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Soziale Arbeit als Provokation? Achtes Fachforum des Instituts für angewandte Bildungs- und Diversitätsforschung

Unter dem Titel „Soziale Arbeit als Provokation?“ fand am 8. Mai das Fachforum des Instituts für angewandte Bildungs- und Diversitätsforschung am Standort Köln statt.

Prof.in Dr.in Annette Müller eröffnet das Fachforum, das sich mit den Potenzialen und Gefahren der Uneindeutigkeit von Sozialer Arbeit auseinandersetzt.

Die Professor_innen Norbert Frieters-Reermann und Marion Gerards leiten das Institut. Das jährliche Fachforum findet im Wechsel an einem der vier katho-Standorte statt.

Sophie Orentlikher und Mohammed-Arfan Ashmawi sprechen über soziale Auswirkungen des Israel-Palästina-Konflikts auf in Deutschland lebende jüdische und palästinensische Menschen.

Ein Büchertisch präsentiert aktuelle Publikationen von Institutsmitgliedern.

Fortwährend – so die These – ist die Soziale Arbeit in Theorie und Praxis mit Uneindeutigkeit(en) konfrontiert. Seien es beispielsweise sich wandelnde (sozial-)politische Rahmenbedingungen oder auch die Erfahrung von Komplexität und Kontingenz sozialer Beziehungen, Uneindeutigkeit resultiert in Potenzialen und Gefahren für die Soziale Arbeit. Diesem Kontext widmeten sich die Fachvorträge, die im Rahmen der Tagung von den etwa vierzig Teilnehmenden diskutiert wurden.

Das Fachforum wurde durch Annette Müller (stellv. Institutsleitung) eröffnet. Sie hob hervor, dass für die Soziale Arbeit – in Spannungsfeldern agierend – Uneindeutigkeit konstitutiv ist. Aus jener Uneindeutigkeit könnten Teilhabe, aber auch Beliebigkeit resultieren; ein Spannungsbogen, der durch die anschließenden Vorträge aufgenommen wurde. 

Nach Grußworten durch Michael Isfort (Prorektor für Forschung und Transfer), Rolf Jox (Prodekan am Fachbereich Sozialwesen, Standort Köln) sowie Marion Gerards (Institutsleitung) und Norbert Frieters-Reermann (stellv. Institutsleitung) begannen die Vorträge des ersten Panels zu Uneindeutigkeit im Professionskontext. 

Uneindeutigkeit der Sozialen Arbeit im professionellen und im globalen Kontext

Marc Breuer (Paderborn) widmete sich in seinem Vortrag der Uneindeutigkeit der Sozialen Arbeit im internationalen Kontext. Aus einem Vergleich der Sozialen Arbeit in Deutschland und Frankreich entwickelt er die These, dass Uneindeutigkeit und ihre De-Thematisierung international sichtbar werden und in Professionalisierungsbestrebungen zu verorten sind. Pointiert spitzte sodann Dominik Farrenberg (Aachen) den Tagungstitel auf eine Soziale Arbeit zu, die vor dem Hintergrund zahlreicher „Bindestrich-Bezeichnungen“  als – so Farrenberg – leerer Signifikant verstanden werden muss. So erzeugten jene Bezeichnungen ein vielschichtiges Nebeneinander divergierender Zugänge zur Soziale Arbeit, ohne als originäres Alleinstellungsmerkmal der Sozialen Arbeit gelten zu können. 

Im Rahmen des zweiten Panels fragte Norbert Frieters-Reermann (Aachen) nach Krisen- und Konfliktdynamiken im globalen Kontext. Betont wurden dabei die Anforderungen an die Fachkräfte der Sozialen Arbeit im Sinne einer verstärkten Dialogfähigkeit, die Friedensbildung durch konfliktsensible Bildungsprozesse ermöglicht. Sophie Orentlikher und Mohammed-Arfan Ashmawi (Aachen) explizierten dies mit Blick auf jüdische und palästinensische Perspektiven in Deutschland am Beispiel des Israel-Palästina-Konflikts. Auf Basis ihres qualitativen Forschungsprojektes wurden Ergebnisse präsentiert, die unter anderem auf fragile Zugehörigkeiten verweisen und das jeweilige soziale Umfeld als Ressource sowie als Konfliktfeld benennen. 

Neben den Vorträgen bot die Tagung viel Raum für tiefgreifende Diskussionen, die über den Tagungskontext heraus weitergeführt werden.

Bericht: Prof. Dr. Michael Hermes

 

KONTAKT

Institut für angewandte Bildungs- und Diversitätsforschung (IBuD)

Robert-Schuman-Str. 25
52066 Aachen

E-Mail: m.gerards(at)katho-nrw.de
T: +49 241 60003-43

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