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Working Paper: Zwischen (sexueller) Ablehnung und Objektifizierung – rassifizierte Diskriminierung im queeren Dating-Kontext

Wie gehen queere Menschen mit Migrationserbe mit dem alltäglichen Rassismus beim Online-Dating um, das sich entlang (sexueller) Ablehnung und Objektifizierung bewegt? Mit dieser zentralen Frage befasst sich das Working Paper des Instituts für angewandte Bildungs- und Diversitätsforschung und will Antworten liefern.

Im Fokus dieser Arbeit steht das Phänomen der rassifizierten sexuellen Diskriminierung (RSD). Diese Form der Diskriminierung wird als strukturelles, neokoloniales Erbe verstanden, das im digitalen Raum fortwirkt. Auf Dating-Plattformen führt RSD zu einer informellen Hierarchisierung und einem verzerrten Abbild partnerschaftlicher Wertigkeit. Für die Betroffenen bedeutet RSD vor allem Minoritätsstress, der mit gesundheitlichen Einschränkungen einhergehen kann.

Das Working Paper basiert auf einer qualitativen Studie, für die acht queere Personen mit Migrationserbe in Deutschland befragt und mittels Inhaltsanalyse ausgewertet wurden. Die Ergebnisse offenbaren einerseits die tiefgreifenden und schmerzhaften Othering-Erfahrungen im Alltag der Befragten. Andererseits verharrt die Arbeit nicht in einer reinen Defizitperspektive, sondern richtet den Blick bewusst auf die Handlungsfähigkeit (Agency) der Betroffenen. Sie zeigt auf, welche Bewältigungsstrategien und Ressourcen genutzt werden, um mit den unterschiedlichen Diskriminierungsformen umzugehen.

Die aus Sicht der Betroffenen formulierten Handlungsempfehlungen bieten zudem wertvolle und praxisnahe Impulse. Sie richten sich gleichermaßen an Allies, politische Interessensvertretungen, Sozialprofessionelle in der Bildungsarbeit sowie an queere Communities selbst, um sensibilisierende Räume zu schaffen und strukturelle Veränderungen anzustoßen.

ZUM AUTOR

Tolga Tavan arbeitet als Coach bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und ist zudem freiberuflich in der lösungsorientierten Beratung und Erwachsenenbildung tätig. Mit einem Masterabschluss in Bildung und Beratung (KHSB Berlin) und seinem Hintergrund als Sozialpädagoge (B.A.) liegt sein fachlicher Schwerpunkt im Bereich des strategischen Vielfaltsmanagements (Diversity-Management). In seiner Praxis verbindet er lösungsorientiertes Einzelcoaching mit strategischen Ansätzen zur Entwicklung inklusiver und nachhaltiger Arbeitsumfelder.

 

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