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Bundesweit ausgezeichnet: Kooperation zwischen foki-Institut und Erzbischöflichem Berufskolleg setzt Maßstäbe

Eine besondere Würdigung für innovative Schulentwicklung und professionelle Ausbildungsstrukturen: Die Leitung des Erzbischöflichen Berufskollegs Köln, Carsten Arntz und Kathrin Wichmann, wurde am 23. Februar 2026 im Rahmen des renommierten „Deutschen Lehrkräftepreises – Unterricht innovativ“ in Berlin ausgezeichnet. Die vom Deutschen Philologenverband und der Heraeus Bildungsstiftung verliehene Ehrung würdigt nicht nur individuelles Engagement, sondern ein konsequent entwickeltes Schulkonzept, das wissenschaftlich fundierte Qualitätsentwicklung, Lernkultur und strukturelle Innovation in vorbildlicher Weise verbindet. „Ihr agiler Führungsstil fördert eine dynamische, anpassungsfähige und innovationsorientierte Schulkultur“, heißt es in der Begründung der Juror_innen.

Gruppenbild beim Deutschen Lehrkräftepreis (v.l.): Magdalena Sauer (Digitalisierungsbeauftragte, EBK); Carsten Arntz (Schulleiter, EBK), Suse Kunz (Bildungsgangleitung Fachschule für Sozialpädagogik, EBK); Kathrin Wichmann (stellv. Schulleitung, EBK); Greger Hennecke (Öffentlichkeitsbeauftragter, EBK), Prof. Dr. Michael Obermaier (wiss. Begleitung, foki / katho). Foto: Carsten Arntz

Die AXICA Eventlocation/DZ BANK am Pariser Platz in Berlin (Foto: Michael Obermaier)

Ein Blick in die Infoveranstaltung zur „LernVision EBK“ (Foto: Carsten Arntz)

Im Zentrum dieses Erfolgs steht die Schulleitung als Motor der Kooperation. Mit strategischem Weitblick, hoher Innovationsbereitschaft und klarer pädagogischer Orientierung hat sie die Verzahnung von schulischer Ausbildung und wissenschaftlicher Begleitung systematisch vorangetrieben. Die Auszeichnung dokumentiert damit zugleich die Wirksamkeit einer lernenden Organisation, die Entwicklung nicht als punktuelle Reform, sondern als dauerhaft angelegten, evidenzbasierten Prozess versteht.

Eine tragende Rolle übernimmt hierbei das Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki) unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Obermaier. Als wissenschaftliche Schnittstelle zwischen Hochschule, schulischer Praxis und bildungspolitischen Rahmungen bringt das foki aktuelle Forschungsbefunde, Evaluationskompetenz und transferorientierte Expertise in die Kooperationsstruktur ein. Denn „Schulentwicklung braucht Wissenschaft UND Evaluation,“ so Schulleiter Carsten Arntz, „sonst bleibt es bei dem Lernen durch Versuch und Irrtum. Das reicht uns nicht. Wir möchten unsere Schulentwicklung (mit Zahlen, Daten, Fakten) fundieren, damit sie nachhaltig wirkt.“

Wissenschaftlich fundiert: Der ausbildungsintegrierende duale Studiengang Kindheitspädagogik als Kooperationsprojekt

Bereits ab 2014 wurde die Entwicklung eines neuartigen Studienformats durch das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Förderlinie InBiG initiiert. Ziel war es, die Professionalisierung frühpädagogischer Berufe strukturell zu stärken und neue Wege der Verzahnung von Fachschulausbildung und Hochschulstudium zu eröffnen.

Seit 2018 realisiert die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho) – neben fünf weiteren Kooperationskollegs in Köln, Düsseldorf, Neuss und Mönchengladbach – gemeinsam mit dem Erzbischöflichen Berufskolleg Köln den ausbildungsintegrierenden dualen Studiengang Kindheitspädagogik – und seit 2025 auch am Standort Paderborn.

