Projektteam präsentiert KI-gestützte Beratungssimulationen auf Fachtagung
Im Mittelpunkt standen Fragen nach der Gestaltung professioneller Beziehungen, neuen Formen der Beratung sowie den Chancen und Herausforderungen digitaler und hybrider Arbeitsweisen.
Auch die katho war auf der Fachtagung vertreten. Prof. Dr. Johannes Jungbauer, Dr.in Annett Giercke-Ungermann und Marvin Hackfort präsentierten in zwei Workshops ihr Projekt „Beraten lernen mit virtuellen Klient_innen. Interaktives Training mit KI-gestützten Avataren“.
Interaktives Trainingsprogramm durch KI-gesteuerte Avatare
Der Workshop griff eine zentrale Frage der professionellen Ausbildung auf: Wie können Studierende beraterische Kompetenzen möglichst praxisnah erlernen und trainieren? Während hierfür traditionell oftmals Rollenspiele eingesetzt werden, untersucht das vorgestellte Projekt die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz als innovatives Trainingsinstrument. Auf Grundlage realer Praxisfälle wurde ein interaktives Trainingsprogramm entwickelt, in dem virtuelle Klient_innen durch KI-gesteuerte Avatare dargestellt werden. Diese reagieren in Echtzeit auf die Gesprächsführung der Studierenden und ermöglichen so realitätsnahe Beratungssimulationen.
„Beratungskompetenz entsteht vor allem durch Übung und die Reflexion des eigenen Beraterverhaltens. Mit den KI-gestützten Avataren schaffen wir einen geschützten Lernraum, in dem Studierende Beratungsgespräche realitätsnah erproben und wertvolle Erfahrungen für ihre spätere Berufspraxis sammeln können“, erläuterte Prof. Dr. Johannes Jungbauer.
KI-gestützte Simulation als Ergänzung zu bestehenden Lehr- und Lernformaten
Neben der Vorstellung des Projekts standen insbesondere praktische Erfahrungen im Fokus. Die Teilnehmenden erhielten die Gelegenheit, das System selbst auszuprobieren und kurze Beratungsgespräche mit virtuellen Klient_innen zu führen. Die Resonanz auf beide Workshops war sehr positiv. Die intensive Diskussion zeigte, dass KI-gestützte Simulationen als wertvolle Ergänzung bestehender Lehr- und Lern-Formate wahrgenommen werden und neue Perspektiven für die Ausbildung von Fachkräften in der Sozialen Arbeit eröffnen können.
„Die große Resonanz auf unseren Workshop hat gezeigt, dass das Interesse an innovativen Lehr-Lernformaten in der Sozialen Arbeit sehr hoch ist. Besonders die Möglichkeit, Beratungssituationen flexibel und wiederholt zu trainieren, wurde von vielen Teilnehmenden als großer Mehrwert wahrgenommen“, resümierte Dr.in Annett Giercke-Ungermann. Auch die technische Umsetzung des Projekts stieß auf großes Interesse.
„Das Projekt zeigt, wie digitale Innovation und Hochschuldidaktik zusammenwirken können. Im DLSC (Digital Learning and Services Center) verstehen wir KI nicht nur als Thema der Lehre, sondern auch als Werkzeug, um neue Lern- und Übungsräume für Studierende zu schaffen“, betonte Marvin Hackfort.
Die positive Resonanz auf die Workshops verdeutlichte, dass KI-gestützte Trainingsumgebungen ein großes Potenzial für die Weiterentwicklung der Lehre in der Sozialen Arbeit besitzen. Gleichzeitig bot die Fachtagung einen wertvollen Rahmen für den Austausch über die Frage, wie professionelle Begegnungen in einer zunehmend digitalen Welt gestaltet werden können.
Text: Johannes Jungbauer, Marvin Hackfort und Annett Giercke-Ungermann
Weitere Informationen
Kontakt
Prof. Dr. habil. Johannes Jungbauer
Professor für Psychologie
Aachen, Sozialwesen
Marvin Hackfort
Leitung Digital Learning and Services Center (DLSC)
Köln, Dezernat IV - Information und Kommunikation
Dr. theol. Annett Giercke-Ungermann
Beschäftigte im Digital Learning and Services Center (DLSC)
Aachen, Dezernat IV - Information und Kommunikation