MANDELA-Kick-off: Internationales Konsortium startet dreijähriges Bildungsprojekt
37 Teilnehmende aus sechs Ländern gaben vom 20. bis 22. Januar 2026 in Köln den Startschuss für das Projekt MANDELA (Multilateralism through Negotiation and Cultural Diplomacy Education in the Levant and Africa). Koordiniert vom Sakhnin College (Israel) und mit der katho als Gastgeberin erarbeiteten die Teilnehmenden in intensiven Arbeitsphasen Inhalte, Strukturen und nächste Schritte für das internationale Bildungsprojekt. Aufgrund der Lage im Nahen Osten war es nicht möglich, das Treffen in Israel zu realisieren, so dass die katho kurzfristig die Gastgeberrolle übernahm. In enger Zusammenarbeit mit den israelischen Kolleginnen vom Sakhnin College und des Gordon Academic College of Education, die akademisch-inhaltlich die Feder führten, zeichnete das zuständige Fachdezernat, das Zentrum für Forschungsförderung und Weiterbildung (ZFW) für die organisatorische und logistische Durchführung verantwortlich. Mit Unterstützung aller Kolleg_innen des ZFW konnte das Projektteam, Prof.in Dr.in Karla Verlinden, Helene Hofmann, Prof. Dr. Norbert Frieters-Reermann und Ralph Laurs, die Gäste am 19. Januar in Köln begrüßen.
Worum geht es bei MANDELA?
MANDELA („Multilateralism through Negotiation and Cultural Diplomacy Education in the Levant and Africa“) steht für Wissenstransfer zwischen europäischen und nichteuropäischen Bildungseinrichtungen, Hochschulen und NGOs. Partner aus Rumänien, Österreich und Deutschland arbeiten mit Institutionen aus Äthiopien, Ghana und Israel zusammen, um Fähigkeiten, Werte und integrative Methoden in Curricula zu verankern. Neben dem Austausch bestehender Best Practices werden neue Methoden entwickelt; Lehrkräfte werden in kultureller Diplomatie, Verhandlungsführung, Konfliktlösung, Resilienz und Menschenrechtsprinzipien geschult. „In einer Zeit, in der die Grundlagen von Demokratie und Solidarität weltweit so stark herausgefordert sind wie heute, benötigen wir Dialog auf Augenhöhe. Nur dann können wir gemeinsam wachsen“, betonen die Projektleiter_innen Prof. Dr. Norbert Frieters-Reermann (katho am Standort Aachen) und Prof.in Dr.in Karla Verlinden (katho am Standort Köln) . Die beiden Professor_innen bringen mit „Conflict Transformation, Power Analysis & Resilience – CoPoweR“ ihre Expertise ein und qualifizieren Dozierende. Ein weiteres Merkmal ist die Einführung von COIL-Kursen (Collaborative Online International Learning) für interkulturelles Lernen und gelebte internationale Zusammenarbeit. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und startete am 1. November 2025.
Orientierung, Governance und Mentoring
Bereits am Vorabend des Kick-off-Meetings trafen sich die Partner_innen zu einem informellen Meet & Greet mit Willkommensdinner im Lindner Hotel Cologne City Plaza.
Der erste Konferenztag begann mit der offiziellen Begrüßung durch den Kanzler der katho, Bernward Robrecht. Die Koordinatoren Prof. Faisal Azaize und Prof. Yaser Awad (Sakhnin College) stellten die Ziele des Treffens vor, bevor Shadia Sbait (GACE) den Programmrahmen erläuterte.
Ein interaktiver Icebreaker „Meet the MANDELA Family“ unter Leitung von Dr. Avinoam Yomtovian (GACE) förderte den Austausch im Konsortium. Es folgten Projektüberblick, Governance und Kommunikation (Sbait, Awad), der Managementplan (Sbait) sowie der Qualitätsrahmen, vorgestellt von Dr. Gianina Joldescu-Stan (UBB).
Prof. Dr. Alfred Weinberger (PHDL) präsentierte anschließend die Ziele und den Ablauf von WP2 zur Online-Qualifizierung und dem Onsite-Programm in Rumänien. Mit „The Ethiopian Challenge“ gab Prof. Demelash Mengistu (Jimma University) Einblicke in Bedarfe vor Ort.
Am Nachmittag konkretisierten Mentor_innen und Mentees in Gruppen die Zusammenarbeit und Erwartungen, moderiert u.a. von Yaser Awad, Theodora, Stephen und Solomon Alemu. Avi Goldstein (Pathways) beleuchtete die Rolle von NGOs in der Bildung und im Projekt. Daran schloss sich die Vorstellung der digitalen Infrastruktur an – Shared Workspace, Website und Social Media (Shadia Sbait, Yaser Awad). Den Abschluss bildete „The Israeli Challenge“ mit Dr. Yael Landau (DYC). Der Abend stand zur freien Verfügung.
Dissemination, bilaterale Abstimmungen und europäische Praxisbeispiele
Der zweite Tag startete mit einer Einheit zu interpersonaler Kommunikation durch Dr. Mirit Sharon (GACE), gefolgt von „The Ghanaian Challenge“ mit Prof. Samuel Bert Boadi-Kusi (UCC). Im Disseminationsblock skizzierte Prof. Ibrahim Mohammed Gadafi (UDS) den Verbreitungsplan, benannte Ansprechpersonen und legte Berichtswege fest.
In anschließenden bilateralen und cross-partner Meetings verabredeten Mentor-Mentee-Paare, Work-Package-Leads und Länderteams konkrete Arbeitsschritte, einschließlich Planungen für Besuche und Trainings. Am Nachmittag stellten europäische Partner führende Praxisbeispiele vor: zunächst AVaKE und PHDL, anschließend katho, UBB und Pathways.
Campusbesuch, Reflexion und nächste Schritte
Am dritten Tag reiste das Konsortium gemeinsam zum katho-Campus. Rektorin Prof. Barbara Schermaier-Stöckl begrüßte die Gäste, eine kurze Campusführung schloss sich an. In einer moderierten Reflexion fassten Dr. Eli Vinokur und Dr. Avinoam Yomtovian (GACE) die Ergebnisse zusammen. In der Abschlussrunde definierten Yaser Awad und Shadia Sbait die nächsten Schritte. Das Konsortialtreffen endete am Mittag.
Fotos: Katja Brittig, Helene Hofmann, Ralph Laurs
Kontakt
Helene Hofmann
Referentin für europäische und internationale Projekte
Köln, Dezernat V - Forschungsförderung und Weiterbildung