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„Nehmen Sie niemals klischeehafte Vorstellungen über Soziale Arbeit an“

Am 30. Januar 2026, dem letzten Vorlesungstag des Wintersemesters, verabschiedete die katho in Aachen offiziell die Absolvent_innen des zurückliegenden halben Jahres. Zwei Mal jährlich findet an der katho eine Graduiertenfeier statt – jeweils zum Ende des Winter- und des Sommersemesters.

Die katho-Preisträgerinnen (mittig) mit den Vertreter_innen der Jury und Prof. Dr. em. Wolgang Domma

Prof. Dr. Dominik Farrenberg bedankt sich bei der Band

Prof. Dr. Dominik Farrenberg ruft die Absolvent_innen einzeln auf die Bühne

Gruppenfoto der Graduierten

Die Hüte fliegen

Gemütliches Beisammensein

Alle zwei Jahre wird zudem im Rahmen der Graduiertenfeier am Ende des Wintersemesters der katho-Preis für herausragende Abschlussarbeiten verliehen. Der Preis wird vom Förderverein der katho in Aachen vergeben.

Die Feier begann mit der Begrüßung durch den Dekan, Prof. Dr. Martin Spetsmann-Kunkel. In seiner Ansprache wandte er sich an die Absolvent_innen sowie an die sie begleitenden Familien und würdigte ihr Engagement und ihre zukünftige Rolle in der Gesellschaft:

„Sie sind eine großartige Generation, weil Sie trotz der unzähligen Herausforderungen und Probleme in dieser Welt nicht verzweifeln, sondern diese als Sozialarbeitende gestalten und verändern wollen. Nehmen Sie niemals irgendwelche klischeehaften Vorstellungen über Soziale Arbeit an und lassen Sie niemals zu, dass Ihre wichtige Arbeit missachtet wird und keine Anerkennung findet. Ihr zukünftiges Wirken ist von hoher Relevanz und diese Gesellschaft hätte noch größere Probleme, wenn es Sie nicht gäbe.“

Zum Abschluss seiner Rede lenkte Spetsmann-Kunkel den Blick auf die spätere Verleihung des katho-Preises. Er betonte, dass diese Auszeichnung nur durch die langjährige Unterstützung der Salus Kliniken Hürth ermöglicht werde, und dankte in diesem Zusammenhang dem ehemaligen Kollegen und Gründer des Fördervereins, Prof. Dr. em. Wolfgang Domma, der an diesem Abend anwesend war und sich im weiteren Verlauf der Feier mit einem kurzen Grußwort an die Gäste richtete. Dieses kontinuierliche Engagement mache es möglich – so Spetsmann-Kunkel – herausragende Abschlussarbeiten im Rahmen der Graduiertenfeier in besonderer Weise zu würdigen und zu honorieren.

Gesellschaftliche Realitäten sind herausfordernd

Stellvertretend für den AStA und das StuPa sprach Jessica Schellenberg zu den ehemaligen Studierenden. Wer Soziale Arbeit studiere, entscheide sich bewusst für ein Feld, das weder bequem noch oberflächlich sei. Die Studierenden hätten sich auf gesellschaftliche Realitäten eingelassen, die herausfordernd sind sowie auf Lebenslagen, die Ungleichheiten, Ausgrenzungen und Belastungen sichtbar machen, und eine professionelle Haltung, fachliches Wissen sowie Menschlichkeit verlangen.

Für die musikalische Untermalung sorgte die katho-Band mit Jana Schwartz, Justin Klieber, Noah-Luca Schröder, Oskar Kobialka, Jessica Schellenberg und Hannes Zellmeier. Sie spielte unter anderem „What’s Up“ von den 4 Non Blondes.

Die Preisträgerinnen schauen dahin, wo es brennt

Die Laudationes auf die katho-Preisträgerinnen hielten Prof.in Dr.in Damaris Nübel und Prof. Dr. Christof Stock stellvertretend für die gesamte Jury. Dieser gehörten außerdem Prof.in Dr.in Silvia Hamacher (katho) sowie als externe Gutachter_innen Hilde Scheidt, ehemalige ehrenamtliche Bürgermeisterin der Stadt Aachen, und Aaron Dörstel vom Bistum Aachen an.

