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Die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen trauert um ihren Kollegen und ehemaligen Rektor Prof. Dr. Peter Berker

Am Mittwoch, den 1. Dezember 2021 ist unser Kollege Peter Berker kurz nach seinem 69. Geburtstag gestorben. Peter Berker war seit 1990 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2017 Kollege in Münster und langjähriger Rektor der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen.

Prof. Dr. Peter Berker

Wir sind bestürzt und traurig; wir verlieren einen Menschen, der die Hochschule, das Kollegium und Studierende nachhaltig geprägt hat. Wir verlieren auch einen guten Freund und Wegbegleiter. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen beiden Söhnen mit Familie.

Peter Berker war warmherzig, aufrichtig und verlässlich. Er war da, wenn er gebraucht wurde, und half in Wort und Tat. Er war uneitel und überzeugend. Viele Worte mochte er nicht; präzise brachte er die Dinge mit wenigen Worten auf den Punkt. Er konnte Wichtiges von Unwichtigem trennen, in Debatten, in der Lehre und in der Wissenschaft.  

Peter Berker hat tatkräftig Verantwortung übernommen, wo es erforderlich war. So freundlich und ausgleichend er von Grund auf war, so konnte er um einer wichtigen Sache willen auch unmissverständlich und entschieden sein. Sein konsequentes Nachdenken und die Fähigkeit, gewohnte Denkmuster zu verlassen, waren anspruchsvoll und führten für die Hochschule zu neuen Einsichten und guten Entscheidungen. Mit dem ihm eigenen, hintersinnigen Humor konnte er heikle Situationen entschärfen, unaufgeregt, besonders dann, wenn es turbulent wurde. Er konnte nicht nur gut zuhören, sondern auch Kritik annehmen und über sich selbst lachen; er nahm sich selbst nicht so wichtig. Das machte ihn zu einem guten Pädagogen, Supervisor und Ratgeber.

Peter Berker war seit 1990 Professor für Erziehungswissenschaften an der Abteilung Münster; von 2005 bis 2009 leitete er den Weiterbildungsstudiengang Sozialmanagement und er hat den Master-Studiengang Supervision mitaufgebaut. In beiden lehrte er bis zuletzt. In der Lehre und in zahlreichen Publikationen vertrat er ein von den Erziehungswissenschaften ausgehendes Bildungsverständnis im Sinne von Lernen und Entwicklung, geprägt von einem tief humanistisch begründeten Menschenbild in der Linie von Rousseau über die Aufklärung bis hin zu Konzepten emanzipatorischer Erwachsenenbildung. Sein besonderes Interesse galt auch nach seiner Emeritierung der Geschichte von Erziehung und Bildung, der Literatur und Philosophie – besonders Erich Kästner und der pädagogischen Grundhaltung, die in dessen Werken zum Ausdruck kommt.

Er negierte keineswegs die Bedeutung von Forschung und Entwicklung, vertrat aber unmissverständlich seine Überzeugung, dass im Kern die Lehre die Identität unserer Hochschule ausmacht. Die Bildung und Ausbildung junger Menschen auf hohem Qualitätsniveau zu sichern, war für ihn die vorrangige Aufgabe der Hochschulleitung und aller Kolleginnen und Kollegen. Dabei lagen ihm neben der Wissensvermittlung die Förderung reflexiver Kompetenzen, die Persönlichkeitsentwicklung und praxisbezogene Fähigkeiten der Studierenden am Herzen.

Peter Berker war Experte und Generalist zugleich, kannte das Detail ebenso genau wie Grundlegendes und Allgemeines; seine Fachlichkeit war enorm reich an Facetten. Mit seinem Selbstverständnis als Pädagoge und Erziehungswissenschaftler engagierte er sich mit hoher Priorität für den sogenannten "Studienschwerpunkt", für eine Inter- und Transdisziplinarität der Sozialen Arbeit; fachbezogene Engstirnigkeit war ihm fremd. Zukunftsweisend war sein Einsatz für die Promotionsberechtigung der Hochschule, um die Lehre aus der eigenen Profession heraus vertreten zu können.

Selbstverwaltung und akademische Eigenständigkeit galten ihm als hohe Güter, für die er in all seinen Ämtern eintrat und die er selbst beispielhaft verkörperte. So war er von 1993 bis 1996 Prodekan und dann von 1996 bis 2000 Dekan der Abteilung Münster. Als Rektor leitete er in drei Amtszeiten zunächst von 2000 bis 2004 und dann von 2010 bis 2016 die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen mit ihren vier Standorten.

Länger als wohl alle anderen hat sich Peter Berker in Leitungsaufgaben engagiert und damit ein starkes Zeugnis seiner Verbundenheit mit dieser Hochschule gegeben.

Darüber hinaus ist er für die Interessen der kirchlichen Hochschulen in den überregionalen Gremien, im Wissenschaftsrat und in der Hochschulpolitik eingetreten. Zweimal (2003 bis 2004 und 2013 bis 2015) war er im Vorstand der Landesrektorenkonferenz und auch 2001 bis 2002 Präsident der damaligen Rektorenkonferenz kirchlicher Fachhochschulen. Dabei lag sein Fokus sowohl auf der akademischen Weiterentwicklung wie auf der Frage nach dem kirchlichen/katholischen Profil.

Als Kolleg_innen und Freund_innen bleibt in unserer Erinnerung sein aufrichtiges und warmherziges Wesen.

 

Prof. Dr. Hans Hobelsberger, Rektor

Bernward Robrecht, Kanzler und Geschäftsführer

und das Kollegium der Abteilung Münster

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