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| Köln,

Exkursion nach Basel: “Sustainability and Social Work – Sustainable Social Work?”

Unter diesem Motto brachen wir sechs Studierenden, aus drei unterschiedlichen Jahrgängen des Masterstudienganges “Innovationsmanagement in der Sozialen Arbeit” aus Köln, Anfang Juni gemeinsam mit Prof. Dr. Heiko Löwenstein für fünf Tage nach Basel auf, um an einer internationalen Summer School der Fachhochschule Nordwestschweiz (www.fhnw.ch) teilzunehmen und kooperative Brücken zwischen den Hochschulen und Studierenden zu schlagen.

Nahmen an der internationalen Summer School der Fachhochschule Nordwestschweiz teil: Kölner Studierende des Masterstudiengangs Soziale Arbeit mit ihrem Studiengangsleiter Prof. Dr. Heiko Löwenstein (re.).

Bereits während der Fahrt im Zug, die als erste richtige Offline-Zusammenkunft unserer zusammengewürfelten Studierendengruppe gewertet werden konnte, zeigte sich, dass wir alle von ähnlichen Themen umgetrieben wurden. Klappt die Artikulation auf Englisch? Wie werden die anderen Studierenden, Workshops und Vorträge sein? 

Oder auch mit Bezug auf die Bewältigung ganz alltäglicher Herausforderungen: Reicht das BaföG, um im Restaurant auch mal einen Nachtisch zu bestellen ohne Angst davor haben zu müssen, dass am Ende des Geldes noch viel Monat übrig ist?  

Zumindest die ersten beiden Sorgen konnten schnell aufgelöst werden:

Schon am ersten Tag entwickelten sich bereichernde und wertschätzende Entwicklungs- sowie Diskussionsräume inmitten einer überwältigenden Architektur, die allein eine Reise wert ist.

Am ersten Tag angekommen an dem Campus in Muttenz der FHNW entwickelten sich, im Kontakt mit anderen Studierenden von dort und aus Olten sowie der Metropolia aus Helsinki bereichernde und wertschätzende Entwicklungs- sowie Diskussionsräume inmitten einer überwältigenden Architektur, die alleine eine Reise wert ist. Lange Treppen ziehen sich durch den gigantischen offenen Innenraum und durch das Dach des zwölfstöckigen Gebäudes erhellt strahlendes Tageslicht alle Etagen. In der zwölften Etage windet sich eine Treppe eng herab, der Blick nach unten ist nichts für schwache Nerven. Auf der Dachterrasse kann man in sonnigen Höhen ein Eis genießen oder sein mitgebrachtes Essen in einer der zahlreichen Mikrowellen aufwärmen, um es bei bester Aussicht genießen zu können. Dass im Keller Sporthallen und ein Fitnessstudio zu finden sind und eine Supermarktkette im Erdgeschoss für günstige Einkäufe bereitstand, überraschte nach diesen Eindrücken auch nicht mehr.

Wir haben in der Zeit einen neuen Eindruck davon gewonnen, wie soziale Räume im Kontext von Bildung gestaltet sein können und wie sie sich auf Bildungsprozesse auswirken. Aber so viel nur zum Setting. Der Fokus unserer Reise lag darauf , Ideen rund um die Kombination von Nachhaltigkeit und Soziale Arbeit zu erkunden.

Zum Teil mit gegensätzlichen Positionen und unterschiedlichen methodischen Herangehensweisen diskutierten die internationalen Teilnehmer_innen die Idee einer “Sustainable Social Work”.

Bereits während der ersten Keynote von Dr. Swetha Rao Dhananka über die siebzehn Sustainable Development Goals (SDGs), herausgegeben von den Vereinten Nationen im Rahmen der der Agenda 2030, offenbarte sich die Vielschichtigkeit, wie auch die Relevanz des Grundkonzeptes Nachhaltigkeit. Die SDGs wurden in den folgenden Tagen zum Teil mittels kontrastiven inhaltlichen Beiträgen auf der Folie von Sozialer Arbeit verschränkt. Die Unterschiedlichkeit der Keynote Speaker_innen machte die Relevanz einer multiperspektivischen Auseinandersetzung noch deutlicher. Zum Teil mit gegensätzlichen Positionen und unterschiedlichen methodischen Herangehensweisen wurde die Idee einer “Sustainable Social Work” diskutiert und während der am Nachmittag verorteten Arbeitsgruppen in präsentable Formen gebracht. Im Rahmen von Abendprogrammen lernten wir eine Einrichtung der Beschäftigungshilfe des Blauen Kreuzes kennen und erfuhren über thematisch unterschiedlichen Stadttouren durch Basel, auf welchen Ebenen Nachhaltigkeit sich in Sozialräumen manifestiert und abbildbar macht.

