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„Orange The World“: katho macht auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam

Orangefarbene Stühle an allen katho-Standorten machten zur UN-Kampagne „Orange The World“ Studierende und Mitarbeitende auf das Problem geschlechtsspezifischer Gewalt in Deutschland aufmerksam. Den Auftakt machten Judith Conrads, Marion Gerards und Maria Jordan bei der Dienstbesprechung am 23. November in Aachen. Weitere Aktionen anlässlich des Internationalen Tags der Gewalt gegen Frauen folgten bis zum 10. Dezember – ein Überblick.

Geschlechtsspezifische Gewalt ist allgegenwärtig. So ist in Deutschland jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen – das sind mehr als zwölf Millionen Frauen. Alle vier Minuten erlebt eine Frau in Deutschland Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner. Jeden dritten Tag tötet ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin. Mehr als die Hälfte aller Frauen meidet im Dunkeln bestimmte Orte und fühlt sich unsicher. Doch nicht nur in Deutschland, sondern weltweit leiden Frauen unter dieser geschlechtsspezifischen Gewalt, die in einer patriarchalen Gesellschaft als Ausdruck einer Machtstruktur stattfindet. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen den Internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen ins Leben gerufen, um den sich jährlich die Kampagne „Orange The World“ rankt.

Auch die katho, die als größte Anbieterin des Studiengangs Soziale Arbeit in Deutschland Fachkräfte ausbildet, die auch mit von Gewalt betroffenen Frauen/Adressatinnen arbeiten, hat sich vom 23. November bis zum 10. Dezember mit dem Thema auseinandergesetzt. Da Studierende und Lehrende ebenfalls nicht ausgenommen sind, hat sich die Ständige Senatskommission für Gleichstellungsaufgaben (K4) zum Ziel gesetzt, Gleichstellung und die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen zu erreichen. Doch auch Transfrauen oder weiblich gelesene Personen sind von der Gewalt nicht ausgenommen. Ebenso gibt es häufig Gewalt an Hochschulen, wie ein Unisafe-Projekt nahelegt. Demzufolge erleben zwei von drei Mitarbeitenden geschlechtsbezogene Gewalt (76 Prozent nonbinäre Personen, 66 Prozent Frauen).

Weil Betroffene dieses Thema oft als tabuisiert und schambesetzt erleben, kam von der K4 der Anstoß, für mehr Sichtbarkeit zu sorgen und vertiefte Auseinandersetzung darüber anzuregen.

Prof.in Dr.in Grit Höppner hat im Intranet einen Ilias-Ordner mit acht Mythen über Gewalt gegen Frauen eingerichtet, der u.a. über einen QR-Code abrufbar ist. Zwei davon lauten etwa:

Mythos 1: In Deutschland ist Gewalt gegen Frauen kam verbreitet. Richtigstellung: Mehr als jede dritte Frau in Deutschland ist im Verlauf ihres Lebens körperlichen und/oder psychischen Übergriffen ausgesetzt. Durchschnittlich jede vierte Frau erlebt mindestens einmal körperliche und/oder sexuelle Übergriffe durch einen Beziehungspartner (BMFSFJ 2004).

Mythos 2: Frauen erleben meist im öffentlichen Raum sexualisierte Gewalt. Richtigstellung: Zwei Drittel der Fälle von sexualisierter Gewalt findet zu Hause, im Freundeskreis oder aber am Arbeitsplatz statt (vgl. Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen).

Bereits vorab fand am Standort Aachen am 15. November eine Fachveranstaltung zum Thema Femizide statt. Das Thema Femizide hat in Aachen leider eine traurige und neue Dimension erreicht: In den Jahren 2022 und 2023 wurden zwei Frauen innerhalb eines halben Jahres von ihren Ex-Partnern in aller Öffentlichkeit getötet. Beide Frauen hatten sich kurz vorher von ihrem Mörder getrennt.

Im Rahmen des katho divers-Semesters warben Prof.in Dr.in Marion Gerards und Prof.in Dr.in Conrads dafür, sich bei einer internen Online-Umfrage zu beteiligen, mit der weitere Verbesserungsbedarfe an der Hochschule auszumachen. Weitere Informationen hierzu folgen im Januar

 

Impressionen der Aktionen

Judith Conrads, Marion Gerards und Maria Jordan bei der Dienstbesprechung am 23. November in Aachen Prof.in Dr.in Judith Conrads, Prof.in Dr.in Marion Gerards und Maria Jordan bei der Dienstbesprechung am 23. November in Aachen
Die Stühle werden symbolisch zu den anderen Abteilungen getragen. Die Stühle werden symbolisch zu den anderen Abteilungen getragen.
Der Stuhl mit QR-Code in Münster Der Stuhl mit QR-Code in Münster
Auch in Köln fanden Orange-Day-Aktionen statt. Auch in Köln fanden Orange-Day-Aktionen statt.
In Paderborn stand der Stuhl vor dem Eingang der Hochschule. In Paderborn stand der Stuhl vor dem Eingang der Hochschule.
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