Humor hilft heilen - Klinik-Clown Christoph Gilsbach zu Besuch im Seminar zu Sterben, Tod und Trauer
Gilsbach ist Pantomime und seit über 30 Jahren einer der Klinik-Clowns am Universitätsklinikum Münster (UKM). Als „Professor Spargetti“ besucht er die mitunter streng isolierten Kinder auf der Infektionsabteilung, der Dialysestation oder als Patienten einer Knochenmarktransplantation. Aber auch in der Erwachsenen-Onkologie, der Geriatrie und im Hospiz ist er unterwegs. Am 23. Juni 2026 war er an der katho in Münster Gast im Seminar „Brücke in eine andere Welt. Zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer“ bei Prof.in Dr.in Andrea Tafferner.
Humor ist eine innere Haltung
Humor ist für Gilsbach eine innere Haltung; vor allem eine Haltung der Wahrnehmung. Manchmal ist er laut, manchmal ist er ganz leise. Aber immer will er die heile Seite eines Menschen berühren. Was leblos ist, was brach liegt, soll lebendig werden. „Humor braucht Mut. Change the routine! Rote Nase statt weißer Kittel“, ist eine von Gilsbachs Maximen. „Seifenblasen sind ein Wundermittel“, weiß Prof. Spargetti, denn sie verändern die Atmosphäre im Raum. Sie ziehen die Aufmerksamkeit eines kranken Kindes „nach außen“, sie geben „Lebens-Impulse“, die wiederum die innere Befindlichkeit verändern. Dass Seifenblasen zudem auch Glückskugeln sein können, konnten die Studierenden unmittelbar erleben. Hat er nicht gerade einen kleinen Glücksbringer aus einer Seifenblase gezaubert? Hoppla, wie ging das denn?
Christoph Gilsbach: Dankbarkeit, Demut und die heitere Seite des Sterbens
Christoph Gilsbach schaut mit Dankbarkeit und Demut auf seine vielen Begegnungen mit kranken und sterbenden Kindern und Erwachsenen. „Warum verwenden Sie nie das Wort ‚sterben‘?“, ist einer Studentin aufgefallen. In der Tat spricht Gilsbach nie vom Sterben, sondern davon, dass gestorbene Kinder „gegangen sind“ – hinüber in die andere Welt. Es ist eine Welt im „Zeitlos-Raum“, wie ein siebenjähriger Junge dies einmal nannte. Gilsbach ist überzeugt von dem verwandelten Leben im „großen Licht“. Die Erzählungen von Christoph Gilsbach haben berührt und eine wichtige Dimension des Lebens auch im Sterben eröffnet: die heitere, helle und heile Seite – eben „alles, was der Seele Stärkung schenkt“.
Text und Foto: Prof.in Dr.in Andrea Tafferner
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Prof. Dr. Andrea Tafferner
Prodekanin / Professorin für Theologie, Sozialphilosophie
Münster, Sozialwesen