Die katho auf der Weltkonferenz der Sozialen Arbeit in Nairobi
Vom 26. bis 29. Juni 2026 fand im Kenyatta International Convention Centre in Nairobi (Kenia) die Joint World Conference on Social Work and Social Development (SWSD) statt. Ausgerichtet wurde der Weltkongress gemeinsam von der International Association of Schools of Social Work (IASSW), dem International Council on Social Welfare (ICSW) und der International Federation of Social Workers (IFSW). Mit über 500 Vorträgen an vier Kongresstagen bot die Konferenz ein eindrucksvolles Panorama der internationalen Sozialen Arbeit und versammelte weit über 1000 Fachkräfte, Lehrende, Forschende und politische Akteur_innen aus allen Teilen der Welt.
Harambee - das Motto des Kongresses
Der Kongress stand unter dem Motto „Harambee for Sustainable Shared Futures". Harambee – Swahili für „alle ziehen an einem Strang" – ist in Kenia ein zutiefst normativer Begriff: Er steht für Solidarität, kollektive Verantwortung und gemeinschaftliches Handeln. Dieser Geist prägte die gesamte Konferenz spürbar.
Die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen war dabei als einzige deutschsprachige Hochschule mit mehreren hauptamtlichen Referenten vertreten. Prof. Dr. Johannes Nathschläger und Prof. Dr. Felix Manuel Nuss aus der Abteilung Münster präsentierten ihre Beiträge jeweils auf der Hauptbühne des Kongresses.
Sinnfragen stellen die Soziale Arbeit vor Herausforderungen
Prof. Dr. Johannes Nathschläger sprach zum Thema „Existential Social Work – Addressing Questions of Meaning in Contemporary Western Welfare States". Im Zentrum seines Vortrags stand die These, dass Sinnfragen die Soziale Arbeit vor wachsende Herausforderungen stellen – und dass sich diese durch technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz sowie durch steigende Lebenserwartungen künftig noch signifikant intensivieren werden. Existenzielle Perspektiven gewinnen damit u.a. für die Arbeit mit jungen Menschen in westlichen Wohlfahrtsgesellschaften zunehmend an Bedeutung.
Reflexivität als Schlüsselkompetenz
Prof. Dr. Felix Manuel Nuss präsentierte seinen Beitrag „Connecting Theory and Practice in Social Work Education – Reflexivity as a Core Competence for Sustainable Professional Development". In Anknüpfung an das Modell der reflexiven Sozialpädagogik von Dewe und Otto zeigte er auf, wie Reflexivität als Schlüsselkompetenz die Vermittlung von Theorie und Praxis trägt und damit zur Grundlage nachhaltiger professioneller Entwicklung in der Ausbildung Sozialer Arbeit wird.
Besuche sozialer Einrichtungen vor Ort
Über den fachlichen Austausch hinaus nutzten die beiden Professoren den Aufenthalt für Einblicke in die Praxis der Sozialen Arbeit vor Ort. Auf dem Programm standen Besuche bei lokalen Einrichtungen, darunter eine Hilfseinrichtung für Straßenkinder in Nairobi, die unter herausfordernden Bedingungen beeindruckende Arbeit leistet. Besonders vielversprechend: Mit Kolleg_innen der University of Nairobi wurden erste gemeinsame Projektideen für zukünftige Kooperationen entwickelt – ein wichtiger Baustein für die weitere Internationalisierung der Hochschule.
Die nächste Joint World Conference findet 2028 in Paris statt. Die katho freut sich auf die Fortsetzung des internationalen Dialogs – ganz im Geiste von "Harambee".
Text: Prof. Dr. Johannes Nathschläger
Fotos: Prof. Dr. Johannes Nathschläger und Prof. Dr. Felix Manuel Nuss
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Prof. Dr. Felix Manuel Nuss
Professor
Münster, Sozialwesen
Prof. Dr. Johannes Nathschläger
Münster, Sozialwesen