Exkursion zum 4. Bundeskongress Schulsozialarbeit in Hildesheim
Schülerinnen und Schüler der Leo-Liber-Gesamtschule aus Hannover bei der Darbietung ihres Schul-Rapsongs.
Die Seminarleiterinnen Prof.in Dr.in Katharina Motzke (1.v.r.) und Dr.in Teresa Frank (1.v.l.) mit den teilnehmenden Studierenden des Kooperationsseminars.
Grußworte sprachen neben der Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Karin Prien per Video sowie dem Vertreter aus dem Kultusministerium Niedersachsen, Mustafa Yalcinkaya auch die stellvertretende Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, Lilli Berthold. Sie hob aus deren 10-Punkte-Plan der Mental- Health-Kampagne „Uns geht’s gut?“ das Thema mentale Gesundheit als Querschnittsaufgabe für alle Schularten und Unterrichtsfächer hervor. Dabei komme laut Berthold der Schulsozialarbeit eine gewichtige Rolle zu, denn dort seien die Schüler_innen nicht nur Noten und Problemfälle, sondern einfach Menschen.
Umfangreiches Programm zu vier Themenfeldern
Inhaltlich wartete der Kongress mit einem umfangreichen Programm an Vorträgen und Workshops zu vier Themenfeldern auf. Neben Armut und sozialer Gerechtigkeit, Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie Digitalisierung und Digitalität ging es insbesondere um Professionalität in der Schulsozialarbeit. Das Fundament für eine Auseinandersetzung mit den Themenfeldern lieferte Prof. Wolfgang Schroer von der Universität Hildesheim in seinem Hauptvortrag zur Ermöglichung von Kindheit und Jugend durch Schule.
Daneben gaben einerseits die bundes- und landesweiten Organisationen der Schulsozialarbeit Einblicke in ihre Arbeit, andererseits präsentierten Fachverlage, Initiativen, Träger und Unternehmen ihre praxisrelevanten Angebote. Zum Verweilen, Austauschen und Netzwerken lud zudem eine Best-Practice-Ausstellung von Lehrenden und Studierenden der Hochschule Hannover ein. Schulen präsentierten initiierte Projekte wie Theater und Rap-Songs. Weiteren Raum für Gespräche bot auch der Abend der Begegnung, der mit Buffet und Tanz den ersten Abend entspannt ausklingen ließ.
Forderungen in Hildesheimer Erklärung
Der Kongress schloss am Freitag mit der Verabschiedung der Hildesheimer Erklärung „Schulsozialarbeit für alle jungen Menschen stärken“ (https://www.kv-schulsozialarbeit.de/), in der die Teilnehmenden neben verlässlichen Kooperations- und Finanzierungsstrukturen von Bund, Ländern und Kommunen u.a. den flächendeckenden Ausbau von Schulsozialarbeit mit dem Schlüssel von einer Vollzeitstelle zu 150 jungen Menschen sowie die Schaffung von klaren Kooperationsvereinbarungen vor Ort und die Verankerung interprofessioneller Zusammenarbeit als festen Bestandteil von Schule fordern.
Der gemeinsame Besuch des Kongresses war freiwilliger Teil des von Professorin Katharina Motzke initiierten Kooperationsseminars zur Schulsozialarbeit. Das zweisemestrige Seminar führt BA-Studierende der Sozialen Arbeit aus dem dritten Semester zunächst in das Handlungsfeld der Schulsozialarbeit ein. Im vierten Semester treffen die Studierenden dann mit Lehramtsstudierenden verschiedener Schulformen der Universität zu Köln unter Leitung von Frau Dr.in Teresa Frank des Zentrums für Lehrer_innenbildung (ZfL) aufeinander und nähern sich gemeinsam der später in der Schule geforderten Kooperation zwischen den Professionen.
Text und Bilder: Prof.in Dr.in Katharina Motzke
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Prof'in Dr. Katharina Motzke
Professorin für Theorien und Konzepte Sozialer Arbeit
Köln, Sozialwesen