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| Aachen,

Inklusive Band „NeonGrau52“ begeistert bei Fotovernissage

Das ZÄSKO lud, in Kooperation mit der Lebenshilfe und FAUNA e.V., zu einer besonderen Veranstaltung voller Musik, Kunst, Begegnung und Emotionen ein. Neben einem der Abschlussauftritte der Band „NeonGrau52” fand eine Vernissage zur Präsentation des Projekts „Gedankenlos” von FAUNA statt. Die Fotos sind nur noch wenige Tage im Dozierendentrakt der katho in Aachen zu sehen.

Die Band Neongrau52

Fotograf Sascha Gast gemeinsam mit Irene Krebs und Andrea Kratz von der Freien Alten- und Nachbarschaftshilfe e.V. (FAUNA)

Sascha Gast portraitierte die Interpret_innen des Liedes „Gedankenlos“

Eröffnet wurde der Abend durch Prof.in Dr.in Damaris Nübel, die die Gäste herzlich begrüßte und allen Beteiligten, Unterstützenden und Helfenden ihren Dank aussprach. Schon zu Beginn wurde deutlich, dass dieser Abend weit mehr sein sollte als eine klassische Kulturveranstaltung: Es ging um Teilhabe, Gemeinschaft und echte Begegnungen.

Inklusive Musikgruppe „Neongrau52“ stellt sich vor

Die Band „Neongrau52“ stellte sich persönlich vor, jedes Bandmitglied erzählte von sich, gab Einblicke in die gemeinsame Arbeit und machte deutlich, wie viel Herzblut hinter der Musik steckt. „Neongrau52“ ist eine inklusive Musikgruppe aus Aachen, die in der Lebenshilfe Aachen entstanden ist. Die Band tritt bei Veranstaltungen rund um Teilhabe und Inklusion auf und wird in diesem Zusammenhang als musikalischer Beitrag zu Projekten der Lebenshilfe wahrgenommen. Die Lebenshilfe selbst gründete sich 1958 vorrangig aus einer Elterninitiative, dem Pädagogen Mutters und Fachpersonal, um zuerst Angebote und Einrichtungen für behinderte Menschen zu fördern. Heute ist eines ihrer Leitziele Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben zu unterstützen. Mit dem Lied „Verschiedene Farben“, in dem die Band die unverzichtbare Vielfallt der Menschen thematisierten, läuteten sie den musikalischen Teil ein, der mit vielen weiteren Ausschnitten der gemeinsam erarbeiteten Lieder erweitert wurde. 

Die Kunst spielte an diesem Abend ebenfalls eine zentrale Rolle. Zwei KünstlerInnen der Kunstwerkstatt, welches ein Projekt der Lebenshilfe Aachen ist, stellten ihre Arbeit vor und gaben Einblicke in ihre kreativen Prozesse, die jede Besucherin und jeder Besucher in einem Give A Way-Beutel mit nach Hause nehmen durfte. Das Projekt bietet Künstler_innen mit Beeinträchtigung Arbeitsplätze und Entfaltungsräume.

“Menschen mit Demenz haben verdammt viel zu sagen”

Ein weiteres Highlight des Abends war die Präsentation von Porträts, die der Fotograf Sascha Gast gemacht hat. Die Fotos sind im Rahmen eines Projekts der Fauna e.V. und NeonGrau52 entstanden. Die Freie Alten- und Nachbarschaftshilfe e.V. (FAUNA) wurde Irene Krebs und Andrea Kratz vorgestellt. Diese machten deutlich, wie wichtig kulturelle und soziale Teilhabe ist und dass Gemeinschaft weit über reine Wohn- und Pflegeangebote hinausgeht. Andrea Kratz erinnerte an den Projektbeginn vor einem Jahr. 

„Gedankenlos“ ist der Titel des Liedes, das NeonGrau52 und Bewohner_innen der Demenz-Wohngemeinschaft sowie Gäste der FAUNA-Tagespflege gemeinsam schrieben. Aus Gesprächen, Erinnerungen und Antworten entstanden Texte und schließlich Musik. Andrea Kratz betonte den zentralen Gedanken des Projektes: „Nicht über Demenz, sondern mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind“. Den Songtitel „Gedankenlos“ interpretierte sie so: „Gedankenlos kann nach Leere klingen, aber vielleicht bedeutet es einfach Mal Gedanken loszulassen“. Dahinter stand die wichtige Botschaft, Menschen nicht auf ihre Erkrankung zu reduzieren, sondern ihnen zuzuhören, denn „Menschen mit Demenz haben verdammt viel zu sagen“, wie Andrea Kratz mit Nachdruck betonte.

Menschen sollen mit ihrer Würde und Persönlichkeit portraitiert werden

Auch Fotograf Sascha Graf teilte persönliche Gedanken zu seiner Arbeit. Er portraitierte die Interpret_innen des Liedes „Gedankenlos“, nachdem er sich zunächst gefragt hatte, ob er dieser Arbeit gerecht werden könne. Doch er sah, dass es für ihn nicht darum gehe, „eine Krankheit zu fotografieren, sondern Menschen, mit ihrer Persönlichkeit und in ihrer Würde“. So entstanden mehrere auf Leinwand gedruckte Fotografien, die aktuell noch wenige Tage im Dozierenden Flur der katho in Aachen ausgestellt sind. Die Band präsentierte den Song „Gedankenlos“, anschließend wurde die Fotoausstellung eröffnet.

Bei Essen, Getränken und lockerer Atmosphäre blieben viele Gäste noch zusammen. Eine Studentin brachte ihre Eindrücke mit den Worten auf den Punkt: „Wir waren letztes Jahr bei der Veranstaltung und haben uns gedacht, egal was, wir kommen wieder“. Viele Menschen gingen berührt nach Hause.

Was bleibt, sind die Erfahrung eines Abends voller Menschlichkeit, Kreativität, Emotionen und echter Begegnung. Ein herzlicher Dank gilt allen Helfenden, allen Finanzierenden, allen Mitfiebernden sowie allen Akteur_innen, die diese besondere Veranstaltung möglich gemacht haben.

Bericht: Ida Grothe

 

Prof. Dr. Marion Gerards

ANSPRECHPERSONEN des ZÄSKO

Prof. Dr. Marion Gerards

Professorin für Ästhetik und Kommunikation in der Sozialen Arbeit, Schwerpunkt Musik / Leiterin des Instituts für angewandte Bildungs- und Diversitätsforschung (IBuD) / MAV Aachen

Aachen, Sozialwesen

Prof'in Dr. Damaris Nübel

Prof'in Dr. Damaris Nübel

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