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Fachtag MehrWert Sozial! in Kerpen: Wie lässt sich der Strukturwandel im Rheinischen Revier sozial gestalten?

Diese Frage diskutierten am 23. Mai 2022 über 100 Gäste aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft online und in Präsenz in der Jahnhalle in Kerpen. Alle waren sich einig: Ohne die Berücksichtigung der sozialen Dimension des Strukturwandels geht es nicht. Der Fachtag war der Auftakt der Kampagne MehrWert Sozial!.

Podiumsdiskussion mit Karin Jazra (Moderation), Dr. Michael Ziemons, Ursula Hensen, Max Holzer und Prof. Dr. Hans Hobelsberger.

Prof.in Dr.in Silvia Hamacher bei ihrem Vortrag "Strukturwandel gestalten - die gesellschaftliche und soziale Transformation gemeinschaftlich entwickeln!".

Bei der Podiumsdiskussion waren Beteiligungsformate ein zentrales Thema.

Prof. Dr. Hans Hobelsberger bei der Podiumsdiskussion.

In Vorträgen, Diskussionsrunden und Gesprächen zeigte die Veranstaltung, dass der Strukturwandel nur gelingen kann, wenn die Menschen vor Ort von Anfang an mit eingebunden sind. „Es ist notwendig, den Wandel mitzugestalten, selbst aktiv zu werden und aus der Zuschauerposition herauszukommen!“, machte Prof. Dr. Hans Hobelsberger, Rektor der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho), gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich. Der Geschäftsführer der Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR), Bodo Middeldorf, unterstrich diese Aussage: „Wir müssen die Menschen mitnehmen und ihnen deutlich machen, dass wir uns gemeinsam auf den Weg machen mit einer guten Perspektive und mit neuen Chancen!“

Nachdem Prof.in Dr.in Silvia Hamacher, katho, den Strukturwandel und seine soziale Transformation wissenschaftlich eingeordnet hatte, zeigte Dr. Michael Ziemons, Dezernent für Soziales, Gesundheit und Digitalisierung der StädteRegion Aachen, in seiner Präsentation die Herausforderungen nachhaltiger Regionalentwicklung in der Praxis auf. Ein Problem sei, dass die neu geschaffenen Arbeitsplätze meist nicht mehr dem ursprünglichen Niveau der durch den Strukturwandel wegfallenden Stellen entsprächen.
 

Beteiligung als zentrales Instrument

Die Gäste in der abschließenden Podiumsdiskussion waren sich einig, dass die Beteiligung von Menschen ein essentieller Bestandteil des Strukturwandels sein müsse: „Menschen wollen mitreden. Man darf nicht über sie reden“, erklärte Ursula Hensen, Geschäftsführerin der Diakonie des Kirchenkreises Jülich mit Nachdruck.

Dass die Junge Generation dabei nicht vergessen werden darf, betonte Max Holzer, Vorsitzender des Landesjugendrings NRW: „Wichtig ist eine echte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Es bringt nichts, wenn am Ende mit den Ergebnissen einer Beteilung nichts passiert und diese nicht umgesetzt werden“, so Holzer.
 

Soziale Förderprojekte schwierig umzusetzen

Es gibt viele Ideen, wie sich der Strukturwandel sozialer gestalten ließe. Das Problem sei die derzeitige Projektkultur: „Wie bringt man die soziale Dimension in ein überprüfbares, handhabbares Förderprojekt? Dies ist in Anträgen kaum möglich“, so Hobelsberger. Aus diesem Grund müsse auch die Förderlogik neu gedacht werden, damit soziale Projekte in der Antragsstellung gleichberechtigt berücksichtigt und paritätisch finanziert werden.
 

Fachtag als Auftakt der Kampagne

Der Fachtag wurde vom Transfernetzwerk Soziale Innovation – s_inn als Teil des Netzwerks „MehrWert Sozial! Das Netzwerk im Rheinischen Revier“ organisiert. Das 2021 ins Leben gerufene Netzwerk vereint Sozialverbände, Bildungsträger und die katho mit weiteren Interessensgruppen des Rheinischen Reviers. Ziel dieser Vereinigung ist es, die Politik auf die soziale Dimension des Strukturwandels aufmerksam zu machen und den Mehrwert sozialer Themen in den Fokus zu rücken. Aus der multidimensionalen Expertise und Erfahrung des Netzwerks heraus soll somit der Boden für eine soziale Transformation, eine gleichberechtigte Förderkulisse für soziale Projekte und somit mehr Partizipation von Bürger_innen im Rheinischen Revier bereitet werden. Nach dem Auftakt mit dem Fachtag folgen weitere Aktionen, um das gesteckte Ziel zu erreichen.
 

Vorträge online verfügbar

Interessierte können sich die Vorträge des Fachtags in einigen Tagen online unter folgender Adresse ansehen:

Soziales Transfer katho Aachen Nachbericht
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