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Inklusion im Sport – Gemeinsam stark für Aachen!

Wissenschaftliche Begleitung

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief
Status aktiv
Laufzeit 01.01.2019 – 31.12.2021
Themengebiete Behinderung, Chancengleichheit, Diversität, Inklusion, Inklusive Gesellschaft, Soziale Arbeit, Soziale Gerechtigkeit, Sozialwesen, Teilhabe
Standort Aachen
Institute Institut für Teilhabeforschung

Projektbeschreibung

Der organisierte Sport bietet vielfältige Möglichkeiten, die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung (MmB) am gesellschaftlichen Leben positiv zu beeinflussen. Daneben wirkt sich die präventive und rehabilitative Funktion positiv auf Lebensqualität, sensomotorische Funktionen und psychosoziale Aspekte von Menschen mit Beeinträchtigung aus. Allerdings ist eine gelungene und selbstverständliche Teilhabe am Sportsystem für viele MmB nach wie vor unzureichend möglich. Der Stadtsportbund Aachen e.V. hat das Projekt „Inklusion im Sport – gemeinsam stark für Aachen“ initiiert, um die Teilhabechancen von Menschen mit Beeinträchtigung an Sportangeboten zu erhöhen. Das Institut für Teilhabeforschung übernimmt die wissenschaftliche Begleitung und verantwortet die Datenerhebung, inklusive der Instrumentenentwicklung sowie der computergestützten Datenauswertung.

Mit Hilfe eines mixed-methods-Ansatzes wird eine fundierte Datenbasis geschaffen, die Aussagen zu Einstellungen und Einschätzungen sowie Bedarfen hinsichtlich inklusiver Sportangebote ermöglicht. Aufbauend auf den Erhebungsdaten aus der Perspektive der Menschen mit Beeinträchtigung, der Sportvereine der Stadt Aachen und öffentlicher Institutionen (zum Beisipiel Kitas, Amt für Inklusion und Sozialplanung etc.) wird die Situation für Menschen mit Beeinträchtigung im Hinblick auf Sport analysiert.

Mit Blick auf die Methodik werden sowohl qualitative als auch quantitative Erhebungen durchgeführt, deren Daten in der Regel mit quantifizierenden Verfahren ausgewertet werden. Die Datenerhebung erfolgt mehrstufig, wobei für unterschiedliche Zielgruppen spezifische Instrumente entwickelt werden.

In einer ersten Stufe werden mit Vorständen der Sportvereine (n=58), Übungsleiter_innen (n=130) und Vereinsmitgliedern (n=90) auf der Basis standardisierter Fragebögen schriftliche Interviews durchgeführt. Um Subgruppenvergleiche zu ermöglichen, sind die Fragebögen weitgehend identisch aufgebaut und differenzieren lediglich hinsichtlich subgruppenspezifischer Fragenaspekte. Die Befragung wird online über LimeSurvey durchgeführt. Der Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 macht eine methodische Restrukturierung erforderlich und das Forschungsdesign wird um leitfadengestützte Interviews mit den Vorständen erweitert. Ziel ist es, Einschätzungen zu den Auswirkungen der Pandemie auf das Sportgeschehen sowie mögliche Einflüsse auf die Haltungen hinsichtlich Inklusion zu erfassen.

Der zweite Schritt der Studie bindet Menschen mit Beeinträchtigung in die Untersuchung ein. Es nehmen sowohl Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung (n=300) als auch Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung (n=75) an den Befragungen teil. Die Gruppe mit kognitiver Beeinträchtigung, deren Mitglieder in Wohneinrichtungen leben, erhält einen kurzen, in leichter Sprache verfassten Fragebogen. Die Untersuchungsteilnehmenden mit körperlicher Beeinträchtigung können über einen Online-Fragebogen an der Studie teilnehmen.

In einem dritten Schritt sind qualitative Interviews mit Expert_innen öffentlicher Institutionen der Stadt Aachen geplant. Bei der Konzeption des Interviewleitfadens werden die Ergebnisse der vorangegangenen Projektphasen berücksichtigt.

Erwarteter Erkenntnisgewinn: Die wissenschaftliche Begleitung generiert eine differenzierte Datenbasis und ermöglicht aus der Perspektive verschiedener Akteure Aussagen zum Thema Inklusion im Sport. Auf dieser Grundlage können bedarfsgerechte (inklusive) Angebote konzipiert und umgesetzt sowie praxisrelevante Handlungsempfehlungen für Vereine und Politik entwickelt werden.

Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich

Professorin Aachen, Sozialwesen

Lisa-Marie Verhaert

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Aachen, Sozialwesen

Wolfgang Thiems

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