katho veröffentlicht Treibhausgasbilanz 2024
Die Treibhausgas-Bilanzierung folgt dem internationalen Standard des Greenhouse Gas Protocols und unterteilt die Treibhausgasemissionen in direkte und indirekte Quellen. Sie dient der Hochschule als Grundlage, um gezielt Klimaschutzmaßnahmen zu entwickeln, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die eigenen Nachhaltigkeitsziele messbar zu machen.
Was eine Treibhausgasbilanz leistet
Eine Treibhausgasbilanz ist mehr als eine einfache CO₂-Rechnung. Sie erfasst systematisch alle klimarelevanten Treibhausgasemissionen einer Organisation – von der Beheizung der Gebäude über den Stromverbrauch bis hin zu Dienstreisen und der Mobilität der Hochschulangehörigen. Für die katho ist diese Bilanz ein zentrales Steuerungsinstrument, um Transparenz über den eigenen ökologischen Fußabdruck zu gewinnen und wissenschaftlich fundierte Entscheidungen für eine nachhaltige Entwicklung der Hochschule zu treffen.
Die Erstellung der Bilanz erfolgte nach dem operationalen Kontrollansatz des Greenhouse Gas Protocols, der die Emissionen in drei Kategorien – sogenannte Scopes – unterteilt. Scope 1 umfasst direkte Emissionen, die unmittelbar aus den Aktivitäten der Hochschule resultieren, etwa durch die Verbrennung von Gas in Heizungsanlagen oder den Betrieb eigener Fahrzeuge. Scope 2 bezieht sich auf indirekte Emissionen, die durch den Bezug von Strom oder Wärme Dampf entstehen. Scope 3 schließlich erfasst alle weiteren indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, darunter Pendelverkehre, Dienstreisen, die Beschaffung von Gütern oder die Nutzung externer Server.
Gerade dieser dritte Bereich stellt für viele Organisationen eine besondere Herausforderung dar, da er oft den größten Anteil der Emissionen ausmacht – so auch bei der katho.
Stärken und Schwächen
Mit Emissionen von ca. 4.030 Tonnen CO₂-Äquivalenten im Jahr 2024 wird deutlich, dass der Löwenanteil der klimarelevanten Auswirkungen der katho auf die Mobilität zurückzuführen ist. Allein das Pendeln von Mitarbeitenden und Studierenden verursacht 3.905 Tonnen – das entspricht einem Anteil von 88 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen. Zum Vergleich: Der Energieverbrauch für Strom und Wärme, der in den Scopes 1 und 2 erfasst wird, macht zusammen nur knapp neun Prozent aus, ein echter Erfolg. So hat die katho in den vergangenen Jahren konsequent auf eine klimafreundliche Energieversorgung gesetzt. Drei der vier Standorte beziehen bereits Ökostrom, und auch das externe Rechenzentrum, das für die IT-Infrastruktur genutzt wird, wird mit erneuerbaren Energien betrieben. Am Standort in Münster kommt hinzu, dass die Wärmeversorgung des Neubaus über eine elektrische Wärmepumpe erfolgt, die mit Ökostrom betrieben wird – eine Kombination, die die CO₂-Bilanz deutlich entlastet. Die besonders gute Bilanz des Standorts in Münster ist zudem auch auf die verbreitete Nutzung von Fahrrädern und öffentlichem Nahverkehr unter Studierenden und Beschäftigten zurückzuführen. Zudem werden in den Bilanzen ab 2025 Photovoltaikanlagen in Köln und Münster den Anteil erneuerbarer Energien weiter erhöhen.
Doch gerade bei der Datenqualität und -vollständigkeit gibt es noch Verbesserungspotenzial. So wurden für die Bilanz 2024 nur die wichtigsten Scope-3-Bereiche erfasst, während andere relevante Emissionsquellen wie die Beschaffung von Büromaterialien, Möbeln oder Verbrauchsgütern sowie die Mensen und Cafeterien noch nicht berücksichtigt wurden. Hier plant die katho jedoch eine schrittweise Erweiterung, um in Zukunft ein noch genaueres Bild der eigenen Klimawirkung zu erhalten.
Ausblick: Konkrete Schritte für die Zukunft
Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse werden nun konkrete Projekte und Strategien entwickelt, um die Treibhausgasemissionen Schritt für Schritt zu reduzieren. Ein zentraler Ansatzpunkt wird die Mobilitätswende sein. Da das Pendeln den mit Abstand größten Anteil an den Gesamtemissionen hat, gilt es, Alternativen zum individuellen Autoverkehr zu fördern. Dazu gehören das Angebot eines Jobrads, die Nutzung einer Mitfahrplattform, die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur an den Standorten sowie die Stärkung digitaler Lehr- und Arbeitsformate, um Pendelwege zu verringern. Ein weiterer Schwerpunkt wird auf der Vervollständigung der Datengrundlagen liegen, insbesondere am Standort Paderborn.
Die katho hat mit dieser ersten Treibhausgasbilanz einen wichtigen Schritt getan – doch der eigentliche Test steht noch bevor: die jährliche Treibhausgasbilanz zu verstetigen und die Treibhausgasemissionen durch Umsetzung weiterer konkreter Klimaschutzmaßnahmen sukzessive zu reduzieren. Dass dies gelingen kann, zeigen bereits heute die Erfolge in Münster, wo nachhaltige Energiekonzepte und eine klimabewusste Mobilitätskultur Früchte tragen.
Kontakt
Dominik Schneider
Datenschutzbeauftragter, Referent für Nachhaltigkeitsmanagement
Köln, Dezernat I - Allgemeine Verwaltungsangelegenheiten
Pati Toups
Sekretariat der Geschäftsführung
Köln