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Abschlussfachtagung der Vertiefungsspur ASD an der EvH Bochum

Wie muss sich ein Jugendamt weiterentwickeln, um auch künftig Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien verlässlich beraten, unterstützen und schützen zu können? Mit dieser Leitfrage beschäftigten sich rund 120 Studierende der drei beteiligten Hochschulen, Fach- und Leitungskräfte aus Jugendämtern sowie Vertreter_innen aus Politik und Wissenschaft auf der Abschlussfachtagung zur ersten Förderphase des Projekts ‚Vertiefungsspur ASD‘ am 16. Juni 2026 an der Evangelischen Hochschule (EvH) Bochum.

Rund 120 Studierende der drei beteiligten Hochschulen, Fach- und Leitungskräfte aus Jugendämtern sowie Vertreter_innen aus Politik und Wissenschaft nahmen an der Fachtagung teil. (Foto: Carmen Tomlik) – Weitere Fotos finden Sie unten in der Bildergalerie.

Unter dem Titel „Jugendamt der Zukunft: Mut zur Veränderung?“ richtete die Veranstaltung den Blick auf aktuelle Herausforderungen, notwendige Rahmenbedingungen und konkrete Perspektiven für die Weiterentwicklung der Jugendämter. Im Mittelpunkt stand der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) als Herzstück der Arbeit im Jugendamt. Seine Fachkräfte beraten und unterstützen Heranwachsende und Familien, gestalten Hilfen und übernehmen Verantwortung im Kinderschutz. Damit bewegen sie sich in einem anspruchsvollen Arbeitsfeld, das durch steigende fachliche Anforderungen, komplexe Lebenslagen und strukturelle Veränderungen geprägt ist.

Austausch über Erfahrungen im Qualifizierungsprogramm

Bereits am Vorabend der Fachtagung kamen Studierende aller beteiligten Hochschulen mit dem Projektteam zu einem lockeren Abendprogramm zusammen. Diese Begegnung bot Interessierten die Gelegenheit, sich kennenzulernen, Erfahrungen aus der Qualifizierungsmöglichkeit ‚Vertiefungsspur ASD‘ zu teilen und sich über berufliche Perspektiven im Arbeitsfeld des ASD auszutauschen.

Die Fachtagung selbst ermöglichte einen lebendigen Austausch unterschiedlicher Akteur_innen aus Wissenschaft, Praxis und Politik. Nach fachlichen Impulsen vertieften die Teilnehmenden zentrale Zukunftsfragen des ASD in Workshops und einer abschließenden Podiumsdiskussion. Studierende brachten ihre Erwartungen an das Berufsfeld ein, Fach- und Leitungskräfte berichteten aus ihrer Praxis, während Vertreter_innen aus Wissenschaft und Politik den Diskurs um fachliche und strukturelle Perspektiven ergänzten.

Workshops zu Kinderschutz, Inklusion und kommunale Vernetzung

Die katho war neben den Projektteams der beiden Standorte Aachen und Münster und einigen Projektpartner_innen aus den Jugendämtern der Modellregionen mit rund 30 Studierenden auf der Abschlusstagung vertreten. Sie brachte zudem ihre Expertise in drei Workshops in die Fachtagung ein. Im Workshop „§ 8a SGB VIII in der Praxis: Kinderschutz für Kinder mit Behinderungen“ von Prof.in Dr.in Judith Haase (katho Standort Münster), Ingo Borgers (Jugendamt Stadt Bocholt) und Isabelle Rusche (Jugendamt Kreis Borken) standen die besonderen Herausforderungen beim Schutz von Kindern mit Behinderungen sowie die Anforderungen an Verfahren nach § 8a SGB VIII im Mittelpunkt. Anhand praxisnaher Fallbeispiele wurden mögliche Gefährdungseinschätzungen und daraus resultierende fachliche, rechtliche und praktische Handlungsschritte diskutiert. 

