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No Roids Inside Reloaded (2.0)

„Digitale Prävention des Medikamentenmissbrauchs bei männlichen Jugendlichen“

Angaben zum Projekt

Prof. Dr. Dr. Martin Hörning

Dekan / Professor für Sozialmedizin

Paderborn, Sozialwesen

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Dr. rer. pol. Verena Kopp

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte

Paderborn, Sozialwesen

  • Bürgerstiftung

Projektbeschreibung

Insbesondere männliche Jugendliche und junge Männer, die regelmäßig Kraftsport in Fitnessstudios betreiben, weisen häufig eine hohe Körperaffinität auf. Wird das gewünschte Körperbild nicht allein durch regelmäßiges, intensives Training erzielt, und bestehen keine ausreichenden Kenntnisse im Bereich des „Natural Trainings“ (inkl. legaler Supplementierung und entsprechender Ernährung), ist die Einnahme von illegalen, gesundheitsgefährdenden Substanzen wie Anabolika und missbräuchlich verwendeten Medikamenten (bspw. Clenbuterol, Diurektika, Stimulanzien und Pepithormonen) kein seltener Weg, um die gewünschten Körperformen bei sich in einem „Selbstversuch“ zu kreieren (Kraftsport treibende Mädchen und junge Frauen in Fitnessstudios weisen nur sehr vereinzelt eine Affinität zum Medikamentenmissbrauch auf.).

Die Nebenwirkungen dieses Substanzmissbrauchs sind vielfältig und gravierend. Beschwerden wie Akne, Haarausfall, Leberschäden, Hodenatrophie und Brustdrüsenvergrößerung, Zeugungsunfähigkeit, Impotenz sowie die Schädigung innerer Organe (toxische Hepatitis, Leberzysten, Herzinfarkt usw.) stehen in kausaler Verbindung mit Anabolikakonsum. Zudem besteht eine psychotrope Wirkung: Persönlichkeitsveränderungen, Depressionen, Feindseligkeit und Aggressionen treten vermehrt bei Konsumenten auf (Vgl. bspw. Striegel (2008), Müller-Platz et al. (2006)). Zudem liegen bei manchen Anwendern deutliche Kriterien für eine Substanzabhängigkeit vor.

Eine erhöhte Substanzmittel-Konsumbereitschaft wird aus verschiedenen institutionellen Perspektiven regional beobachtet. Junge Menschen erfahren keine Hilfe, wenn sie aus der Suchtspirale ausbrechen möchten. Sie werden bislang im Rahmen von Primärprävention minimal in diesem Bereich aufgeklärt und erhalten nahezu keine Hilfestellung, wenn sie den Medikamentenkonsum zum Muskelwachstum beenden möchten und bspw. zum Natural Training wechseln möchten.

Die Anfragen von Hilfesuchenden, die an das Projekt, weit nach Ablauf der Förderung, die 2013-2015 durch das Bundesministerium für Gesundheit erfolgte, gestellt werden, steigen seit Mitte des Jahres 2019.

Über das Projekt "No Roids Inside"

In den Jahren 2013 bis 2015 wurde das Projekt „No Roids inside“, bei dem Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie (igsp) unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Martin Hörning angesiedelt und von dem Bundesministerium für Gesundheit gefördert. Dies erfolgte mit der Zielsetzung, eine generelle Sensibilisierung für das Thema Medikamentenmissbrauch im Breitensport bei Ärzten, Apothekern, Fitnessstudio-Betreibern und Breitensportlern zu generieren und eine Datenbasis durch quantitative und qualitative Sozialforschung zu schaffen.

Auf Basis dieser Ergebnisse wurde auch nach Auslauf des Projektes auf ehrenamtlicher Basis durch Prof. Dr. Dr. Martin Hörning weiter der Bereich der Notfallberatung betrieben. „Es ist deutlich ersichtlich, dass Sportler, die Anabolika und andere Medikamente missbräuchlich konsumieren, häufig nicht mehr aus der Suchtspirale finden. Sie selbst oder auch Angehörige wie Eltern und Partnerinnen wenden sich nach wie vor verzweifelt an die Projektadresse mit Fragestellungen rund um das Thema Substanzmittelkonsum. Es melden sich Konsumenten, meist männliche Jugendliche und junge Männer, deren Partnerinnen oder Eltern“ gibt Sozialmediziner Prof. Dr. Dr. Martin Hörning an und verweist auf die gravierenden Folgen. Aufgrund der potenziell gefährlichen Nebenwirkungen besteht berechtigte Sorge um die Gesundheit der User.

No Roids Inside Reloaded

Eine lokale Konkretisierung in einem zweiten Anlauf des Projektes kann jetzt aufgrund der finanziellen Unterstützung der Bürgerstiftung erfolgen. Die Bürgerstiftung unterstützt das Projekt als Leuchtturmprojekt auch ideologisch und hat hier insbesondere die Verknüpfung von Prävention, Digitalisierung und Jugend im Fokus. Das Präventionsprojekt ist schwerpunktmäßig auf die Gruppe männlicher jugendlicher Kraftsportler ausgerichtet.

Konkret heißt das, dass das Projektteam ein institutionelles Netzwerk aus den Bereichen (Kraft-)Sport, Jugendarbeit und Drogenberatung ins Leben rufen wird, welches lokal die Prävention und Notfallhilfe der Zielgruppe „junge männliche Kraftsport-Treibende“ zu ihrem Thema macht.

Zu den aktuellen pandemiegeprägten Zeiten wird dieses Projektziel digital im virtuellen Tagungssetting angegangen:

Im Zuge der digitalen Kommunikationserweiterung ist es ein Ziel, durch (virtuelle) Netzwerktreffen ein Bündnis von professionellen Helfern aus den Bereichen Sport, Medizin, Sozialberatung und Fitnessstudio-Betreibenden auf lokaler Ebene für Paderborn zu gründen.

Außer dem Aufbau eines Netzwerkes wird die Internetseite www.natural-training.info Informationen für Kraftsport-Treibende und Netzwerkpartner zu den Themen Natural Training und Notfallhilfe im Bereich des Medikamentenmissbrauchs liefern.

  • Sie interessieren sich für Natural Training?
  • Sie möchten Teil des Netzwerkes sein?
  • Sie suchen Unterstützung aus der Suchtspirale?

Dann sind Sie bei „No roids inside Reloaded“ absolut richtig!

Kontaktieren Sie uns gerne!

info(at)natural-training.info

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