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PREPARE – Prävention und Behandlung von Suchterkrankungen bei Geflüchteten

Kultursensible digitale Kurzintervention für junge Geflüchtete zur Reduktion von problematischem Alkohol- und Cannabiskonsum | Teilprojekt: BePrepared

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief
Status aktiv
Laufzeit 01.02.2019 – 31.01.2024
Themengebiete Gesundheit, Integration, Migration, Prävention, Soziale Arbeit, Sozialwesen
Standort Köln
Institute Deutsches Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP)
Webseite https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/prepare-pravention-und-behandlung-von-suchterkrankungen-bei-gefluchteten-8826.php

Projektbeschreibung

Im Rahmen der BePrepared-Studie wurde eine kultursensible, digitale Kurzintervention für junge Geflüchtete mit problematischem Alkohol- und/oder Cannabiskonsum entwickelt, die aktuell evaluiert wird. Ziel ist es, mit dem niedrigschwelligen, digitalen Ansatz die vulnerable Zielgruppe junger Geflüchteter mit einem Angebot zu erreichen, das motiviert und akzeptiert wird. So ist die BePrepared-App, anders als viele bestehende Angebote der Suchtprävention, in fünf Sprachen verfügbar (Arabisch, Deutsch, Englisch, Farsi, Paschtu) und an jedem Ort, zu jeder Zeit, unabhängig, anonym und kostenlos nutzbar.

Darüber hinaus arbeitete das Projektteam, bestehend aus Psychologinnen der katho und Informatikern der TU Berlin, im Rahmen der Interventions- und App-Entwicklung intensiv mit jungen Geflüchteten, Kulturmittlern und Fachkräften aus der Sucht- und Geflüchtetenhilfe zusammen. So wurden Elemente der digitalen Intervention nach Bernal und Sáez-Santiago’s (2006) Framework für kulturzentrierte psychologische Interventionen kulturell adaptiert und in einem iterativen Prozess stetig verbessert.

Inhaltlich basiert die digitale Intervention auf etablierten Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie und der Motivierenden Gesprächsführung. Sie umfasst u. a. ein Konsumtagebuch, Übungen zur Förderung der Veränderungsmotivation, psychoedukative Inhalte zu Alkohol und Cannabis, eine Atemübung sowie Übungen zu Verhaltensweisen, Gedanken und Gefühlen in Bezug zu Substanzkonsum.

Im Rahmen der Entwicklung gab es bereits positives Feedback zur App von jungen Geflüchteten. So sagte ein Nutzer über das Ablehnungstraining „Manchmal ist Nein sagen echt schwer. Ich kann das nicht. […] Ich habe in dieser Übung gelernt, wie ich freundlicher und besser Nein sagen kann, wenn ich nicht [konsumieren] möchte.“ Ein anderer bemerkte zu den Tipps im Umgang mit Ärger: „Ich habe in Deutschland gelernt, dass man ruhig sein muss. […] Wenn jemand Interesse hat, die [Tipps] zu lesen, dann können sie [im Umgang mit Ärger] helfen.“

In einer laufenden Durchführbarkeitsstudie mit 150 Teilnehmenden wird nun im größeren Rahmen die Durchführbarkeit und Akzeptanz von BePrepared überprüft werden. Die direkte Zielgruppe sind junge Geflüchtet (18 – 28 Jahre) aus Syrien, Irak, Iran und Afghanistan mit problematischem Konsum von Alkohol und/oder Cannabis. Die Teilnahme erfolgt über den Download der BePrepared-App im Google Play Store und der vierwöchigen App-Nutzung. Zur Evaluation werden Fragebögen vor- und zwischengeschaltet und Nutzungsdaten anonym erhoben.

Wir freuen uns, mit der BePrepared-App Betroffenen wie auch Fachkräften aus der Sucht- und Geflüchtetenhilfe ein praxisnahes Tool an die Hand zu geben! 

Prof. Dr. Michael Klein

Deutsches Institut für Sucht- und Präventionsforschung
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M. Sc. Psych. Vera Kölligan

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Köln

Laura Fischer

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Köln, Sozialwesen

Kooperationspartner

  • Distributed Artificial Intelligence Laboratory (DAI-Labor) der Technischen Universität Berlin (Technische Umsetzung des Projekts, unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c Sahin Albayrak)
  • Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule Emden/ Leer

Praxispartner

  • Stadt Köln (Wohnungswesen)
  • Sozialdienst katholischer Männer (SKM) Köln e. V.
  • Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Betreuungs gGmbH Köln
  • Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM) e. V.
  • Evangelische Jugendhilfe Godesheim gGmbH

Vorträge und Kongresse

  • 59. DHS Fachkonferenz Sucht (Nov. 2020), "Suchthilfe: kommunal denken - gemeinsam handeln", Videobeitrag
  • "11th European Society for Prevention Research Conference" (Okt. 2020), Posterpräsentation
  • "Digitalisierung konkret - Messe zur Digitalisierung in der Suchthilfe", LSSH Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein e.V. (Feb. 2020), Messestand
  • "Digital ist sozial!? Die digitale Transformation in der Sozialwirtschaft", TECHTIDE Konferenz zur Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft (Dez. 2019), Speed-Pitch
  • 58. DHS Fachkonferenz Sucht (Okt. 2019), #Suchthilfe#Digital , "Chancen der Digitalisierung bei Hilfen für besondere Zielgruppen: geflüchtete Menschen", Projektvorstellung und Forumsdiskussion
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