Fachtag Ausbildungssupervision: Scharnier zwischen Theorie und Praxis
An der Veranstaltung nahmen insgesamt 80 Personen teil. Vertreten waren 13 Supervisor_innen, 10 Lehrende, 20 Praxisanleitungen sowie Studierende des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit. Damit waren alle an der Praxisphase beteiligten Statusgruppen präsent und in den fachlichen Austausch eingebunden. Im Fokus des Fachtags stand die Frage, welche Funktion Ausbildungssupervision im Professionalisierungsprozess der Sozialen Arbeit einnimmt.
Praxisphase als komplexer Lernort
Die 100-tägige Praxisphase wurde als mehrdimensionaler Lernraum beschrieben, in dem sich fachliche Anforderungen, organisationale Erwartungen und persönliche Entwicklungsprozesse überlagern. Professionalisierung entsteht dabei nicht allein durch Erfahrung, sondern durch deren systematische Reflexion.
In der einführenden Keynote wurde Ausbildungssupervision als verbindendes Element zwischen Theorie und Praxis eingeordnet. Sie eröffnet einen strukturierten Rahmen, in dem Praxiserfahrungen rekonstruiert, differenziert und in fachliche Zusammenhänge eingeordnet werden können. Reflexion wurde dabei als konstitutive Voraussetzung professionellen Handelns hervorgehoben.
Perspektivenvielfalt im Austausch
In gemischten Arbeitsgruppen setzten sich die Teilnehmenden mit der Einstiegsfrage „Ein typischer Tag in den 100 Tagen Praxis“ auseinander. Ziel war es, unterschiedliche Rollenperspektiven sichtbar zu machen und ein vertieftes gegenseitiges Verständnis zu fördern. In einer anschließenden vertiefenden Phase wurden zentrale Herausforderungen gesammelt, geordnet und strukturiert. Dabei traten insbesondere Spannungen zwischen Ausbildungs- und Arbeitslogik, unklare Erwartungsstrukturen, Fragen der Verantwortungsübernahme sowie Unsicherheiten in Übergangssituationen hervor.
Die anschließende Arbeit in Statusgruppen diente der differenzierten, rollenspezifischen Einordnung der identifizierten Themen. Im Plenum wurden die Ergebnisse zusammengeführt, systematisiert und im Hinblick auf mögliche Weiterentwicklungen der Praxisphase reflektiert.
Ausbildungssupervision als strukturelles Element
Der Fachtag verdeutlichte, dass Ausbildungssupervision als integraler Bestandteil der Ausbildungsarchitektur zu verstehen ist, der die Verbindung von Praxiserfahrung, theoretischer Einordnung und beruflicher Identitätsentwicklung strukturell absichert.
Unter dem Leitmotiv, die unterschiedlichen Statusgruppen „gefragt, gesehen und gehört“ werden zu lassen, leistete die Veranstaltung einen Beitrag zur weiteren Qualitätsentwicklung der Praxisphase am Standort Paderborn.
Verantwortlich für die Konzeption und Durchführung war Prof. Dr. Julia Bloech. Gemeinsam mit der Supervisorin Dr. Regina Heimann wurde die Veranstaltung inhaltlich gestaltet und fachlich begleitet.
Kontakt bei Rückfragen
Prof'in Dr. Julia Bloech
Professorin
Paderborn, Sozialwesen