Deutschland, einig Vaterland!? – Studienreise nach Leipzig
Die Studierendengruppe erkundete zunächst zentrale Orte der friedlichen Revolution von 1989/90, etwa die Nikolaikirche, den Augustusplatz und die Thomaskirche. Unter der Begleitung von Rainer Müller, der als Historiker und Zeitzeuge berichtete, wurde die Geschichte vielseitig erlebbar.
Gedenkstätten: „Runde Ecke“, Zeitgeschichtliches Forum und Stasi-Bunker
Im Anschluss informierte sich die Gruppe über die Struktur und Arbeitsweise der Staatssicherheit der DDR in der Gedenkstätte „Runde Ecke“. Abgerundet wurden die vielfältigen Informationen durch geführte Besichtigungen im „Zeitgeschichtlichen Forum“, das sich als Pendant zum „Haus der Geschichte“ in Bonn insbesondere mit der DDR-Geschichte vor und nach der Wende beschäftigt, und im ehemaligen Stasi-Bunker in Machern, der getarnt im Leipziger Umland im Ernstfall die Arbeit der Stasi weiter gewährleisten sollte.
Stadtführung Leipzig‑Grünau und soziale Projekte vor Ort
Darüber hinaus befasste sich die Gruppe mit der Ost-West Thematik aus spezifisch sozialarbeitswissenschaftlicher Perspektive. So organisierten die Studierenden im Rahmen des Seminars eigenständig eine Stadtführung mit Fokus auf soziale Projekte durch das Plattenbauviertel Leipzig-Grünau. In diesem Zuge führte der Leipziger Sozialarbeiter Philipp Sennholz die Gruppe durch das Soziokulturzentrum „Heizhaus“, das in vielfältigster Form offene Jugendarbeit im Stadtteil betreibt. Schließlich besuchte die Gruppe das soziokulturelle Zentrum „Die Villa“, eines der ersten sozialarbeiterischen Nachwendeprojekte in Leipzig. Dort diskutierte sie gemeinsam mit dem Geschäftsführer Oliver Reiner die Auswirkungen der spezifischen Sozialstruktur in den neuen Bundesländern auf sozialarbeiterische Projekte.
Reflexion: Praxis mit Theorie verknüpfen
Zwischendurch gab es wiederholt Reflexionen, die das praktisch Erlebte vor Ort mit den theoretischen Inhalten der Seminareinheiten in Köln rückgebunden haben. In diesem Rahmen wurde die Relevanz soziologischer Themen für die Soziale Arbeit sehr praxisnah erfahrbar.
Kontakt
Prof. Dr. Sebastian Wen
Professor für Soziologie
Köln, Sozialwesen