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Durchführung einer Bestandsaufnahme von Interventionen (Modelle guter Praxis) zur Prävention und Gesundheitsförderung bei Kindern aus psychisch belasteten Familien

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief
Status abgeschlossen
Laufzeit 01.07.2017 – 31.05.2018
Themengebiete Kinderschutz, Prävention, Sozialwesen
Standort Köln

Projektbeschreibung

Nahezu ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland ist innerhalb eines Jahres von mindestens einer psychischen Erkrankung betroffen und wiederum ein Drittel aller psychisch erkrankten Personen haben minderjährige Kinder. Vor allem präventive Angebote und Programme für Kinder aus psychisch belasteten Familien, so die empirische Datenlage, können betroffene Kinder im Sinne von Resilienz stärken und so einen positiven Entwicklungsverlauf begünstigen. Insbesondere vor dem Hintergrund des 2015 verabschiedeten Präventionsgesetzes (SGB V § 20ff.) erhalten präventive Programme – besonders in den Settings Tagesstätten für Kinder, (Grund)Schulen und Kommunen – auch ökonomische Unterstützung und gewinnen somit an politischer und pädagogischen Bedeutung für präventive und gesundheitsorientierte Maßnahmen. Andererseits attestiert etwa der 15. Kinder- und Jugendbericht (2009, 235), dass die „überwiegende Anzahl der Unterstützungsangebote (…) in Form von Projekten organisiert, d. h. zeitlich befristet und nicht im Regelangebot vor Ort verankert“ ist. Vor diesem Hintergrund analysiert die vorliegende und von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) beauftragte Bestandsaufnahme die in einschlägigen Datenbanken gelisteten Interventionen zur Prävention und Gesundheitsförderung bei Kindern aus psychisch belasteten Familien, bewertet diese anhand der Kriterien aus dem Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverband, den Good-Practice-Kriterien des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit sowie entlang erziehungswissenschaftlicher Qualitätskriterien. Die Rechercheergebnisse, die sowohl in Form schriftlicher und telefonischer Interviews reflektiert als auch im Rahmen eines Expert_innenenworkshops kommunikativ validiert wurden, wurden abschließend in zentrale Empfehlungen verdichtet:

Es konnten wenige verhältnispräventive Angebote durch die Recherche identifiziert werden. Bei den verhältnispräventiven Maßnahmen steht vor allem die Vernetzung mit anderen Einrichtungen aus Sicht der Projekte im Vordergrund. Zudem zeigt sich bei vielen gefundenen Projekten ein deutlicher Mangel an Evidenzbasierung, methodischer Klarheit, konzeptioneller Nachvollziehbarkeit und der Orientierung an den Qualitätskriterien des Leitfadens Prävention, Good-Practice-Kriterien des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit und des Setting-Ansatzes. Empfohlen wird auf Basis der Bestandsaufnahme und der Befragung von Expert_innen eine bessere Informationsbereitstellung von Projekten in einer zentralen Datenbank, die Relativierung von Qualitätsstandards aufgrund regionaler Besonderheiten, die breite Qualifizierung des pädagogischen Fachpersonals sowie die Kombination von universellen und spezifischen Präventionsangeboten im Sinne der Verbesserung der Familienresilienz. Um die Ziele und Vorgaben aus dem Leitfaden Prävention, des Setting-Ansatzes und der Good-Practice-Kriterien des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit zur Prävention und Gesundheitsförderung bei Kindern aus psychisch belasten Familien umzusetzen, empfiehlt es sich, bewährte Projekte im Sinne des Setting-Ansatzes zu kombinieren, anzubieten und die Wirkung im Zeitverlauf in den Kommunen und Lebenswelten der Kinder zu überprüfen. Trotz der hohen Epidemiologie und auch einer Vielzahl von Projekten ist die Wirksamkeit dieser Interventionen zumeist vermutet, so dass sich hier eine große Forschungslücke zeigt.

Das iterativ-agil angelegte Design inkludierte folgende Methoden: Strukturierte Datenbankrecherche, Metaanalyse (Sekundäranalyse), schriftliche und telefonische Interviews, Forschungsdelphi Expert_innenworkshops und Kommunikative Validierung.

Prof. Dr. Michael Obermaier

Prodekan I / Professor für Erziehungswissenschaft Köln, Sozialwesen

Prof. Dr. Thorsten Köhler

Professor für Sozialwissenschaft Köln, Sozialwesen

Amelie Bernal Copano

Email: a.bernalcopano(at)katho-nrw.de

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