Seit 2019 begleitet das foki diesen Studiengang nicht nur beratend, sondern konzeptionell und forschungsbasiert. Curriculare Abstimmungen, die Integration empirischer Reflexionsformate sowie die systematische Rückbindung praktischer Ausbildungsanteile an aktuelle kindheitspädagogische Diskurse sind Ausdruck eines strukturierten Transfers zwischen Forschung und Praxis. Studierende profitieren von einer engen Verschränkung wissenschaftlicher Theoriebildung, methodischer Kompetenzentwicklung und beruflicher Handlungspraxis.

Die Schulleitung des EBK hat diesen Entwicklungsprozess von Anfang an aktiv mitgestaltet und institutionell abgesichert. Durch verlässliche Kooperationsstrukturen und eine dialogische Abstimmung mit dem foki wurde ein Modell etabliert, das bundesweit als Referenz für gelingende Akademisierung im Feld der frühen Bildung gelten kann.

LernVision EBK als strategischer Kompass – wissenschaftlich begleitet

Ein weiterer zentraler Baustein der Kooperation bildet die am Erzbischöflichen Berufskolleg Köln entwickelte LernVision EBK. Sie versteht – analog zum Forschenden Lernen an der Hochschule – Lernen als verantworteten, reflexiven und partizipativen Prozess. Kompetenzorientierung, individuelle Förderung, transparente Leistungsrückmeldung und gemeinschaftliche Verantwortung sind leitende Prinzipien.

Prof. Dr. Michael Obermaier begleitet diesen schulischen Qualitätsentwicklungsprozess formativ. Mittels empirischer Analysen, strukturierter Feedbackschleifen und theoriegeleiteter Reflexion werden Entwicklungsprozesse kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt. Damit wird Schulentwicklung nicht allein normativ begründet, sondern wissenschaftlich fundiert und organisationsbezogen implementiert.

Die Schulleitung des EBK fungiert hierbei als strategische Steuerungsinstanz: Sie initiiert Entwicklungsimpulse, schafft institutionelle Verbindlichkeit und übersetzt wissenschaftliche Erkenntnisse in tragfähige schulische Strukturen. In enger Abstimmung mit dem foki entsteht so ein lernendes System, das pädagogische Innovation systematisch absichert. „Über die wissenschaftliche Begleitung“, erläutert die stellvertretene Schulleitung Kathrin Wichmann, „schaffen wir Begründungszusammenhänge für unseren Weg - sowohl innerhalb des Kollegiums als auch unter den Lernenden. Ohne Evaluationen hätten wir nur eine vage Idee, wie unsere nächsten Schritte aussehen könnten. Sie gibt uns Orientierung und Struktur.“

Leuchtturmkooperation für die Professionalisierung der Kindheitspädagogik

Die Kooperation zwischen der katho, dem foki und dem Erzbischöflichen Berufskolleg Köln steht exemplarisch für eine neue Qualität des Transfers im Bildungswesen. Forschung wird nicht nachgelagert rezipiert, sondern prozessual integriert; schulische Praxis wird nicht isoliert betrachtet, sondern reflexiv weiterentwickelt.

Gerade im Feld der frühen Bildung, das von komplexen Anforderungen wie Inklusion, Partizipation, Bildungsgerechtigkeit und multiprofessioneller Zusammenarbeit geprägt ist, gewinnt eine solche Struktur besondere Bedeutung. Der duale Studiengang schafft wissenschaftlich fundierte Handlungskompetenz, während die Lernvision des EBK eine Kultur verantworteten Lernens etabliert. Das foki sichert diesen Prozess durch kontinuierliche wissenschaftliche Begleitung und transferorientierte Innovationsarbeit ab.

Die jüngste Auszeichnung als „Vorbildliche Schulleitung“ bestätigt: Nachhaltige Professionalisierung entsteht dort, wo Leitung strategisch und innovativ handelt, wo Kooperation strukturell verankert und auf Augenhöhe praktiziert wird sowie wissenschaftliche Evidenz konsequent genutzt wird.

 

Prof. Dr. Michael Obermaier

Kontakt

Prof. Dr. Michael Obermaier

Professor für Erziehungswissenschaft / Leiter Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki)

Köln, Sozialwesen

2026 Soziales Studium Forschung Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki) katho Köln News
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