CARS & CASA: Internationale Fachgesellschaft für Antisemitismusforschung in Haifa gegründet
Im Rahmen der internationalen Konferenz „Contemporary Antisemitism 2026“ (7. bis 9. Juli 2026) an der Universität Haifa, an der über 500 Wissenschafter_innen teilgenommen haben, wurde mit der Contemporary Antisemitism Studies Association (CASA) eine neue internationale wissenschaftliche Fachgesellschaft gegründet. Bereits zum Zeitpunkt ihrer Gründung vereint CASA mehr als 150 Wissenschaftler_innen aus zahlreichen Ländern und versteht sich als globales Netzwerk zur Erforschung des gegenwärtigen Antisemitismus.
Gründungsinitiative ging von CARS-Kooperationspartnern aus
Die Initiative zur Gründung ging von den CARS-Kooperationspartnern London Center for the Study of Contemporary Antisemitism, Comper Center for the Study of Antisemitism and Racism (Haifa) und dem Gratz College in Philadelphia aus. Bei der Konferenz in Haifa wurde bekannt gegeben, dass Prof. Dr. Stephan Grigat, Leiter des Centrums für Antisemitismus- und Rassismusstudien [CARS] an der katho, als Founding Member in das Advisory Council von CASA berufen wurde, gemeinsam mit international renommierten Forscher_innen wie beispielsweise Deborah Lipstadt, Dina Porat, Jan Grabowski und Jeffrey Herf.
CARS-Mitglieder mit Moderation und Vortrag vertreten
Stephan Grigat moderierte und kommentierte bei der Konferenz als Chair und Respondent das Panel „Iran and the Gulf“, bei dem u. a. vom Kooperationspartner des CARS, dem Mideast Freedom Forum Berlin (MFFB), ein Paper zu „German-Iranian Academic Relations, Antisemitism and the Limits of Academic Freedom“ präsentiert wurde. Zudem präsentierte Matheus Hagedorny, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des CARS und Leiter des Projekts „IBAS – Israelbezogenem Antisemitismus an Hochschulen entgegentreten“, seinen Vortrag „Ambivalent Projections: The New Right's Discourse on Israel and Islam in Germany“, in dem er die Israel- und Islambilder der Neuen Rechten in Deutschland analysierte.
Erste dauerhafte internationale Fachgesellschaft zur Erforschung des gegenwärtigen Antisemitismus
Mit CASA entsteht erstmals eine dauerhaft angelegte internationale Fachgesellschaft, die Forschende unterschiedlicher Disziplinen und theoretischer Perspektiven zusammenführt. Ziel ist es, die wissenschaftliche Erforschung des zeitgenössischen Antisemitismus institutionell zu stärken, internationale Forschungskooperationen auszubauen, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern sowie den Austausch zwischen Forschung und gesellschaftlicher Praxis zu intensivieren. Geplant sind unter anderem jährliche Fachkonferenzen, thematische Forschungsgruppen, wissenschaftliche Seminare, eine neue wissenschaftliche Fachzeitschrift, eine Buchreihe, ein internationales Forschungszentrum sowie Fellowship-Programme.
Neue Möglichkeiten für das CARS durch CASA-Gründung
Mit der Gründung von CASA gewinnt die internationale Antisemitismusforschung eine dauerhafte wissenschaftliche Plattform. Für das CARS ergeben sich daraus neue Möglichkeiten, bestehende Kooperationen auszubauen, internationale Forschungsprojekte voranzutreiben sowie den wissenschaftlichen Austausch im Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus weiter zu intensivieren.