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Neuveröffentlichung: „Feinde machen – Islambilder der deutschen Neuen Rechten 1970-2005“

Matheus Hagedorny untersucht in seiner nun erschienenen Dissertation die Islambilder der deutschen Neuen Rechten und geht der Frage nach, ob der Islam und die Muslime in diesem Teil der äußersten Rechten tatsächlich nur das essenziell Andere und Fremde darstellen. Der Autor ist Wissenschaftlicher Leiter im Projekt „Israelbezogenem Antisemitismus an Hochschulen entgegentreten“ (IBAS).

Deutschlands Rechte streitet über den Islam. Während sich die Szene im Kampf gegen eine vermeintliche »Islamisierung« einig zeigt, warnen Vertreter der Neuen Rechten zugleich vor einer prowestlichen »Anti-Islam-Koalition«. Die Wurzeln dieser Ambivalenz sind bislang kaum erforscht. Zentraler Ausgangspunkt der Studie ist die Frage, ob der Islam und die Muslime in diesem Teil der äußersten Rechten tatsächlich das essenziell Andere und Fremde darstellen. Zu diesem Zweck rekonstruiert Matheus Hagedorny die Islambilder in der neurechten Zeitschrift „Criticón“ (1970-2005), die als ideologisches Vorbild für zentrale Leitmedien der heutigen Neuen Rechten gilt. Die Islamverständnisse werden im Kontext der jahrzehntelangen Ideologieproduktion des politisch-publizistischen Milieus der Zeitschrift analysiert. 

Matheus Hagedorny zeigt differenziert, dass der Bereich des Eigenen den Neuen Rechten häufig nicht als selbstverständlich vertraut erscheint – und das muslimische Andere nicht durchweg als fremd. Damit hinterfragt die Arbeit das Othering-Paradigma der postkolonialen Islambildforschung und legt offen, warum es in der äußersten Rechten nicht nur antimuslimischen, sondern auch philomuslimischen Rassismus gibt.
 

Hagedorny, Matheus (2026): Feinde machen – Islambilder der deutschen Neuen Rechten 1970-2005, Weinheim, 350 Seiten.
 

Matheus Hagedorny

Kontakt

Matheus Hagedorny

Wissenschaftliche Leitung im Projekt „Israelbezogenem Antisemitismus an Hochschulen entgegentreten“ (IBAS)

Köln, Sozialwesen

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