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| Münster, | Tagung,

Praxis- und Forschungstag 2026 am Standort Münster

Seit vielen Jahren ist der Praxis- und Forschungstag am Standort Münster ein fester Bestandteil des Austauschs zwischen Lehrenden und Forschenden, Praxisvertreter_innen und Studierenden. Er bietet die wertvolle Möglichkeit, den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu pflegen – und damit die Verbindung von Theorie und Anwendung kontinuierlich zu stärken. Im Mittelpunkt des diesjährigen Praxis- und Forschungstags steht die Frage, inwieweit soziale Berufe der normative Kompass für eine zukunftsfähige Gesellschaft sein können. Zudem erhalten die Teilnehmenden spannende Einblicke in laufende Forschungsprojekte und Möglichkeiten zur Kooperation mit der Hochschule.

Datum und Uhrzeit 17.06.2026, 09:00 - 13:30 Uhr
Ort/ Adresse

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen
Standort Münster
Piusallee 89
48147 Münster

Veranstalter Fachbereich Sozialwesen Münster

Soziale Berufe stehen im Spannungsfeld zwischen individueller Unterstützung, gesellschaftlicher Verantwortung und strukturellen Herausforderungen. Sie prägen nicht nur den Alltag von Menschen in Krisen, sondern wirken auch als normative Kraft: Sie setzen sich für Gerechtigkeit, Teilhabe und Solidarität ein und gestalten so die Zukunft unserer Gesellschaft mit. Als „normativer Anker“ bieten sie Orientierung durch professionelle Werte, Menschenrechte, Fürsorge und soziale Gerechtigkeit. Doch wie können Soziale Arbeit und Heilpädagogik/ Inklusive Pädagogik angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher Verunsicherung durch multiple Krisen (Klimawandel, soziale Ungleichheit, Digitalisierung, Demokratieerosion, bewaffnete Konflikte und ihre Folgen) diese Rolle für eine lebenswerte, inklusive und demokratische Zukunft weiter stärken?

Der diesjährige Praxis- und Forschungstag lädt Fachkräfte, Studierende, Lehrende und Forschende ein, diese Frage aus wissenschaftlicher, praxisbezogener und politischer Perspektive zu diskutieren. Dabei rücken auch Macht- und Ungleichheitsverhältnisse in Krisenzeiten in den Fokus. In den Workshops werden zudem Belastungen im beruflichen Handeln, die die eigene moralische Integrität berühren und bedrohen können, ebenso wie die Bedeutung einer inklusiven Kinder- und Jugendhilfe und psychologische Aspekte von Radikalisierungsprozessen thematisiert. 

Wir freuen uns auf Sie!

Prof.in Dr.in Sabine Schäper (Praxisbeauftragte Heilpädagogik)
Prof.in Dr.in Judith Haase (Praxisbeauftragte Soziale Arbeit)

Der Anmeldezeitraum geht bis zum 7. Juni 2026.


PROGRAMM

09:00 Uhr                     Stehkaffee

09:30 Uhr                     Begrüßung

09:45 - 10:15 Uhr      Prof.in Dr.in Judith Conrads: Toleranz als Machttechnik: Konstruktionen von Normalität und Andersheit 
                                        in einer vielfältigen Gesellschaft

10:15 - 10:30 Uhr       Pause

10:30 - 12:15 Uhr       Workshops mit Lehrende/Forschende, Praxisvertreter_in, Student_in

12:15 - 12:30 Uhr       Pause mit Mittagssnack

12:30 - 13:00 Uhr       Postersession 

13:00 - 13:30 Uhr       Abschlussplenum 


WORKSHOPS

Was macht radikale Gruppen attraktiv für junge Menschen? Psychologische Erklärungsansätze und ihre Relevanz für die Prävention

Prof. Dr. Bernward Winter, N.N., N.N.
Aus psychologischer Sicht gibt es „gute“, also nachvollziehbare Gründe, warum sich insbesondere Jugendliche und Heranwachsende radikalen Gruppen und Ideen zuwenden: Diese bieten häufig passgenaue Angebote für die Bedürfnisse während der Entwicklung der eigenen Identität und des Umgangs mit einer zunehmend komplexer werdenden Gesellschaft. In diesem Workshop sollen verschiedene Erklärungsansätze vorgestellt und deren Konsequenzen für präventives Arbeiten mit der genannten Zielgruppe gemeinsam diskutiert werden.

Moralische Belastungen

Prof. Dr. Sebastian Laukötter, Michael Katzer (DRK-Kreisverband Steinfurt e.V.), N.N.
Belastungen im beruflichen Handeln im Sozialwesen sind vielfältig. Im Workshop beschäftigen wir uns mit Belastungen, die die eigene moralische Integrität berühren und bedrohen können. Diese moralischen Belastungen im professionellen Handeln zu (er)kennen und zu verstehen ist vor dem Hintergrund gegenwärtiger Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel und der damit vorhandenen Sorge vor einer Deprofessionalisierung von besonderer Bedeutung – sowohl mit Blick auf den guten Umgang mit Klient*innen als auch mit Blick auf die Gesundheit und das Wohl von Fachkräften selbst. Der Workshop gibt Einblicke in aktuelle Forschung zum Thema und vor allem die Möglichkeit zum Austausch über eigene (moralverdrängende) Erfahrungen.

Inklusive Kinder- und Jugendhilfe – dranbleiben lohnt sich!

Prof.in Dr.in Eva Christina Stuckstätte, Silvia Weddeling (Kreisjugendamt Steinfurt), N.N.
Die Inklusive Kinder- und Jugendhilfe ist ein fachlicher Anspruch, der seit vielen Jahren fach- und sozialpolitisch eingefordert wird. Gleichzeitig erachten viele Akteur:innen die aktuellen Bedingungen in den Kommunen für eine umfassende Reform der Kinder- und Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe als äußerst ungünstig: Knappe Kassen, Fachkräftemangel und konkurrierende Prioritäten erschweren eine inklusive Praxis. Seit Ende März 2026 liegt nun der Entwurf des „Ersten Gesetzes zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe“ vor. Klar ist: Veränderungen stehen an, doch wie grundlegend werden diese sein? 

Viele Jugendämter und freie Träger haben sich bereits auf den Weg gemacht, ihre Hilfen im inklusiven Sinne (sozialräumlich) weiterzuentwickeln. Sie sind davon überzeugt, dass inklusive Hilfen anschlussfähiger sind an die Lebenswelten von Familien und somit bedarfsgerechter wirken. In diesem Sinne möchte der Workshop dazu motivieren, am Thema Inklusion dranzubleiben!

Der Workshop verbindet einen kurzen fachlichen Input zum Status Quo der Inklusiven Kinder- und Jugendhilfe, einen Praxisbericht aus dem Kreisjugendamt Steinfurt zum Umsetzungsstand einer gemeinsamen Anlaufstelle für Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung/Behinderung und offene Austauschformate: Wir erfragen Ihre Perspektiven und diskutieren gemeinsam aktuelle Herausforderungen und erste Handlungsschritte. Im Ergebnis erhoffen wir, Ihnen greifbare Impulse für eine inklusive Praxis mit auf den Weg geben zu können.


KONTAKT

Sarah Althöfer

Fachbereichsreferentin für Studium und Praxis

Münster, Sozialwesen

M.A. Monika Laumann

M.A. Monika Laumann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Praxisreferat

Münster

2026 Juni Fachbereich Sozialwesen Münster Tagung Forschung Praxis Münster
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