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Delegation des Gordon Academic College of Education besuchte die katho

Vom 17. bis 23. November 2021 waren Prof. Rhonda Sofer, Ph.D., Anthropologin, gemeinsam mit dem Geographen Dr. Stan Sofer (beide vom International Center des Gordon Academic College of Education) zu Gast an drei Standorten der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho).

Der Rektor der katho, Prof. Dr. Hans Hobelsberger (2. von rechts), sowie katho-Kanzler Bernward Robrecht (3. von links) nahmen die Gäste aus Isreal am Standort Köln in Empfang – und freuen sich auf viele weitere Jahre dieser wichtigen Partnerschaft.

Besonderer Grund zur Freude: Auf dem Hintergrund ihres umfassenden und langjährigen Engagements für die Schaffung von institutionellen Strukturen und Know-how bei der Durchführung von multilateralen Projekten der internationalen Zusammenarbeit zwischen israelischen und europäischen Hochschulen war Prof. Rhonda Sofer kurz vor ihrer Abreise vom Staat Israel der akademische Grad eines „associate professor“ verliehen worden. Dazu gratulierte Bernward Robrecht der neu Beförderten recht herzlich.

Die Gäste aus Israel absolvierten gemeinsam mit einigen Mitarbeiter_innen der katho ein umfangreiches Programm, das einmal mehr deutlich machte, dass die Partnerschaft, die im Jahr 2017 in der Abteilung Köln ihren Anfang genommen hatte, mittlerweile alle Fachbereiche und Managementebenen der katho umfasst.

Startschuss für den Aufenthalt der Besucher aus Israel waren zwei Expertengespräche zum Thema Qualitätsmanagement am katho-Standort Köln: Gemeinsam mit Prof. Dr. Marcus Siebolds, dem QM-Beauftragten des Fachbereichs Gesundheitswesen, der QM-Koordinatorin der Hochschule Lisa Jungkamp sowie Helene Hofmann, Matthias Kaufmann und Julia Fleißig vom International Office diskutierten die Gäste die Besonderheiten von Qualitätsmanagement an einer Hochschule. Diese öffnet ihren Mitgliedern auf der Basis der grundgesetzlich garantierten Wissenschaftsfreiheit breite Gestaltungsräume. Dabei ist sie gleichzeitig an die jeweiligen Hochschulgesetze gebunden und hat in ihren Management-Vollzügen zudem die Regeln des Verwaltungs- und Haushaltsrechts zu beachten.  Auch die Erstellung eines hochschulübergreifenden Flussdiagramms für einen gemeinsamen Arbeitsprozess, eine Lehrveranstaltung oder ein Modul wurde vorbereitet. Kanzler Bernward Robrecht zeigte sich mit diesen Ansätzen zufrieden: „Die Definition von Rollen und die Benennung von konkreten, aufeinanderfolgenden Schritten bei der Konzeption und Planung von Projekten sind wichtige Instrumente auf dem Weg von gemeinsamen Ideen und Visionen hin zu durchführbaren Maßnahmen.“

Erasmus+ und internationale Drittmittelgeber

Die Form und die (Weiter-)Entwicklung partnerschaftlicher Austausche ist von Finanzmitteln abhängig. Wie das Portfolio von geeigneten Förderoptionen erweitert werden könnte, war Gegenstand einer weiteren Arbeitssitzung zwischen dem Ehepaar Sofer und den Referatsmitarbeiter_innen des International Office. Dabei standen die inhaltlichen Schwerpunkte des neuen Erasmus+ -Programms auf der Agenda, ebenso wie die Sichtung und Diskussion der Angebote potentieller nationaler und internationaler Drittmittelgeber. Das Ergebnis wurde dem Rektor der katho, Prof. Dr. Hans Hobelsberger, bei dem folgenden Arbeitsgespräch präsentiert.

Im Rahmen des online durchgeführten Seminars von Prof. Dr. Anna Zembala im Fachbereich Sozialwesen am Standort Köln setzte sich das Gastdozentenpaar mit dem Thema „Stereotypen und Vorurteile“ auseinander und fragte gemeinsam mit den Studierenden danach, wie die Kulturpädagogik dazu beitragen könne, diese hin zu einer Haltung von Toleranz zu transformieren. Vorab hatten sich die Lehrenden des im Sommersemester 2022 durchgeführten bilateralen Online-Seminars zur Erinnerungskultur über die Möglichkeit der Weiterführung des Themas ausgetauscht. 

