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ReVoKi – Wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts Resilienzförderung von Vorschulkindern in Kindertageseinrichtungen

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief
Status aktiv
Laufzeit 10.03.2020 – 31.12.2023
Themengebiete Kinderschutz, Soziale Psychatrie, Sozialwesen
Standort Paderborn
Institute Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie (igsp)

Projektbeschreibung

Erzieher_innen in Kitas erleben häufig, dass insbesondere Kinder mit einem psychisch belasteten oder erkrankten Elternteil Schwierigkeiten haben, sich zu integrieren und sich altersgemäß zu entwickeln. Oftmals sind sie zurückgezogen und können ihr Verhalten nur schlecht steuern. Es wäre wünschenswert, diese Kinder gezielter zu unterstützen und ihre Resilienz zu fördern. Doch fehlen hierzu Methoden, Konzepte sowie Ansätze, besonders für die Zielgruppe der Drei- bis Sechsjährigen. Bislang gibt es kaum Praxisprojekte, in denen Lösungsansätze umgesetzt und erprobt wurden. Diesen Bedarf soll das Forschungsprojekt ReVoKi decken.

Das Projekt fußt auf zwei Säulen:

In Kitas wird ein resilienzförderndes Programm mit dazugehörigen Materialien sowie Schulungen der Erzieher_innen entwickelt und erprobt werden. Um nicht zu stigmatisieren, sind alle Kinder in den teilnehmenden Kitas im relevanten Alter eingeladen, an dem Programm teilzunehmen. Das zugrundeliegende Konzept der Resilienz beschreibt eine psychische Robustheit oder auch Widerstandsfähigkeit und kann als „positive Entwicklung unter ungünstigen Lebensumständen“ definiert werden. Resilienz bedeutet im jüngeren Lebensalter, dass persönliche oder soziale Risiken die Kinder nicht ‚aus der Bahn‘ werfen, sondern diese relativ unbeschadet mit Belastungen (Krisen, Krankheiten u. ä.) umgehen können.

In einem zweiten Schritt sollen die Kinder präventiv gestärkt werden, indem die Erziehungs- und Beziehungskompetenzen sowie die Resilienz der Eltern durch begleitende Elternabende und Schulungen in den Kitas gefördert werden. Hierzu werden innerhalb des Modellprojektes Konzepte für Elternabende entwickelt und getestet.

In den Schulungen soll thematisiert werden, welche Faktoren ein gesundes Aufwachsen von Kindern auch unter schwierigen Bedingungen fördern und welche elternseitigen Einstellungen, Fertigkeiten und Handlungen einen positiven Einfluss ausüben. Daneben wird auf eine verbesserte Stressbewältigung der Eltern eingegangen.

Angesprochen werden alle Eltern von Kita-Kinder im Vorschulalter, um einer Stigmatisierung und Exklusion belasteter Eltern aktiv entgegenzuwirken. Beteiligt sind insgesamt vier Modellregionen: Duisburg, Köln, Solingen und Paderborn mit jeweils drei Kitas, in denen das Resilienzförderungsprogramm jeweils zweimal durchgeführt wird. Begonnen hat das Projekt mit einer Schulung der am Programm teilnehmenden Erzieher_innen zum Thema Resilienz Mitte März 2021. Die Umsetzung des zehnwöchigen Resilienzförderprogramms mit den Kindern erfolgte zum ersten Mal nach den Sommerferien 2021. Zu dem Zeitpunkt fanden auch begleitende Elternabende statt, um die Eltern in ihrer Beziehungs- und Erziehungskompetenz zu stärken und für die familiäre Resilienz zu sensibilisieren. Außerdem unterstützen in allen vier Modellregionen Netzwerker_innen beratend in schwierigen Situationen und bieten regelmäßige Sprechstunden für Eltern und Erzieher_innen an.

Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes umfasst eine kontinuierliche Beratung des Projektteams, die wissenschaftliche Begleitung bei der Entwicklung des eigentlichen Programms sowie die Evaluation der Prozesse und der Wirkungen mit Hilfe quantitativer und qualitativer Methoden. Die Evaluation findet vor, während und nach der Durchführung des Resilienförderungsprogramms statt. Studierende des Masterstudiengangs mit dem Schwerpunkt gesundheitsbezogene Soziale Arbeit sind als Wissenschaftliche Hilfskräfte und – nach Studienabschluss – als Wissenschaftliche Mitarbeiter_innen am Projekt beteiligt. Forschungsseminararbeiten und Masterthesen sowie ein konkretes Promotionsvorhaben sind Teil der Anbindung an das Studium.

Das Projekt wird vom Dachverband Gemeindepsychiatrie e. V. und seinen regionalen Trägerorganisationen durchgeführt. Gefördert wird es von der Stiftung Wohlfahrtspflege des Landes NRW.

Prof. Dr. Martin Hörning

Dekan / Professor für Sozialmedizin Paderborn, Sozialwesen

Prof. Dr. Albert Lenz

a.lenz(at)katho-nrw.de

Anke Meinhardt

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie Paderborn, Sozialwesen
  • Stiftung Wohlfahrtspflege NRW
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