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Kultursensibilität im Gesundheitswesen

Entwicklung eines Modulhandbuchs für eine kompetenzorientierte, wissenschaftsbasierte und multiprofessionelle Aus-, Fort- und Weiterbildung in den therapeutischen und pflegerischen Gesundheitsfachberufen

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief
Status abgeschlossen
Laufzeit 01.02.2017 – 31.01.2018
Themengebiete Bildung, Gesundheitswesen, Profession, Teilhabe
Standort Köln

Projektbeschreibung

Heterogenität und Diversität kennzeichnen das Zusammenleben der Menschen und gehen mit veränderten Anforderungen an die therapeutischen und pflegerischen Gesundheitsfachberufe einher. Menschen aus anderen Kulturen und mit anderen Lebenshintergründen, aus gesellschaftlich benachteiligten Gruppen, mit verschiedenen Lebensentwürfen, mit unterschiedlicher geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung sowie mit vielfältigen Vorstellungen vom Zusammenleben fordern von den Professionellen im Gesundheits- und Pflegewesen eine veränderte Einstellung und Haltung: Vielfalt und Unterschiede sollen in der Begleitung und in einer individuellen Gestaltung von pflegerischen und therapeutischen Prozessen wertschätzend und anerkennend integriert werden. In den therapeutischen und pflegerischen Gesundheitsfachberufen bezeichnet der Begriff Kultursensibilität eine solche an der individuellen Lebenswelt und Lebensgeschichte ausgerichtete Beziehungsgestaltung.

Die zunehmende Bedeutung interkultureller Kompetenz in diesen Berufen hat das zuständige Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen veranlasst, den Auftrag zur Entwicklung eines Modulhandbuchs zur „Kultursensibilität im Gesundheitswesen“ zu vergeben: Gemeinsame interdisziplinäre Lernprozesse verschiedener Berufsgruppen sollen den Umgang mit Vielfalt und Verschiedenheit zusätzlich fördern.

Die Konzeption des Modulhandbuchs wurde von einem sieben Personen umfassenden Projektteam erarbeitet und mit Expert_innen diskutiert. Lehrerfahrene Pflegepädagog_innen beteiligten sich an der Erprobung ausgewählter Methoden des interkulturellen Lernens und gaben wichtige Impulse für die Weiterentwicklung. Die Gesamtkonzeption des Modulhandbuchs wurde in einer Vorab-Evaluation mit einer kleinen interdisziplinären Expertengruppe aus verschiedenen Berufsgruppen und Handlungsfeldern konsensorientiert beraten.

Auf der Grundlage von Kultur- und Diversitätsmodellen entwickelte die Projektgruppe in einem mehrphasigen Curriculum-Konstruktionsprozess ein Modulhandbuch für die Berufsgruppen der Pflegenden (Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege), der Hebammen sowie der therapeutischen Berufe der Physio-/Ergotherapie sowie der Logopädie. Ein im Projekt konzipiertes „Multiaxiales Modell der pflegerischen und therapeutischen Gesundheitsfachberufe“ (Zwicker-Pelzer, 2017) unterstützte die interdisziplinäre Konstruktion von insgesamt neun Modulen, die auf verschiedene Systemebenen bezogen sind. So fokussieren die Module sowohl kultursensible Kompetenzen in der Interaktion zwischen Professionellen und Klient_innen als auch in der Zusammenarbeit von Teams und in Organisationen sowie in zivilgesellschaftlichen Prozessen.

Das 277 Seiten umfassende Modulhandbuch beinhaltet im Ergebnis fünf Teile: neben einem einführenden Teil einen ausführlichen curricularen Begründungsrahmen, die Beschreibung des curricularen Konstruktionsprozesses, die Beschreibung der entwickelten Module nach einem einheitlichen Darlegungsmuster und einen umfangreichen Anlagenteil mit Methodenkoffer, Literaturverzeichnis und Glossar.

Prof. Gertrud Hundenborn

Professorin für Pflegepädagogik
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Prof. Dr. phil. Guido Heuel

Professor / Auslandsbeauftragter Köln, Gesundheitswesen

Prof. Dr. Renate Zwicker-Pelzer

Professorin für Erziehungswissenschaften und Beratung

Wissenschaftliche Hilfskräfte

  • Shilan Fendi
  • Hannah Scholl
  • Katja Mausolf
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