In einem zweiten Workshop referierte Stefan Pietsch (Jugendamt Stadt Eschweiler) am Beispiel der Eingliederungshilfe des Jugendamtes der Stadt Eschweiler, inwiefern der Inklusionsauftrag des ASD unlängst keine Ausnahme, sondern inzwischen eine Standardleistung darstellt. Der dritte Workshop „Vernetzt statt verstrickt: Kommunale Kooperation als Motor für ein inklusives Jugendamt“ von Nadine Faber-Strauch (katho Standort Aachen) widmete sich der Bedeutung von Kooperation und Vernetzung für die Umsetzung der inklusiven SGB-VIII-Reform. Im Fokus stand die Frage, wie durch verbindliche Zusammenarbeit bestehende Zuständigkeitsgrenzen überwunden und tragfähige Strukturen für ein inklusives Jugendamt geschaffen werden können.

Erfolgreicher Abschluss der ersten Projektphase

Die Fachtagung markierte den erfolgreichen Abschluss der ersten Projektphase des vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Projektes ‚Vertiefungsspur ASD‘. Bislang nutzen mehr als 360 Studierende der EvH Bochum, der FH Münster sowie der katho an den Standorten Aachen und Münster diese Qualifizierungsmöglichkeit im Rahmen des Bachelorstudiums Soziale Arbeit. Erste Absolvent_innen haben das Qualifizierungsprofil bereits erworben und damit vertiefende Einblicke sowie differenziertes Wissen zur ASD-Arbeit gewonnen. Einige von ihnen sind mittlerweile auch in Jugendämtern der beteiligten Regionen tätig.

 

IMPRESSIONEN

Blick auf die Bühne eines großen Hörsaals. Ein Mann spricht an einem Stehpult, hinter ihm eine Präsentation mit der Auschriuft "Veränderte BEdinmgungen des Aufwachsens" und dem Logo der EvH. Die Sitzreihen sind komplett gefüllt. Studierende der katho, der FH Münster und der EvH Bochum, Fach- und Leitungskräfte aus Jugendämtern sowie Vertreter_innen aus Politik und Wissenschaft nahmen teil. (Foto: Carmen Tomlik)
Drei Männer und drei Frauen sitzen in einem Stuhlhalbkreis auf einem Podium. Ein Mann spricht in ein Mikrofon, die anderen wenden sich ihm zu. Das Tagungsthema „Jugendamt der Zukunft: Mut zur Veränderung?“ wurde u.a. in einer Podiumsdiskussion vertieft. (Foto: Carmen Tomlik)
Zwei Frauen bei einer Podiumsdiskussion. Die linke Frau hält ein Mikrofon und spricht, die rechts hört zu. Prof.in Dr.in Judith Haase (katho-Standort Münster, li.) ergänzte den Diskurs um wissenschaftliche Perspektiven. (Foto: Carmen Tomlik)
Vier Studierende auf einer Sitzfläche draußen, umgeben von Wiese, Autos und Häusern. Sie sprechen miteinander und schreiben etwas auf. Workshops und Gruppenarbeiten waren ein wesentlicher Bestandteil der Fachtagung. (Foto: Lino Tinnefeld)
Mehrere Menschen stehen in kleinen Gruppen im Außenbereich eines Hochschulgebäudes. In der Pause gab es Gelegenheit zum fachlichen und persönlichen Austausch. (Foto: Carmen Tomlik)
Gruppenbild mit 18 Studierenden und Projektmitarbeitenden, draußen vor einer gemauerten Wand. Die Studierenden und Projektmitarbeitenden vom katho-Standort Aachen (Foto: Lino Tinnefeld)
Gruppenbild mit 11 Studierenden und Projektmitarbeitenden, auf einer Wiese vor einem großen Busch. Die Studierenden und Projektmitarbeitenden vom katho-Standort Münster (Foto: katho)

Das Projekt "Vertiefungsspur ASD" wird vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW gefördert.

Prof. Dr. Dominik Farrenberg

KONTAKT

Prof. Dr. Dominik Farrenberg

Prodekan II / Studiengangsleitung Bachelor Soziale Arbeit; Professur für Theorien und Konzepte Sozialer Arbeit, Schwerpunkt: Sozialpädagogische Zugänge

Aachen, Sozialwesen

Prof. Dr.  Judith Haase

Prof. Dr. Judith Haase

Beauftragte für den Bereich Praxis & Supervision (Soz. Arbeit) / Representative for the area of practice & supervision (social work)

Münster, Sozialwesen

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