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Der lange Arm der Mullahs: Irans Einfluss in Deutschland

Das Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien (CARS) an der katho am Standort Aachen lädt ein zu einem Vortragsabend über iranische und andere internationale und transnationale Netzwerke und deren Bedrohungspotenziale für Schutzsuchende in Deutschland. Der Co-Leiter des CARS, Stephan Grigat, wird die Veranstaltung einleiten. Die Veranstaltung findet in der Universität Köln statt und ist kostenfrei.

Der lange Arm der Mullahs: Irans Einfluss in Deutschland

Datum und Uhrzeit 20.01.2023; 19:30 - 21:30 Uhr
Ort/ Adresse

Universität Köln
Hörsaal F (Hörsaalgebäude), Universitätsstraße 35, 50931 Köln

Referent_innen Prof. Dr. Stephan Grigat, Bijan Hassan Pour-Razavi, Philipp Wilhelm Kranemann
Anmeldeinformationen Kostenfrei, ohne Anmeldung
Veranstalter Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien (CARS)

Nachdem die iranische Kurdin Jina Amini im September an den Folgen der Misshandlungen durch die Moralpolizei starb, begann in Iran eine Protestwelle bisher ungekannten Ausmaßes: Hundertausende Iraner_innen fordern trotz massiver Repression das Ende der „Islamischen Republik“. Die schiitische Theokratie unterdrückt nicht nur brutal alle Freiheitsbestrebungen im Inneren, sondern hat – besonders nach dem weitgehenden Wegfall der Sanktionen im Zuge des Abschlusses des so genannten „Atom-Deals“ 2015 – ein massives Expansionsprogramm in der Region gestartet. Nicht nur unzählige Iraner_innen haben deswegen ihre Heimat verlassen müssen, auch die Flucht vieler Syrer_innen, Iraker_innen und Kurd_innen ist die Folge ihrer Politik.

Doch der lange Arm der Mullahs reicht auch bis nach Deutschland. Dass Menschen selbst im Ausland nicht vor dem Regime sicher sind, ist keine Seltenheit. Iran unterhält ein internationales Netzwerk von Gruppen und Organisationen, die versuchen, in den jeweiligen Gesellschaften Einfluss zu nehmen und gleichzeitig Geflüchtete und Oppositionelle unter Druck setzen und bedrohen. Bijan Hassan Pour-Razavi wird einen Überblick über (pro)iranische Netzwerke in Deutschland geben.

Die Islamische Republik Iran ist jedoch nicht das einzige Regime mit Einfluss in Deutschland. Der im Herbst 2022 erschienene Sammelband „Endlich in Sicherheit? Bedrohung von Geflüchteten in Deutschland durch transnationale Netzwerke“ (Schriftenreihe des Netzwerks für politische Bildung, Kultur und Kommunikation, Band VI) versammelt erste Analysen zu solchen transnationalen Netzwerken wie denjenigen des Irans sowie ergänzende Interviews mit Geflüchteten, die ihre Bedrohungserfahrungen in Deutschland schildern. Sie richten eindringliche Appelle an die deutsche Politik und Zivilgesellschaft. Der Herausgeber Philipp Wilhelm Kranemann wird einleitend das Phänomen beleuchten und den Sammelband vorstellen. (Text: Bündnis gegen Antisemitismus (BgA) Köln).
 

Die Referenten

Philipp Wilhelm Kranemann studierte an Universitäten in Gießen, Tokio, Darmstadt und Frankfurt und schloss mit einem M.A. in Politischer Theorie ab. Anschließend arbeitete er als Dozent in der Erwachsenenbildung, als Betreuer in einer Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und als Projektleiter bei einer flüchtlingssolidarischen Nichtregierungsorganisation. Er war Lehrbeauftragter im Bereich der politischen Bildung an der Justus-Liebig-Universität Gießen und ist gegenwärtig in der außerschulischen Bildung tätig.

Bijan Hassan Pour-Razavi hat Politik und Geschichte studiert und arbeitet im Kompetenznetzwerk Antisemitismus sowie freiberuflich in der politischen Bildung vornehmlich zu Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus. Er gehörte zu den Mitgründer_innen des Vereins an.ge.kommen e.V. in Gießen und leitete dort mehrere Jahre die Unterstützungssprechstunden und Begleitungen für Geflüchtete. Mit der Green Party of Iran und der Initiative „Free Iran Now“ Kassel setzt er sich für die Aufklärung über die Situation in Iran ein.

Stephan Grigat ist Professor für Theorien und Kritik des Antisemitismus an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen und Co-Leiter des Centrums für Antisemitismus- und Rassismusstudien (CARS) an der katho.
 

Kooperationspartner

Eine Kooperation des Centrums für Antisemitismus- und Rassismusstudien (CARS), des Bündnisses gegen Antisemitismus (BgA) Köln, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) AG Köln sowie der Studierendenvertretung der Humanwissenschaftlichen Fakultät Köln (StAVV).

 

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