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| Münster,

Mit viel „Herzblut“ geschrieben: Absolvent_innen stellen ihre Abschlussarbeiten vor

Am 08.06.2021 fand die diesjährige Herzblut-Veranstaltung der katho in Münster statt. „Herzblut“ ist ein Format, das von Studierenden für Studierende und Interessierte organisiert wird. Es dient dazu, Bachelor- oder Masterthesen von hoher Qualität und zu aktuell besonders gesellschaftsrelevanten Themen einen Raum zu bieten und diese der Öffentlichkeit vorzustellen.
Wie auch im vergangenen Jahr fand die Veranstaltung auch dieses Mal digital statt. Gemeinsam trafen sich die Vortragenden und die Interessierten über WebEx. Moderiert wurde „Herzblut“ von Adrian Smaza, aktuell Masterstudent an der Abteilung, der alle Teilnehmenden willkommen hieß und zunächst in den Ablauf des Abends einführte.

In diesem Jahr wurden vom Organisationskomitee aus den zahlreich eingereichten Vorschlägen die Bachelorthesen von Nadine Kanagarasa und Norman Popp ausgewählt. Im Anschluss an eine Kurzvorstellung der Themen konnten die rund 50 anwesenden Teilnehmer_innen entscheiden, welchem Vortrag + Diskussion sie im weiteren Verlauf folgen möchten.

Kanagarasas Thema lautete: „Der Beitrag der kritischen Weißseinsforschung zur Professionalisierungsdebatte in der Sozialen Arbeit“. Neben wissenschaftlich fundierten Begriffsklärungen und einer wissenschaftshistorischen Einordnung diskutierte sie in ihrem Vortrag, welche Rolle die Forschung zum kritischen Weißsein für die – in großen Teilen der konstruierten Gruppe der weißen* Mehrheit zugeordneten – Sozialarbeitenden im Studium, der Praxis sowie der Forschung und Theoriebildung einnehmen kann und sollte. Eine Reflexion der eigenen Privilegien und dem damit einhergehenden Profitieren von struktureller Benachteiligung bis hin zur Diskriminierung von Schwarzen*, Indogenen* und People of Colour wurden sowohl in der Lehre und im Alltag der Sozialarbeitenden, als auch in der allgemeinen gesellschaftlichen Öffentlichkeit gefordert. Auch die anschließende Diskussion vertiefte diese Forderungen nach einer haltungsprägenden Reflexion eigener Zugehörigkeiten zu einer Mehrheit.
Sowohl die Grundlagen, die Transferleistungen zur beruflichen Identität als auch die aktive Teilnahme am Diskurs bewiesen die diskursiven Kompetenzen von Nadine Kanagarasa. Themen und Erkenntnisse der kritischen Weißseinsforschung können so einerseits haltungs- und handlungsleitend für die Praxis sozialer Professionen sein, ebenso aber auch Ausbildungsinhalt im Studium. Im Rahmen der anschließenden Diskussion wurde von Studierenden unter anderem der Wunsch benannt, dieses Thema künftig auch stärker in der Lehre wiederzufinden. Prodekan Prof. Dr. Johannes Nathschläger, der als Betreuer der Arbeit von Nadine Kanagarasa ebenfalls anwesend war, versprach, diesen Wunsch weiterzutragen und auch die Kooperation mit Praxiseinrichtung die hierzu bereits arbeiten, weiter zu vertiefen.

Parallel dazu stellte in einem weiteren digitalen Raum Norman Popp seine Thesis mit dem Titel „Der Transitionprozess zur Trans:Frau - Umgang mit Transidentität innerhalb der eigenen Familie“ vor. Nach einer sehr lobenden Einleitung durch die Erstgutachterin der Arbeit, Prof’in Dr. Marion Menke, lieferte Norman Popp zu Beginn wichtige Begriffserklärungen und Definitionen, um den Zuhörenden den Einstieg in das Thema zu vereinfachen. Im Anschluss schaffte der Autor es, während seines Vortrages einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Themen der Transidentität zu ermöglichen. So berichtete er vor allem von der Lebenswelt von Trans:Frauen und den damit verbundenen zahlreichen Herausforderungen sowie Herausforderungen für die jeweilige Familie.
Auch widmete er sich den Aufgaben von Sozialarbeiter*Innen die in diesem Bereich mehr Aufklärungsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten sowie politisches Engagement zu zeigen haben. Die im Anschluss seines Vortrages angeregte Diskussion, vor allem über die Haltung als Mensch und Sozialarbeiter*in, hat die Zuhörenden tief beeindruckt und die Sensibilität der Zuhörenden zum Thema gestärkt. Im weiteren Ausblick zeigte sich auch hier, dass das Thema der Transidentität und deren Begleitung in Zukunft einer erhöhten Aufmerksamkeit in Studium und Praxis der Sozialen Arbeit bedarf.

Im Anschluss an die beiden parallel durchgeführten Vorstellungen der Thesen kamen die Teilnehmer_innen nocheinmal im Plenum zusammen und resümierten zufrieden den gelungenen Ablauf der Veranstaltung. Neben dem Engagement der Vertreter_innen von Stupa/Asta (die u.a. auch die Diskussionen in den digitalen Räumen moderierten) war dies auch der technischen Beratung und Unterstützung des Transfernetzwerkes s_inn zu verdanken.

Text: Sophia Tanneberg

Studium Soziales Hochschule Münster Nachbericht
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