Zum Hauptbereich springen Zum Fußbereich springen
| katho, | Aachen,

Time goes – und bleibt doch

Mit Prof. Dr. Christof Stock und Prof. Dr. Jörg Baur verabschiedete die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho) in Aachen zum Ende des Wintersemesters zwei Professoren, die Lehre, Studiengänge und akademische Kultur über viele Jahre hinweg maßgeblich geprägt haben. Die Feier in der Aula verband Würdigung, Rückblick, Humor und philosophische Tiefe – und machte deutlich: Dieser Abschied ist kein Ende, sondern ein Übergang.

Prof. Dr. Jörg Baur und Prof. Dr. Christof Stock bei ihrer Verabschiedung (weitere Fotos unten in der Bildergalerie)

Auftakt: Würdigung durch den Dekan
 

Den ersten Akzent des Abends setzte der Dekan, der das Engagement der beiden Professoren hervorhob. Beide hätten weit über das übliche Maß hinaus Verantwortung übernommen und die Hochschule in zentralen Bereichen mitgestaltet.

Christof Stock wirkte 17 Jahre an der katho. Er engagierte sich im Fachbereichsrat und über viele Jahre im Prüfungsausschuss, koordinierte den Modellstudiengang Pflege und stand als BAföG-Beauftragter wie auch als juristischer Berater zahlreichen Studierenden zur Seite. Seine Expertise im Verwaltungs- und Medizinrecht prägte insbesondere die Verbindung von Recht und Sozialer Arbeit. Auch über seine Pensionierung hinaus bleibt er der Hochschule verbunden – unter anderem als Vorsitzender des Fördervereins und Jurymitglied des katho-Preises.

Jörg Baur gehört der katho seit 2001 an. Er war maßgeblich am Aufbau und an der Profilierung des Masterstudiengangs „Klinisch-therapeutische Soziale Arbeit“ beteiligt und formte als langjähriger Studiengangsleiter den Master „Supervision/Coaching“ an der katho in Münster. Sein besonderes Anliegen war die Supervision im Studium der Sozialen Arbeit – die Förderung professioneller Reflexionsfähigkeit als Kernkompetenz.


Zwei Wege: ein gemeinsames Wirken – die Rektorin blickt zurück 
 

Die Rektorin nahm in ihrer Ansprache die unterschiedlichen biografischen Wege der beiden in den Blick – und tat dies mit feinem Humor. Der „Rheinländer“ und der „Alemann“: zwei Persönlichkeiten mit unterschiedlichen beruflichen Wurzeln, aber mit einer gemeinsamen Wirkung.

Christof Stock studierte Rechtswissenschaften und Theologie, wurde Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungs- und Medizinrecht, bevor er 2006 hauptamtlich an die katho wechselte und 2009 zum Professor berufen wurde. Seine wissenschaftliche Arbeit zu medizinethischen Fragestellungen unterstreicht die Verbindung von Recht, Ethik und sozialer Praxis.

Jörg Baur begann seinen beruflichen Weg als Bankkaufmann, studierte anschließend Jugendpastoral, Sozialpädagogik und Psychologie mit Schwerpunkt Klinische Psychologie, Beratung und Therapie. Er qualifizierte sich zum Psychologischen Psychotherapeuten, zum Traumatherapeuten und zum Lehrsupervisor. Vor seiner Berufung an die katho war er in Forschung, Lehre und Beratung an der Uni Freiburg tätig. Er promovierte zum Thema „Kooperation und Jugendhilfe und Schule“.

So unterschiedlich ihre Wege auch waren – beide gaben ihren Lehrgebieten eine unverwechselbare Stimme und der Hochschule ein klares Profil.  
 

„Time goes. That’s it.“ Die Festrede von Prof. em. Dr. Rainer Krockauer 
 

Mit einem ebenso lakonischen wie treffenden Satz eröffnete Prof. em. Dr. Rainer Krockauer seine Festrede: „Time goes. That’s it.“ Zeit vergeht – das sei das nüchterne Faktum. Doch was in dieser Zeit gestaltet wurde, bleibe.

