7. Sommerhochschule Kinderschutz: katho-Studierende diskutieren „Beziehungsstatus: Krise"
Die Sommerhochschule Kinderschutz, alle zwei Jahre veranstaltet von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren in Kooperation mit einer Hochschule für Soziale Arbeit, widmete sich diesmal der Frage, wie Fachkräfte auch in konflikthaften und krisenbelasteten Situationen in Verbindung mit Kindern, Jugendlichen und Eltern bleiben können. Neben Fachvorträgen und rund 40 Workshops von Fachkräften aus der Praxis sowie Lehrenden aller beteiligten Hochschulen zu Themen wie Inobhutnahme, Trennung und Scheidung, Qualitätsentwicklung oder Digitalisierung im Kinderschutz standen auch Besuche in münsteraner Einrichtungen auf dem Programm.
Gute Vor- und Nachbereitung
Eingebettet war die Teilnahme der katho-Studierenden in ein eigenes Seminarkonzept: In einem Vorbereitungsseminar näherten sie sich bereits ab Juli dem Themenfeld Kinderschutz über konkrete Fallarbeit an, wie z. B. über die Bearbeitung einer im Jugendamt eingehenden Gefährdungsmeldung. Nach der Tagung kamen die Studierenden zu einer Nachbereitung zusammen. In einem Worldcafé trugen sie ihre Erkenntnisse aus Workshops, Vorträgen und Praxisbesuchen entlang eigener thematischer Schwerpunktsetzungen zusammen und reflektierten gemeinsam, was sie aus den drei Tagen mitnehmen.
Wissenschaftlicher Beitrag der katho
Einen wissenschaftlichen Beitrag zum Programm leisteten Prof.in Dr.in Judith Haase und Prof.in Dr.in Eva Stuckstätte mit ihrem Workshop „Zugang finden – auch bei Widerstand, Unfreiwilligkeit und ‚fehlender Motivation'“. Im Zentrum der Workshops stand die Frage, wie professioneller Handlungsauftrag und die Interessen von Familien im Spannungsfeld von Angebot und Eingriff, Freiheit und Zwang zusammengebracht werden können – mit dem Ziel, eine ablehnende Haltung von Klient_innen nicht als Hindernis, sondern als Ausgangspunkt für einen gelingenden Hilfeprozess zu verstehen.
Aktuelle Themen im Kinderschutz
Die abschließende Reflexion der Studierenden repräsentierte die Bandbreite der aktuellen Themen im Kinderschutz: von der Forderung, Kinder und Jugendliche mit Behinderungen konsequenter im Kinderschutz mitzudenken, über die Grenzen kindlicher Partizipation in Kinderschutzverfahren bis hin zur Qualitätsentwicklung im Kinderschutz und den noch unbeantworteten Fragen rund um Kinderschutz im digitalen Raum. Die Sommerhochschule bot den Studierenden damit nicht nur fachliche Impulse, sondern auch die Gelegenheit, sich mit Fachkräften, aber auch Studierenden und Lehrenden anderer Hochschulen zu vernetzen.
Text: Prof.in Dr.in Judith Haase
Foto: Annabel Ahrens
KONTAKT
Prof. Dr. Eva Christina Stuckstätte
Professorin
Münster, Sozialwesen
Prof. Dr. Judith Haase
Beauftragte für den Bereich Praxis & Supervision (Soz. Arbeit) / Representative for the area of practice & supervision (social work)
Münster, Sozialwesen