Graduiertenfeier: Vom ‚Irgendwas mit Menschen‘ zur professionellen Haltung
Mit diesem Spruch wirbt die katho für den Studiengang Soziale Arbeit. Am Ende des Studiums wird aus dem "irgendwas" eine professionelle Haltung.
Eröffnet wurde die Feier durch die katho-Band mit dem Adele-Song Love In The Dark.
Nach diesem musikalischen Einstieg begrüßte der Dekan Prof. Dr. Martin Spetsmann-Kunkel die ehemaligen Studierenden und gratulierte ihnen zu ihrem Abschluss. Er bedankte sich dafür, dass sich die Graduierten vor einigen Jahren für die katho als Studienort entschieden und dem Kollegium damit die Möglichkeit gegeben haben, sie auf ihrem Bildungsweg zu begleiten. Er sagte:
„Bemerkenswert finde ich Ihren Mut. Denn trotz der unzähligen Probleme und oft beschworenen Krisen in dieser Welt scheinen Sie nicht zu verzweifeln. Sie haben sich vielmehr dazu entschieden, als Sozialarbeitende diese Welt mitzugestalten und verändern zu wollen.“
Ein gemeinsamer Weg zur Sozialen Arbeit
Miriam Eishanzada, selbst Absolventin, sprach anschließend ein Grußwort für den AStA und das StuPa, die Gastgeber_innen jeder Graduiertenfeier sind. Sie erinnerte an die Heterogenität der ehemaligen Kommiliton_innen zum Studienstart, an die vielfältigen Lebens-, Familien- und Herkunftskontexte aus denen sie kamen und durch die sie geprägt waren und sind:
„Doch bei all den unterschiedlichen Erfahrungen gibt es etwas, das uns alle verbindet: die Entscheidung, Soziale Arbeit zu studieren. Jede und jeder von uns hatte dafür eigene Gründe. Aber im Kern steckt bei uns allen derselbe Wunsch: etwas zu verändern. […] Menschen zu unterstützen. Hoffnung zu geben. Einen Beitrag zu einer gerechteren, menschlicheren und solidarischeren Gesellschaft zu leisten. Dort hinzusehen, wo andere vielleicht wegsehen.“
Von der Werbung zur Professionalität: Die Festrede
Der gemeinsame Wunsch, Menschen zu unterstützen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, bildete zugleich die Brücke zum Thema der Festrede des Abends, die von Prof. Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld nach dem Musikstück Believer von Imagine Dragons gehalten wurde. Er stellte das Thema Mitmenschlichkeit in das Zentrum seiner Rede und ging dabei gleichermaßen auf die Profession Sozialer Arbeit wie die alltäglichen, ja alltagsprophetischen Zeugnisse des Miteinanders ein.
Dabei griff er die bekannte Werbebotschaft der katho auf: ‚Irgendwas mit Menschen‘. Mit diesem Spruch, auf einer Postkarte gedruckt, wirbt die Hochschule bei Studieninteressierten für den Studiengang Soziale Arbeit. Doch während dieser Spruch zu Beginn des Studiums vielleicht noch als lockere Beschreibung für eine vage Berufsvorstellung dienen mag, machte Feeser-Lichterfeld deutlich, am Ende eines Studiums darf aus dem ‚Irgendwas‘ keine Unbestimmtheit mehr sprechen: „‚Irgendwas mit Menschen‘, ja – aber bitte nicht irgendwie!“
Mitmenschlichkeit braucht Professionalität
Soziale Arbeit erfordere mehr als gute Absichten, betonte er. Fachlichkeit, kritische Reflexion und lebenslanges Lernen seien unverzichtbar. Professionelles Handeln, das sich Mitmenschlichkeit auf die Fahnen schreibt, bedeute außerdem, Menschen niemals zum Objekt eigener Vorstellungen zu machen:
„‚Mit Menschen‘ kann und darf nicht heißen, mit Menschen zu machen, was ich möchte oder meine, was diese Menschen bräuchten.“
Das Leitmotiv der Mitmenschlichkeit müsse vielmehr für Respekt und Anerkennung stehen. Diesen Respekt verdiene jedes Gegenüber – ohne Ausnahme und ohne Bedingung. Zur Verdeutlichung zitierte er den Theologen und Künstler Ralf Knoblauch: „Wir sind ständig in der Gefahr, an dieser Würde zu kratzen. Wir sind sehr schnell dabei, andere zu entwürdigen. Wir tun das bis in den Alltag hinein.“
Zum Abschluss seiner Rede warnte Feeser-Lichterfeld vor der naiven Formel ‚Der Mensch im Mittelpunkt‘. Denn aus dieser Denkweise werde allzu oft hemmungslose Ignoranz, Vernachlässigung und Ausbeutung nichtmenschlicher Natur abgeleitet. Sein Appell:
„Von daher mein letzter Wunsch an dieser Stelle: Nehmen Sie, nehmen wir doch bitte im Programmwort ‚Mitmenschlichkeit‘ das Präfix ‚Mit‘ so gewichtig wie notwendig – und beziehen es umfassend auf unsere Mitwelt.“
Urkunden, Musik und ein gemeinsamer Abschluss
Nach diesen mahnenden Worten betrat noch ein letztes Mal die katho-Band die Bühne: Hannes Zellmeier (Saxofon), Jessica Schellenberg (Klarinette), Jana Schwartz (Gesang), Tjorven Rahlf (Gesang) und Oskar Kobialka (Gitarre). Sie interpretierten den Song Déjà Vu von Olivia Rodrigo.
Prodekan Prof. Dr. Dominik Farrenberg dankte der Band und ihrer Leitung, Luca Esser, für ihr Engagement. Anschließend wurden die Absolvent_innen einzeln auf die Bühne gebeten und erhielten von ihm ihre Bachelor- bzw. Masterurkunden überreicht.
Zum Finale des Abends versammelten sich alle Graduierten noch einmal für ein Gruppenfoto auf der Bühne. Nach dem obligatorischen Hütewerfen ließen die Absolvent_innen, ihre Familien sowie die Lehrenden den Abend bei einem Empfang mit Sekt und Fingerfood gemeinsam ausklingen.