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| Köln,

Gemeinsam über den Berg - katho trägt zur Woche der seelischen Gesundheit in der Familie bei

Bei der Woche der seelischen Gesundheit in der Familie beteiligte sich der Fachbereich Sozialwesen der katho in Köln mit dem Transfernetzwerk Soziale Innovation – s_inn und dem Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie mit einem digitalen Workshop. Etwa 40 Teilnehmende tauschten sich nach zwei Impulsvorträgen angeregt über Resilienzförderung aus.

Prof. Dr. Karla Verlinden erläuterte in ihrem Impulsvortrag das multisystemische Modell der Resilienz und wies auf internale und externale Risikofaktoren von Kindern aus psychisch belasteten Familien hin.

Der Begriff "Resilienz" wird unter anderem als das Gegenteil von Verwundbarkeit angesehen, wie aus dem digitalen Workshop hervorging.

Prof. Dr. Michael Obermaier stellte verschiedene Interventionen und aktuellen Forschungspublikationen in Verbindung mit den daraus resultierenden Empfehlungen für Präventionsangebote vor.

Die enorme Belastungsdichte von Kindern psychisch belasteter Eltern war viel zu lange ein Randthema in Wissenschaft, Praxis und Öffentlichkeit. Jedoch: Kinder aus psychisch belasteten Familien sind deutlich mehr Stressoren ausgesetzt als Kinder aus psychisch gesunden Familien.

Mit dieser Annahme starteten Prof. Dr. Karla Verlinden und Prof. Dr. Michael Obermaier (beide katho) gemeinsam mit Tristan Steinberger (Transfernetzwerk Soziale Innovation) die Onlineveranstaltung mit dem Titel: „Gesundheits- und Resilienzförderung von Kindern aus psychisch belasteten Familien“ im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit. Unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn stand die Woche der seelischen Gesundheit dieses Jahr unter dem Motto „Gemeinsam über den Berg – Seelische Gesundheit in der Familie“.

Im Rahmen der Veranstaltung referierte Prof. Dr. Karla Verlinden zum Einstieg über den Begriff der Resilienz, welcher unter anderem „als das Gegenteil von Verwundbarkeit“ angesehen wird. Des Weiteren erläuterte sie das multisystemische Modell der Resilienz und wies auf internale und externale Risikofaktoren von Kindern aus psychisch belasteten Familien hin. Im Anschluss folgte die Darstellung mehrerer Konzepte der Familienresilienz, welche den indivudalisierten Blick auf Resilienz erweitert. Anschließend wurde ein kritischer Blick auf die Möglichkeiten von Resilienzförderung eröffnet, welche vor allem auch eine gesamtpolitische Verantwortung der Gesellschaft beinhalten sollten. Bei der Planung einer Förderung konkreter Schutzfaktoren gehe es vor allem darum, die verfügbaren Ressourcen des Individuums/der Familie einzubeziehen und eine Kontextanalyse vorausgehend zu initiieren, wobei auch normativ aufgeladene „Scheinziele“ der Gesellschaft, welche nicht immer auch die Entwicklungssziele des Individuums/der Familie sind, mitgedacht werden müssen. Letztendlich sei das oberste Ziel von Resilienzförderung die Herstellung sozialer Gerechtigkeit und der Abbau von Marginalisierungsprozessen, so Verlinden abschließend.

Ambivalenzen des Resilienzbegriffs

Im Anschluss an den ersten Impulsvortrag übernahm Prof. Dr. Michael Obermaier und warnte einführend vor den Ambivalenzen des Resilienzbegriffs. „Wenn das Individuum dem Stress nicht standgehalten hat, war es nicht resilient genug“ – eine solche Aussage darf und sollte nicht aus dem Konzept der Resilienzförderung abgeleitet werden. Neben einer systematisch-historischen Rahmung des Resilienzthemas zeigte ein Blick in die Statistik den Teilnehmenden die Häufigkeiten von psychischen Auffälligkeiten nach Alter und Geschlecht und vor allem den Zusammenhang der psychischen Auffälligkeiten mit dem Sozialstatus. Anschließend erörterte er neben grundlegenden Zugängen zur Resilienz ausgewählte pädagogische Maßnahmen, die es Kindern aus psychisch belasteten Familien ermöglichen, sich trotz der belasteten Entwicklungsbedingungen positiv zu entwickeln.

Im Anschluss daran ging es vertiefend um die Rolle von Prävention und Gesundheitsförderung in Bezug auf das Veranstaltungsthema mit besonderem Fokus auf Kinder. Abgerundet wurde der Input durch die Vorstellung verschiedener Interventionen und aktueller Forschungspublikationen in Verbindung mit den daraus resultierenden Empfehlungen für Präventionsangebote.

Gut gerüstet für angeregten Austausch

Durch die beiden Impulsvorträge starteten die Teilnehmenden gut gerüstet in den sich daran anschließenden Austausch. Die beiden Expert_innen der katho stellten sich ihren Fragen, und ein anregendes Gespräch mit wechselseitigem Input aus Praxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft rundete das sehr gelungene Format ab. Hierbei ging es speziell noch einmal über die Herausforderungen von Präventionsangeboten und Resilienzförderung und um die kurzfristige und langfriste Finanzierbarkeit von funktionierenden Maßnahmen. Schnell wurde klar, dass das Thema sowie eine Austauschplattform hilfreich und notwendig sind. Die Verantwortlichen sind sich sicher, dass sie schon bald weitere Formate zu diesem wichtigen Thema anbieten werden.

Ein Dank gilt allen Teilnehmenden für die vielfältigen Inputs und den spannenden Austausch.

Die Präsentation und weiterführende Links finden Sie auf der Veranstaltungsseite.

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