Teamresilienz in der Schule: Beitrag auf der didacta in Köln
Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere mangelnde Teamresilienz ein zentraler Prädiktor für Berufsausstieg ist. Teamresilienz bezeichnet dabei die Fähigkeit schulischer Kollegien, Belastungen gemeinsam zu bewältigen, Verantwortung zu teilen und sich gegenseitig professionell zu unterstützen. Im Gegensatz zu individualisierten Erklärungsansätzen verdeutlichen die Befunde, dass persönliche Resilienz allein nicht ausreicht, um den komplexen Anforderungen des Schulalltags dauerhaft standzuhalten. Vielmehr erweist sich die Qualität der Zusammenarbeit innerhalb des Kollegiums als entscheidend für Motivation, Arbeitszufriedenheit und berufliche Bindung. Faktoren wie kollegiale Unterstützung, multiprofessionelle Kooperation, transparente Aufgabenverteilung und eine konstruktive Fehlerkultur wirken dabei stabilisierend auf das System Schule.
Vergleichbare Ergebnisse in der Heimerziehung
Resilienz wird folglich nicht primär als individuelles Persönlichkeitsmerkmal, sondern als emergente Eigenschaft sozialer und organisationaler Strukturen verstanden. Vergleichbare Ergebnisse wiesen Verlinden und Frank bereits für die Heimerziehung nach, wo Teamresilienz ebenfalls einen bedeutsamen Einfluss auf Arbeitszufriedenheit, Belastungserleben und Berufsverbleib von Fachkräften hat; ähnliche Befunde zeigen sich ebenfalls für ein kleineres Sample bei Erzieher_innen.
Die große Resonanz auf die Ergebnisse, über die Teresa Frank am 14. März auch in einem Interview im Deutschlandfunk berichtete, unterstreicht die hohe bildungspolitische Relevanz des Themas vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels im Bildungs- und Sozialbereich.
KONTAKT
Prof'in Dr. Karla Verlinden
Professorin
Köln, Sozialwesen