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Deutschland, einig Vaterland!? – Studienreise nach Leipzig

„Deutschland, einig Vaterland? Soziale Ungleichheiten in West und Ost!?“ Unter dieser Leitfrage fuhren 20 Studierende der Sozialen Arbeit vom Standort Köln gemeinsam mit Prof. Dr. Sebastian Wen vom 9. bis zum 13. Juni 2026 auf Studienreise nach Leipzig. Die Reise setzte das gleichnamige BASA M3/4 Seminar zu sozialen Ungleichheiten in sowie zwischen Ost und West fort.

Wie wurde Soziale Arbeit im Umbruch der Wende organisiert und vor welchen Herausforderungen steht sie heute? Austausch mit Oliver Reiner im Garten des soziokulturellen Zentrums „Die Villa“

Die Studierendengruppe erkundete zunächst zentrale Orte der friedlichen Revolution von 1989/90, etwa die Nikolaikirche, den Augustusplatz und die Thomaskirche. Unter der Begleitung von Rainer Müller, der als Historiker und Zeitzeuge berichtete, wurde die Geschichte vielseitig erlebbar. 

Gedenkstätten: „Runde Ecke“, Zeitgeschichtliches Forum und Stasi-Bunker

Im Anschluss informierte sich die Gruppe über die Struktur und Arbeitsweise der Staatssicherheit der DDR in der Gedenkstätte „Runde Ecke“. Abgerundet wurden die vielfältigen Informationen durch geführte Besichtigungen im „Zeitgeschichtlichen Forum“, das sich als Pendant zum „Haus der Geschichte“ in Bonn insbesondere mit der DDR-Geschichte vor und nach der Wende beschäftigt, und im ehemaligen Stasi-Bunker in Machern, der getarnt im Leipziger Umland im Ernstfall die Arbeit der Stasi weiter gewährleisten sollte. 

Stadtführung Leipzig‑Grünau und soziale Projekte vor Ort

Darüber hinaus befasste sich die Gruppe mit der Ost-West Thematik aus spezifisch sozialarbeitswissenschaftlicher Perspektive. So organisierten die Studierenden im Rahmen des Seminars eigenständig eine Stadtführung mit Fokus auf soziale Projekte durch das Plattenbauviertel Leipzig-Grünau. In diesem Zuge führte der Leipziger Sozialarbeiter Philipp Sennholz die Gruppe durch das Soziokulturzentrum „Heizhaus“, das in vielfältigster Form offene Jugendarbeit im Stadtteil betreibt. Schließlich besuchte die Gruppe das soziokulturelle Zentrum „Die Villa“, eines der ersten sozialarbeiterischen Nachwendeprojekte in Leipzig. Dort diskutierte sie gemeinsam mit dem Geschäftsführer Oliver Reiner die Auswirkungen der spezifischen Sozialstruktur in den neuen Bundesländern auf sozialarbeiterische Projekte. 

Reflexion: Praxis mit Theorie verknüpfen

Zwischendurch gab es wiederholt Reflexionen, die das praktisch Erlebte vor Ort mit den theoretischen Inhalten der Seminareinheiten in Köln rückgebunden haben. In diesem Rahmen wurde die Relevanz soziologischer Themen für die Soziale Arbeit sehr praxisnah erfahrbar.

Eindrücke aus Leipzig

Eine Gruppe von Personen steht im Halbkreis vor einer steinernen Kirchenfassade; eine Person hält ein Blatt und spricht, die anderen hören zu. Stadtrundgang „Auf den Spuren der friedlichen Revolution“ mit Rainer Müller
Mehrere Personen sitzen in einem Innenraum und hören einer stehenden Person zu, die vorne neben einem weißen Lieferwagen/Imbisswagen spricht. Diskussion im zeitgeschichtlichen Forum zur Rolle der Staatssicherheit für die Stabilisierung des SED Regimes
In einem Ausstellungsraum steht links eine Person hinter einem Tisch mit historischer Telefon- und Vermittlungstechnik und zeigt ein Gerät; rechts betrachtet eine kleine Gruppe von Besuchenden die Schaltfelder, auf dem Tisch liegt ein altes Telefon. Im Stasi Bunker Machern, 20km vor den Toren Leipzigs.
Auf einem von Bäumen umgebenen Basketballplatz steht eine kleine Gruppe von Menschen verteilt; einige unterhalten sich, andere schauen zu einem offenen Stand mit bunten Bildern im Hintergrund. Studentisch organisierte Stadtführung mit Fokus auf soziale Projekte durch Leipzig Grünau. Hier vor dem Soziokulturzentrum Heizhaus.
Prof. Dr. Sebastian Wen

Kontakt

Prof. Dr. Sebastian Wen

Professor für Soziologie

Köln, Sozialwesen

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