhabe nach einer Diagnosestellung ermöglicht werden kann und wie und welche Angebote weiterhelfen. Angela Sieger fokussierte mit ihren Ausführungen das Feld der Schulsozialarbeit und erläuterte, wie Unterstützungsbedarf adressiert und Integration realisiert wird. Prof.in Dr.in Gulshat Ouadine skizzierte die Probleme von betroffenen Kindern in der Schule. Zudem stellte sie Konzepte vor, mit denen Lehrkräfte eine Lernumgebung schaffen, in der sich Teilhabe möglichst verwirklichen lässt.
Austausch zwischen Pflegefamilien und Praktiker_innen
Nach einer ausgiebigen Mittagspause, die zum Vernetzen genutzt werden konnte, stöberten viele Gäste noch bei einem Fachbüchertisch, an dem Diana Kühne Literatur zum Thema FASD präsentierte. Am Nachmittag moderierte Barbara Beverungen einen persönlichen Austausch zwischen den Pflegeeltern und gab hilfreiche Hinweise aus Ihrer Erfahrung als stellv. Schulleiterin, Sonderpädagogin und Pflegemutter.
Insgesamt war die Tagung ein gelungenes Beispiel dafür, wie Vernetzung, Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis und der Austausch von Praktiker_innen, Wissenschaftler_innen und Pflegeeltern gemeinsam das empathische Feld der Sozialen Arbeit gestalten können.
Kontakt
Malte Speich
Dekanatsreferent Fachbereich Sozialwesen Paderborn
Paderborn, Sozialwesen