STIBET und NRWege: Soziale Arbeit-Studentin Sara Alaranji meistert große Hürden
Ein Neubeginn: Ihr Weg zur Sozialen Arbeit
Sara Alaranji stammt aus Syrien und studiert im vierten Semester Soziale Arbeit (B.A.) an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho) am Standort Paderborn. Ihr Weg in den deutschen Hochschulalltag war von großen Herausforderungen geprägt. Besonders zu Beginn stellte die Sprache eine große Hürde dar: „Am Anfang war die Sprache eine große Herausforderung, da ich gar kein Deutsch konnte“. Der Druck, möglichst schnell die deutsche Sprache zu lernen, um sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen, führte oft zu Stress.
Bevor sie ihr Studium begann, arbeitete Sara Alaranji zunächst bei der AWO sowie beim Deutschen Roten Kreuz. Dort kam sie mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern in Kontakt und erhielt erste Einblicke in deren Arbeitsfeld. Diese Erfahrungen prägten ihre Studienentscheidung maßgeblich. Sie erkannte, dass ein Studium der Sozialen Arbeit nicht nur berufliche Perspektiven eröffnet, sondern auch dazu beitragen kann, ihre neue Heimat besser zu verstehen. Ihre Motivation beschrieb sie so: „Dabei habe ich gemerkt, dass man in der Sozialen Arbeit viel über Deutschland, die Gesetze, Grundrechte und Regeln allgemein lernt. Als jemand, der neu in Deutschland ist, war das für mich sehr wichtig, um zu verstehen, wie dieses Land funktioniert.“
Die doppelte Unterstützung: STIBET und NRWege
Um ihr Studium erfolgreich zu bewältigen, ist Sara Alaranji – wie viele Studierende in vergleichbaren Lebenssituationen – auf zusätzliche Unterstützung angewiesen. Sie erhält diese durch zwei bedeutende Förderprogramme: das STIBET-Stipendium und das NRWege-Stipendium.
Das STIBET-Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) richtet sich an internationale Studierende. Es fördert insbesondere Studierende, die sich durch besonderes Engagement auszeichnen oder aufgrund besonderer Lebensumstände, wie etwa einer Fluchterfahrung, mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Das NRWege-Stipendium des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen richtet sich gezielt an Studierende mit Fluchterfahrung und bietet je nach Studienstand und individuellen Bedarf ein Voll- oder Leistungsstipendium.
Obwohl die Stipendien von unterschiedlichen Trägern organisiert werden, verfolgen sie ein gemeinsames Ziel: internationale Studierende auf ihrem Weg zum Studienabschluss zu unterstützen und ihre Integration in das Hochschulleben zu erleichtern. Für Sara Alaranji und viele andere Studierende in ähnlichen Situationen stellt diese Förderung eine wichtige Grundlage dar. Sie betonte die immense Bedeutung dieser Programme wie folgt:
„Stipendien sind auf jeden Fall wichtig für Menschen mit Fluchterfahrung oder für Personen, die allgemein in einer schwierigen Lebenssituation sind. Ein Stipendium gibt diesen Menschen finanzielle und emotionale Unterstützung.“
Mentoring und Beratung als wichtige Stützen
Neben der finanziellen Förderung hob Sara Alaranji besonders die persönliche Begleitung während ihres Studiums hervor. Unterstützung erhält sie unter anderem von Prof. Dr. Gregor Buß, Prodekan und Professor für Katholische Theologie, Anthropologie, Ethik und Soziallehre am Fachbereich Sozialwesen, sowie von Michaela Schrand, Fachbereichsreferentin für Studienberatung und Studienqualität und Koordinatorin des Projekts „NRWege ins Studium: Welcome refugees“ am Standort Paderborn. Das Projekt richtet sich an Studieninteressierte und Studierende mit Fluchterfahrung und bietet verschiedene Unterstützungsangebote, darunter Vorbereitungskurse, Sprachförderung und begleitende Beratungsformate. Ziel ist es, einen chancengleichen Zugang zu den Bachelorstudiengängen Soziale Arbeit (B.A.) und Kindheitspädagogik dual (B.A.) zu ermöglichen und den Studienerfolg nachhaltig zu fördern. Sara Alaranji berichtete, dass Prof. Dr. Gregor Buß sie auf ihrem akademischen und persönlichen Weg begleitet. Bei Fragen rund um die Stipendien habe sie große Unterstützung durch Michaela Schrand erfahren. Durch diese individuellen Ansprechpersonen stellt die katho sicher, dass internationale Studierende in herausfordernden Situationen nicht allein gelassen werden.
Ein Mut machendes Fazit
Am Ende des Gesprächs richtete Sara Alaranji eine ermutigende Botschaft an Studierende, die sich in ähnlichen Lebenssituationen befinden: „Man hat Ziele, die man erreichen möchte und kein Weg kommt ohne Herausforderungen. Aber gerade für die Bildung und um unsere Träume zu erreichen, lohnt es sich auf jeden Fall, all die schönen und auch schwierigen Emotionen zu erleben. Jede Erfahrung bringt einen weiter.“
Ihre Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass Zielstrebigkeit, persönliche Motivation und gezielte Unterstützungsangebote entscheidende Faktoren für einen erfolgreichen Bildungsweg sein können.
Text und Bild: Charlotte Pleger
Bei Rückfragen
Prof. Dr. Gregor Buß
Prodekan / Professor für Katholische Theologie, Anthropologie, Ethik und Soziallehre
Paderborn, Sozialwesen
Michaela Schrand
Fachbereichsreferentin für Studienberatung und Studienqualität
Paderborn, Sozialwesen, Dezernat I - Allgemeine Verwaltungsangelegenheiten