Beteiligung an der Lehre

Die Abteilung Münster wurde dem Ehepaar Sofer durch den Prodekan Prof. Dr. Johannes Nathschläger vorgestellt und gezeigt. Im Rahmen eines kulturpädagogischen Seminares von Prof. Dr. Jochen Bonz gab Rhonda Sofer eine Vorlesung zum Thema HOW ANOTHER CULTURE PERCEIVES THEIR OWN WORLD. Sie stellte darin die Ergebnisse ihrer in den späten 1970er-Jahren im Jerusalemer Stadtteil Me'a Sche'arim durchgeführten Studie über die Rolle der Frau in einer Gemeinschaft ultraorthodoxer Juden vor. Das heute ja auch medial viel beachtete Thema stellte damals ein Forschungsdesiderat dar – und Rhonda Sofers Studie eine wahre Pionierarbeit. Die Studierenden griffen ihre lebendige Darstellung in vielen Nachfragen auf, und es ergab sich eine interaktive Diskussion – in englischer Sprache, versteht sich. Aus Sicht von Jochen Bonz ist bemerkenswert, dass Rhonda Sofer in ihren Ausführungen ein besonderes Gewicht auf die Methodik des ethnografischen Feldforschens legte und den Wert aufzeigte, den speziell diese Methode und darüber hinaus überhaupt die kulturanthropologische Haltung für die Soziale Arbeit und Heilpädagogik besitzt: Menschen als Subjekte von Welten zu verstehen, die es zu begreifen gilt, wenn man den Menschen gerecht werden möchte.

Im Gespräch mit Prof. Dr. Sabine Schäper (Professorin für Heilpädagogische Methodik und Intervention am Standort Münster) und Anna Roemer (wissenschaftliche Mitarbeiterin) gewannen die Gäste Einblick in die Studiengänge im Bereich Heilpädagogik und die Arbeit des Instituts für Teilhabeforschung. Inclusive Education ist ein Schwerpunkt am Gordon Academic College, daher gab es großes Interesse am deutschen Schulsystem und Fragen zu inklusiver Bildung. Intensiv wurde über historische Hintergründe heutiger Praxis – wie die Verbrechen des Nationalsozialismus an Menschen mit Behinderungen – und deren Auswirkungen bis heute diskutiert. Einblicke in das Forschungsprojekt „PiCarDi“ (Palliative Care for people with intellectual and multiple disabilities) konnten diese Auswirkungen gut veranschaulichen.

Erinnerung bewahren und in die Zukunft denken

Auf Einladung des Zentrums für Antisemitismus- und Rassismusforschung (CARS) der katho besuchten die Gäste sowie Mitarbeiter_innen des International Office die Aachener Abteilung, an der das CARS seinen Sitz hat. Nach einer interessanten Führung durch die architektonisch bemerkenswerte Aachener Abteilung, bei der der Prodekan Prof. Dr. Joachim Söder einige Informationen zum Bauhaus sowie der Historie des Gebäudes und der ehemaligen Frauenschule teilte, folgte eine Vorstellung des Gordon Academic College of Education (GACE) durch Rhonda Sofer. Dabei wurden mehrere innovative Projekte und neue Lehr-/Lernmethoden präsentiert und anschließend Ideen für zukünftige Vorhaben besprochen. An der Diskussionsrunde zu den Optionen der akademischen Kooperation beteiligten sich neben den Gästen aus Israel auch Joachim Söder sowie Dr. Michael Ziemons (Dezernent für Soziales und Gesundheit der StädteRegion Aachen), Matthias Kaufmann, Prof. Dr. Norbert Frieters-Reermann (Internationalisierungsbeauftragter für die Abteilung Aachen) sowie Julia Breidung (Referentin des CARS). In einer angeregten Diskussion wurden verschiedene Herausforderungen der Gegenwart thematisiert und Möglichkeiten diskutiert, diese durch gemeinsame Projekte zu adressieren. Dabei war unter anderem auch der gegenwärtige Antisemitismus als Herausforderung für die Gesellschaft ein wichtiges Thema, ebenso wie die zentrale Aufgabe, Konzepte zur Erinnerungsarbeit zu entwickeln, die nachhaltige und wirksame Lernerfahrungen in der Migrationsgesellschaft ermöglichen. Nach dieser engagierten Gesprächsrunde, bei der viele interessante Ideen zur gemeinsamen Zusammenarbeit entstanden, steht fest, dass zukünftig in enger Kooperation gemeinsame Lehrprojekte entwickelt werden sollen, die für Studierende beider Hochschulen angeboten werden.

Für die katho ist die Partnerschaft und der intensive Austausch mit dem Gordon Academic College zentral wichtig und sie freut sich auf viele weitere inspirierende Begegnungen.

Bei inhaltlichen Fragen:

Julia Breidung

Julia Maria Breidung

Referentin des Zentrums für Antisemitismus- und Rassismusforschung (CARS)

Aachen, Sozialwesen

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Helene Hofmann

Helene Hofmann

Leitung International Office, Erasmus+ Institutional Coordinator

Köln, Dezernat VI - Akademische Angelegenheiten

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Prof. Dr. Sabine Schäper

Prof. Dr. theol. Sabine Schäper

Professorin für Heilpädagogische Methodik und Intervention

Münster, Sozialwesen

Prof. Dr. Jochen Bonz

Prof. Dr. Jochen Bonz

Professor

Münster, Sozialwesen

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