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| Aachen,

Menschen ihre Rechte geben. Studientag zu Louis Lowy an der katho in Aachen.

Die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho), das Transfernetzwerk Soziale Innovation – s_inn, das Institut für Beratung und Supervision Aachen, die Gesellschaft für Social Groupwork und das Bildungsbüro der StädteRegion Aachen luden am 10.06.22 zum Studientag “Repair the world. Hoffnung, Demokratie, Menschenwürde von Louis Lowy lernen“ in die Aula der katho, Abt. Aachen, ein. Über 60 Teilnehmende wollten nicht nur zuhören, sondern kamen aktiv in den Austausch und prägten den Fachtag damit maßgeblich.

Ein Beispiel für Soziale Arbeit unter extremen Bedingungen: Studierende berichten über ihre Arbeit in Stolberg nach der Flutkatastrophe. (Foto: Karin Jazra)

Ein Vortrag auf dem Studientag. (Foto: Karin Jazra)

Gruppendiskussion während des Studientages. (Foto: Karin Jazra)

Die aktuellen Krisensituationen, Krieg in der Ukraine, Corona-Pandemie, Hochwasserkatastrophe oder die Vereinsamung durch die zunehmende Digitalisierung belasten viele Menschen. Wie Soziale Arbeit auch unter extremen Bedingungen zu einem gelingenden Alltag und zu mehr sozialer Gerechtigkeit beitragen kann, war Thema des Studientags, der ursprünglich bereits 2020 zu Ehren des 100. Geburtstag von Louis Lowys geplant war – aufgrund der Pandemie aber um zwei Jahre verschoben werden musste.

Orientierung bot den Teilnehmenden das Werk von Louis Lowy, das vormittags von Prof. Dr. Lorrie Greenhouse Gardella (The Life and Thought of Louis Lowy – Social Work Throughthe Holocaust) in ihrem fachlich wie emotional mitreißenden Vortrag in Erinnerung gebracht und nachmittags in verschiedenen Workshops vertieft wurde.

Pionier der Berufsentwicklung der Sozialen Arbeit

Als Verfolgter des NS-Regimes hat Lowy unter extremen Bedingungen im Ghetto Theresienstadt und dem Displaced Persons Camp in Deggendorf durch Gruppenarbeit und Gemeinwesenarbeit Räume geschaffen, die Hoffnung und Menschenwürde ermöglicht haben. Herausgestellt wurde dabei auch Lowys enge Verbindung zum Bildungsstandort Aachen: Nach dem Zweiten Weltkrieg unterstützte der Holocaustüberlende Lowy den Aufbau des Studiengangs für Soziale Arbeit an der katho in Aachen und brachte seine Ideen in das Aachener Curriculum für Social Groupwork und Supervision ein. Zentrale Werte Lowys sind dabei die Versorgung von Grundbedürfnissen, das Heilen von Leid, die Förderung von sozialer Teilhabe und das lebenslange Lernen.

Reges Podiumsgespräch rundet den Studientag ab

Im abschließenden Podiumsgespräch stellten Initiativen aus der Region vor, wie Soziale Arbeit und Pädagogik heute unter extremen Bedingungen Menschen unterstützen Ein Beispiel ist das nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 von Studierenden der katho betriebene Sozial-Zelt auf dem Willy-Brandt-Platz in Stolberg. Obaida Dehna und Kerstin Gutknecht berichteten davon, wie sie für die vom Hochwasser betroffenen Menschen eine niedrigschwellige Anlaufstelle mit ersten Hilfsangeboten für Antragstellungen oder soziale Beratung gewesen sind. „In dieser Krisensituation war es wichtig, für die Menschen da zu sein, Ihre Sorgen zu hören und ihnen zu ihren Rechten zu verhelfen“, so Professorin Marianne Genenger-Stricker, die die Studierenden begleitet hat.

Insgesamt also ein gelungener, multidirektionaler Transfer von Wissen und Wissenschaft.

News Soziales Transfer Aachen Nachbericht
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