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| Köln,

„Sie sprechen aber gut Deutsch“ – Rassismus ist auch in der Sozialen Arbeit allgegenwärtig

Am Freitag, den 23.04.2021 fand die Alumni-Veranstaltung „Alltagsrassismus und Soziale Arbeit“ des Fachbereichs Sozialwesen der Abt. Köln online statt

Elena Kirik von der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V.

Dr. Marcus Meier von der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V.

„Durch die Chat Vorfälle im vergangenen Winter ist uns bewusstgeworden, wie wichtig es ist das Thema Rassismus im Studium der Sozialen Arbeit und in der Praxis zu reflektieren und zu bearbeiten. Scheint es für die Disziplin möglicherweise selbstverständlich, dass sich Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession gegen Rassismus einsetzt, sieht es in der Praxis derselben leider oftmals anders aus“, resümierte die Dekanin Professorin Dr. Heike Wiemert zu Beginn der Veranstaltung. Dem Aufruf zur Teilnahme an der Alumni-Veranstaltung nahmen rund 20 Alumni und aktuell Studierende wahr.

Gemeinsam mit Dr. Marcus Meier und Elena Kirik von der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. wurde hinterfragt, inwieweit Alltagsrassismus in Strukturen und Institutionen verankert ist. „Ich erlebe in meiner Arbeitssituation immer wieder Aussagen, die ich als rassistisch einschätze und möchte wissen, wie ich dem entgegentreten kann“ so eine Alumna.

Durch eine erste Selbstpositionierung konnten die Teilnehmenden reflektieren, inwieweit das Thema Rassismus bereits eine Relevanz für sie hat. „Wir können immer von Rassismus ausgehen und sollten nicht erst aufarbeiten, wenn er bewusst auftaucht“ so Meier mit Blick auf die Selbstreflexion. Oft zeigt sich in unterschiedlichen Kontexten rassistisches Verhalten, wie ein Beispiel eines „multikulturellen Frühstücks“ zeigt. Der wahrscheinlich gut gemeinte Gedanke, kann für Betroffene verletzend sein, da sie auf ihre kulturelle und nationale  Zugehörigkeit reduziert werden.
Täglich treffen wir auf Rassismus

Die praktischen Übungen wurden von Meier und Kirik in ihrem Vortrag mit Schwerpunkt Alltagsrassismus mit Fakten und weiteren Beispielen gefüllt. Herauszuheben ist dabei, dass nach soziologischen Analyse von Thomas Luckmann und Peter L. Berger „Denken und Handeln zumeist unbewusst geprägt von Normalisierungsprozessen“ sind, d.h. das bestimmte Einschätzung, Zuordnungen und Abwertung verinnerlicht werden. Täglich treffen wir auf Rassismus – in der Werbung, in Institution, durch Strukturen, weswegen die Auseinandersetzung mit Rassismus immer mehr an Bedeutung gewinnt. Gerade als Sozialarbeiter_innen und Sozialpädagog_innen sind die Fachkräfte besonders gefordert, eine „gesellschaftliche Haltung“ einzunehmen, um Rassismuskritik üben zu können. „Sich mit gesellschaftlichen Verhältnissen und persönlichen Privilegien auseinanderzusetzen, ist ein schmerzhafter Prozess“ so Kirik. Darauf aufbauend müsse es in der Sozialen Arbeit zu einem präventiven und reflexiven Ansatz kommen, um die Normalität des Rassismus aufzubrechen. Daher sollten sich die (angehenden) Fachkräfte ein Methoden-Repertoire zulegen, um entsprechend Rassismus entgegenwirken zu können.
„Über den kurzen Film Mückenstiche bin ich gut mit Klient_innen ins Gespräch über Rassismus zu kommen“ so eine Alumna, die sich wie viele andere auch bereits intensiv mit dem Thema in der Praxis beschäftigen.

Die Dekanin bedankt sich bei Dr. Meier und Frau Kirik für den  interessanten sowie  kurzweiligen Workshop und allen Teilnehmenden für die offene Mitarbeit.

Wir freuen uns auf die nächste Veranstaltung, wenn es wieder heißt #kathoverbindet.

Text
Dekanatsreferentin Julia Jung

Bilder
Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V.

Hochschule Köln Nachbericht
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