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| Münster,

Syrische Studentin erhält DAAD-Preis 2021 für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender

Ghada Mohammad (2. v.l.) mit Claudia Prelle (Verwaltungsleitung der katho Münster), Prof. Dr. Johannes Nathschläger und Muriel Schiller

Bereits seit 10 Jahren vergibt der Deutscher Akademische Austauschdienst (DAAD) jährlich einen mit 1000 Euro dotierten Preis für hervorragende Leistungen internationaler Studierender an deutschen Hochschulen. Er soll – so heißt es auf der Homepage - dazu beitragen „[…] den großen Zahlen internationaler Studierender an deutschen Hochschulen Gesichter zu geben und sie mit Geschichten zu verbinden.“

Die Geschichte der diesjährigen Preisträgerin an der katho NRW ist dabei in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Ghada Mohammad (43) kam 2015 mit ihrem Mann und ihren 4 Kindern von Syrien aus als Geflüchtete nach Deutschland. Mittlerweile in Rheine wohnhaft, besuchen ihre 4 Kinder das dortige Gymnasium, der älteste Sohn steht mittlerweile kurz vor dem Abitur. Schon die enorme Geschwindigkeit mit der die Familie die deutsche Sprache gelernt hat, wie auch die Integrationsleistung insgesamt, kann nur bewundernd anerkannt werden. Die neu erworbenen Sprachkenntnisse setzte Ghada Mohammad unmittelbar auch zum Nutzen für Andere ein. So ist sie im Münsterland eine vielgeschätzte Übersetzerin für soziale Einrichtungen vor Ort, die mit Zugewanderten arbeiten. Auch für die „Tafel“ ist Ghada Mohammad regelmäßig als ehrenamtliche Helferin tätig.

Seit dem Wintersemester 2019 studiert die umtriebige Preisträgerin nun auch noch in Vollzeit Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule NRW in Münster – und das mit großem Erfolg. Sämtliche Prüfungsleistungen legte sie bislang mit Bravour ab – Seite an Seite mit Komiliton_innen die kaum älter sind als ihr erster Sohn. „Frau Mohammad stellt sowohl fachlich als auch menschlich einen hohen Gewinn für die Studierendenschaft und uns als Hochschule insgesamt dar“, so Prof. Dr. Johannes Nathschläger, Prodekan der Hochschule. Auch die pandemiebedingt hauptsächlich digital durchgeführte Lehre in den zurückliegenden drei Semestern konnten Ghada Mohammad in ihrem Lerneifer nicht stoppen. Letzte Woche hat Ghada Mohammad nun ihr Praxissemester bei der Stadt Rheine angetreten. Sie freut sich dort über die „vielen abwechslungsreichen Tätigkeiten und neuen Herausforderungen“. Schon nächstes Jahr könnte sie ihr Studium dann mit dem Bachelorabschluss erfolgreich beenden. Möglich wurde dies auch durch das Programm „Welcome Refugees“, welches Geflüchteten bei der Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse, beim Spracherwerb und der Integration in das hiesige Hochschulleben unterstützt. Muriel Schiller, Koordinatorin des Programmes an der katho in Münster gratulierte mit einem Strauß Blumen und den Worten: „Frau Mohammad, manchmal denke ich, Ihr Tag hat viel mehr als 24 Stunden.“

Text: Prof. Dr. Johannes Nathschläger

International Hochschule Münster
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