Auch wir durften mit unserem Workshop “Let’s Create Value! - For Wellbeing, Sustainable Development and Social Innovation” ein Fragment zur Gesamtveranstaltung beitragen. Da wir von der katho am Standort Köln in unserem Masterstudiengang Innovationsmanagement auch Lenkungskompetenzen in Innovationsprozessen erworben haben, stellten wir in unserem Vortrag innovative Betrachtungsweisen von Geld und Staatshaushalten sowie einen geschickten Umgang mit diesen vor. Die Beiträge der internationalen Student_innen aus anderen europäischen Ländern war eine echte Bereicherung für die von uns entwickelten Konzepte.  

Zum Vortrag der katho-Studierenden

Bei einer solch intensiven und vielschichtigen Bildungsreise, wie wir sie erleben durften, fällt es schwer eindeutige Highlights zu benennen. Die gemeinsamen Abschlusspräsentationen der Studierenden haben uns jedoch noch über unsere Exkursion hinaus beschäftigt.  

Die Abschlusspräsentationen wurden durch die Beiträge und Diskussionen der vorangegangenen Tage geprägt und verdeutlichten abschließend, dass relationale Perspektiven auf Mikro-, Meso- und Makroebenen besonders bedeutend für die Soziale Arbeit sind. Das Professionsverständnis und die Bildung einer Professionsidentität durch das öffentliche Thematisieren von globalen Themen muss weiterentwickelt werden. Dabei müssen nicht nur gesellschaftliche Strukturen kritisch in den Blick genommen werden, sondern auch die inneren Organisationsstrukturen der Sozialen Arbeit. In Erwartung zukünftiger Herausforderungen lohnt es sich, wieder stärker in Auseinandersetzung mit Perspektiven von Jane Addams und Mary Richmond zu gehen, um Weiterentwicklungsprozesse der Profession Sozialer Arbeit vor allem auch auf der Folie der Idee als Menschenrechtsprofession gerecht zu werden.

 

Gruppenarbeiten unter Einsatz kollaborativer Medien wie MIRO durchzogen die ganze Woche. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und präsentationsfähig gestaltet.
Prof. Dr. Löwenstein begrüßt die Studierenden zum Workshop "Let's Create Value", den die Studierenden aus Köln vorbereitet haben.
Gruppendiskussion im Workshop zu neuen Finanzierungsmodellen Sozialer Arbeit.
Zufriedene Kölner katho-Studierende nach der Durchführung ihres Workshops.
Am letzten Tag der Summer School gab es die finalen Präsentationen der studentischen Arbeitsgruppen.
Ein Gruppenbild aller Teilnehmenden der internationalen Summer School.

Und wo ist der Link zum Masterstudiengang für Innovationsmanagement in der Sozialen Arbeit? Ganz konkret: Die Summer School wird jährlich im Wechsel von vier europäischen Hochschulen angeboten, die einen Master in Sozialer Arbeit mit Innovationsschwerpunkt anbieten, um zu aktuellsten Entwicklungen in Praxis, Wissenschaft und Gesellschaft im Diskurs zu sein. Und darüber hinaus: Das Aufeinandertreffen von Unterschiedlichkeiten aus verschiedenen Ländern, akademischen Traditionen und praktischen Entwicklungslinien fördert über transaktionale Beziehungsprozesse die Entstehung von Unbehagen und Problemsituationen, die über eine gemeinsame Verständigung auf die Notwendigkeit von neuen Lösungen zu einem kooperativ kreativen Prozess führt, an dessen Ende Neuartigkeit entstehen kann. Dies ist der erste Baustein für Innovationen, die der Erreichung einer nicht nur ökologisch, sondern auch sozial nachhaltigen Gesellschaft, in der der Wunsch nach einem guten “living-together” Konsens ist, dienlich sind.

Solche Räume fördern genau dies. Um eine noch breitere Perspektive auf die kommenden Herausforderungen zu gewinnen und ein Gefühl für die Probleme der deutlich stärker Betroffenen des Klimawandels zu gewinnen, würden wir uns fürs nächste Mal eine Teilnahme von Sozialarbeiter_innen aus Ländern des globalen Südens wünschen.  

Die Summerschool in Muttenz bei Basel war aufgrund der tollen MASA-Gruppe, gastfreundlichen Schweizer_innen, spannenden Inhalten, gutem Essen und einer schönen Stadt ein absoluter Meilenstein im Studium. Die Freude auf das kommende Jahr ist groß! 

 

Text: Fabian Pioch und Thomas Szynkiewicz 
(Studierende im Masterstudiengang Soziale Arbeit, Schwerpunkt Innovationsmanagement, am Standort Köln)

 

Zum Masterstudiengang Soziale Arbeit

Mehr Infos zum konsekutiven Master-Studiengang Soziale Arbeit, Schwerpunkt Innovationsmanagement in der Sozialen Arbeit, am Standort Köln finden Sie auf:

Soziales Studium Köln Nachbericht
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