Er würdigte die jahrzehntelange Lehr-, Forschungs- und Gremienarbeit der beiden Professoren und betonte ihren prägenden Einfluss auf Studierende, Kollegium und Studiengänge.

In Anlehnung an Hannah Arendt hob er die Bedeutung des Gesprächs hervor. Menschlichkeit entstehe dort, wo Menschen miteinander sprechen, unterschiedliche Perspektiven zulassen und gemeinsam reflektieren. Eine solche Kultur des Gesprächs habe das Wirken von Stock und Baur ausgezeichnet – im Hörsaal ebenso wie im Kollegium.

Mit dem Gedicht „Vergnügungen“ von Bertolt Brecht schlug Krockauer schließlich den Bogen in die Zukunft: Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen, das wiedergefundene alte Buch, Reisen, Schreiben, Freundlich-Sein – einfache Dinge, die das Glück des Lebens ausmachen können. Der Ruhestand erscheine so nicht als Verlust, sondern als neu gewonnene Freiheit. 
 

Humor gehört dazu: „Wer wird Sozialarbeitär?“ 
 

Nach so viel Würdigung folgte eine überraschende Wendung im Programmablauf: Joachim Söder betrat die Bühne und verwandelte die Aula in ein Quizstudio. In Anlehnung an „Wer wird Millionär?“ wurde aus dem Juristen Christof Stock ein Kandidat auf dem Weg zum „Sozialarbeitär“.

Mit Jörg Baur als Joker meisterte er Fragen rund um das Studium der Sozialen Arbeit – darunter die nach der korrekten Anzahl der Praxisstunden, die die Studierenden im Bachelor-Studiengang absolvieren müssen. Am Ende erhielt er ein augenzwinkerndes „Abschlusszeugnis“, das ihn ausdrücklich nicht zur Berufsausübung, wohl aber zum kenntnisreichen Kommentieren sozialpolitischer Sachverhalte befähigt.


Weggefährten und gute Wünsche
 

Für das Kollegium überreichten Prof.in Dr.in Damaris Nübel und Prof. Dr. Markus Baum persönliche Abschiedsgeschenke. Beide Geehrten hatten sich Spenden zugunsten des Fördervereins der katho gewünscht.

Anschließend betraten frühere und aktuelle Vorstandsmitglieder des Fördervereins die Bühne und erinnerten mit einem Augenzwinkern an die bisherige Zusammenarbeit mit Christof Stock. Besonders in Erinnerung geblieben ist der „Marketing-Gag“ des Juristen: eine Kartoffel – von ihm scherzhaft „Katoföl“ genannt – als Symbol für den „katho-Fö“, den katho-Förderverein. Eine kleine Idee mit großer Wiedererkennbarkeit.

Ein besonderer Moment war die Ansprache von Prof. Dr. Lothar Krapol, langjähriger Weggefährte von Jörg Baur. Er sprach von Kollegialität, Freundschaft und der Herausforderung, nach dem Berufsleben neue Räume des Sinns zu erschließen. Zugleich machte er Mut: Dieser Schritt sei auch ein Gewinn an Freiheit – und niemand gehe ihn allein.    
 

Und nun: Aufbruch ins Offene 
 

Zum Abschluss dankten Christof Stock und Jörg Baur selbst ihren Familien, Kolleg_innen sowie den vielen Weggefährt_innen. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde blieben ihre Worte bewusst kurz – und mündeten im gemeinsamen Singen mit den anwesenden Gästen, begleitet von Bernhard Gerards und Christof Stock an der Gitarre.

Der Abend klang bei einem Glas Wein und leckerem Finger Food aus.

Time goes. Das stimmt. Doch was mit Leidenschaft, Fachkompetenz und Gesprächskultur gestaltet wurde, wirkt weiter – in Studiengängen, in kollegialen Beziehungen und in den Erinnerungen vieler Generationen von Studierenden.