Bei insgesamt 28 Arbeiten aus den Jahren 2023 und 2024, die alle schon mit der Bestnote beurteilt worden waren, habe sich die Jury, so Prof. Dr. Stock in einer Einführung schwergetan. Entscheidend seien dann ihre gesellschaftliche Relevanz und Innovationskraft im Kontext der Sozialen Arbeit gewesen: die Frage also, inwieweit sie neue Erkenntnisse lieferten und konkrete Impulse für Theorie und Praxis setzen konnten. Vor diesem Hintergrund entschied sich die Jury in diesem Jahr, drei Arbeiten auszuzeichnen – zwei Bachelorarbeiten und eine Masterarbeit. Die Autorinnen hätten den Mut gehabt, „dahin zu sehen, wo es brennt“. Das sei in der Jugendhilfe der Fall, bei der Versorgung sterbender Menschen und auch in den Grundlagen des Zusammenlebens

Ausgezeichnete Bachelor- und Masterarbeiten

Prämiert wurde die Bachelor-Thesis von Kelly Rausch, die aus beruflichen Gründen nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen konnte. In ihrer Arbeit mit dem Titel „Die Rolle von Supervision im Allgemeinen Sozialen Dienst zur Verbesserung des professionellen Handelns in der Kinderschutzarbeit angesichts des Anstieges von Gefährdungsmeldungen und fehlgeschlagenen Fällen“ zeigt sie, dass professioneller Kinderschutz nur mit ausreichender Ausstattung und Kompetenz der Fachkräfte zu haben ist. Damit unterstützt die Jury auch die an der Hochschule eingeführte „Vertiefungsspur ASD“.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Gemeinschaftsarbeit von Leonie Fabry und Elisa Runchina. Unter dem Titel „Soziale Arbeit im Kontext von Palliative Care. Implementierung von Hospizkultur und Palliativkompetenz in der stationären Altenhilfe“ setzen sie sich mit der Versorgung sterbender Menschen auseinander, und zwar ganz praktisch mit einem Fragebogen für die Mitarbeitenden als auch ethisch mit grundlegenden Fallbesprechungen zu Sterben, Tod und Trauer. Ein weiterer Preis ging an die Gemeinschaftsarbeit von Lisa Fenzl und Hanna Froesch. In ihrer Master-Thesis „Die Verstrickung Sozialer Arbeit als weibliche Care-Arbeit im Neoliberalismus aus marxistisch-feministischer Perspektive in Anlehnung an Nancy Fraser“ nehmen sie eine kritisch-analytische Perspektive auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Sozialer Arbeit ein. Prof.in Dr.in Damaris Nübel führte hierzu aus:

„Die beiden Verfasserinnen verdeutlichen, dass eine kritische Soziale Arbeit ihre Rolle als Systemstütze hinterfragen muss, um nicht zur bloßen ‚Handlanger_in des Neoliberalismus‘ zu werden. Stattdessen plädieren sie für eine Aufwertung von Care-Arbeit und die Bildung breiter gesellschaftlicher Bündnisse.“

Alle prämierten Arbeiten werden am 8. April in einer gesonderten Veranstaltung der Hochschule noch einmal ausführlich von den Preisträgerinnen vorgestellt und gemeinsam mit dem Publikum diskutiert.

Zum Abschluss flogen die Hüte

Nach der Preisverleihung rückte schließlich der Moment in den Mittelpunkt, auf den viele Anwesende hin gefiebert hatten: die feierliche Verabschiedung der Absolvent_innen. Nacheinander wurden sie auf die Bühne gerufen, erhielten durch Prof. Dr. Dominik Farrenberg ihre Urkunden, Absolvent_innenhüte und wurden persönlich verabschiedet.

Zum Abschluss versammelten sich noch einmal alle für ein gemeinsames Gruppenfoto auf der Bühne – inklusive fliegender Hüte. Nach knapp zwei Stunden klang die Graduiertenfeier bei einem Sektempfang im Beisein von Familie, Freund_innen und Wegbegleiter_innen in entspannter Atmosphäre aus.

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