Gut besucht: Ringvorlesungssitzung zu Empowerment muslimischer Frauen
Mit Erfahrungen von antimuslimischem Rassismus (AMR) sowie mit Strategien, dennoch kraftvoll zu bleiben und sich den Herabsetzungen und Anfeindungen zu widersetzen, beschäftigte sich die aktuelle Sitzung der Ringvorlesung zum Leben in der Migrationsgesellschaft, die am 09.06.2026 unter dem Titel „Empowerment muslimischer Frauen in der Migrationsgesellschaft zwischen Diskriminierung und Selbstermächtigung“ stattfand.
Antimuslimischer Rassismus: Hintergründe und historische Kontexte
Empowermenttrainerin und Sozialarbeiterin Sabrina Rahimi erläuterte in ihrem Vortrag Hintergründe zu AMR und zeigte die historischen Kontexte des Empowerments in der Schwarzen Bürgerrechts- und der Schwarzen Frauenbewegung der USA auf. Sie hob den kollektiven Aspekt von Empowerment hervor und wandte sich gegen ein verkürztes Verständnis, das hauptsächlich auf individuelle Selbstbearbeitung rekurriere statt machtkritisch auch die Strukturen in den Blick zu nehmen und auch gesellschaftliche Deutungsmacht anzustreben.
Kopftuch, Flucht und Ankommen: Erfahrungen muslimischer Frauen
Im anschließenden Gespräch mit Rahimi und Rahaf Aldabbagh, Studentin der Sozialen Arbeit an der katho und Sprach- und Kulturmittlerin, das von Prof. Dr. Judith Conrads (katho) moderiert wurde, erhielten die rund 80 Teilnehmenden Einblicke in Erfahrungen von Flucht und Ankommen in Deutschland als muslimische Frau, deren Kopftuch als Projektionsfläche für stereotypbehaftete und rassistische Diskurse dient: Häufig sähen die Leute ausschließlich das Kopftuch und gar nicht den Menschen darin. Die beiden Referentinnen plädierten demgegenüber dafür, die religiöse Identität muslimischer Frauen als Ressource und nicht als Defizit wahrzunehmen und den Blick darauf zu lenken, was das Kopftuch für die Frauen bedeutet, die es tragen.
Mehr Räume schaffen: Diskussion über Sichtbarkeit und Solidarität
In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurde deutlich, dass es (mehr) Räume braucht, an dem Perspektiven wie diese geteilt werden können.
Foto: Katrin Hermsen
KONTAKT
Prof. Dr. Judith Conrads
Professorin
Münster, Sozialwesen