 

Mann steht am Rednerpult Prof. em. Dr. Rainer Krockauer hält die Festrede.
Zwei Männer umarmen den Redner als Dankeschön für die Rede. Prof. Dr. Jörg Baur und Prof. Dr. Christof Stock bedanken sich für die Rede.
Blick auf die sitzenden Gäste, in der ersten Reihe sitzen die Familienangehörigen. Die beiden scheidenden Professoren mit ihren Familien.
Blick auf Christof Stock und seine Frau
Der Musiker an der Gitarre Bernhard Gerards sorgt für die musikalische Begleitung des Abends.
Christof Stock und Ehefrau
Foto von der ersten Sitzreihe von den Familienangehörigen
Jörg Baur und Sohn schauen in die Kamera
Im Hintergrund sieht man auf der Leinwand eine Folie mit dem Schriftzug "Wer wird Sozialarbeitär" in Anlehnung an das Layout von Wer wird Millionär. Vorne steht ein Mann am Rednerpult. Das Quiz "Wer wird Sozialarbeitär?" mit Prof. Dr. Joachim Söder als Quizmaster beginnt.
Folie mit einem Bildausschnitt von dem Gesicht von Christof Stock Der Quizmaster stellt den Kandidaten und den Joker vor.
Folie mit einem Foto von Jörg Baur als Joker und Christof Stock als Kandidat
Christof Stock sitzt als Kandidat auf der Bühne
Lachendes Publikum
Publikum
Jörg Baur und Christof Stock sitzen auf der Bühne und müssen eine Frage beantworten. Die Frage und vier Antwortmöglichkeiten stehen auf der Folie. Die
Jörg Baur lacht
Jörg Baur hilfesuchen zum Publikum
Jörg Baur und Christof lachen beide
Beide Männer lachen auf der Bühne
Lachendes Publikum
Lachendes Publikum
Lachendes Publikum
Lachendes Publikum
Eine Frau und ein Mann lachen und klatschen. Die Rektorin Prof.in Dr.in Barbara Schermaier-Stöckl und der Kanzler Bernward Robrecht
Stuhlreichen mit Publikum, größtenteils lachend
Stuhlreichen mit Publikum, größtenteils lachend
Stuhlreichen mit Publikum, größtenteils lachend
Stuhlreichen mit Publikum, größtenteils lachend
Stuhlreichen mit Publikum, größtenteils lachend
Stuhlreichen mit Publikum, größtenteils lachend
Stuhlreichen mit Publikum, größtenteils lachend
Publikum sitzend und ein Mann an der Wand lehnend
Blick auf die Bühne, im Hintergrund eine Folie mit einer Frage und vier Antwortmöglichkeiten, davor sitzen die beiden Professoren
Eine Frau und ein Mann am Rednerpult Prof.in Dr.in Damaris Nübel und Prof. Dr. Markus Baum verabschieden stellvertretend für das Kollegium die beiden Professoren.
Mehrere Frauen auf der Bühne übergeben Christof Stock ein Geschenk. Die Mitglieder des Fördervereins verabschieden Prof. Dr. Christof Stock, der zugleich auch Vorstand des Fördervereins ist.
Mehrere Menschen am Rednerpult
Mehrere Menschen am Rednerpult
Mann am Redner pult. Prof. em. Dr. Lothar Krapohl hält eine Rede für Prof. Dr. Jörg Baur.
Ein Mann im Anzug Der Oberbürgermeister der Stadt Aachen, Dr. Michael Ziemons
Christof Stock auf der Bühne sitzend, redet zum Publikum
Der Musiker und Christof Stock stehen mit Gitarre auf der Bühne, dazwischen Jörg Baur Zum Abschluss wird gesungen
Die Cafeteria der Hochschule mit Buffet, viele Menschen drumherum Stärkung nach der Feier
Menschen beim Small Talk
Menschen beim Small Talk
Menschen beim Small Talk
Menschen beim Small Talk
News 2026 Soziales katho Aachen News Sozialwesen Aachen
Zum Kopfbereich springen