Studiengang Angewandte Pflegewissenschaft: Praxisprojekte mit großer Bandbreite
Ein Projekt beschäftigte sich mit der Entwicklung eines Podcasts zum Thema Empowerment von Angehörigen suchterkrankter Menschen:(R)aus(ch)zeit! Ziel war es, Angehörige durch verständlich aufbereitete Informationen für ihren Umgang mit den Herausforderungen einer psychischen Erkrankung zu stärken.
Ein zweites Projekt widmete sich der Erfassung von Fatigue bei krebserkrankten Menschen. Dabei wurde untersucht, wie durch ein Assessmentinstrument dieses häufig belastende Symptom besser wahrgenommen, eingeschätzt und regelhaft in die pflegerische Versorgung integriert werden kann.
Im geriatrischen Bereich setzten Studierende ein Projekt zur Umgestaltung eines Stationsraums um. Durch eine aktivierende Gestaltung schufen sie ein Umfeld, das Patient_innen zu mehr Bewegung, Begegnung und selbstständiger Aktivität einlädt.
Liegedauer auf Intensivstationen, Umgang mit einem Stoma und Mundgesundheit bei Demenz
Eine andere Studierendengruppe nahm die Verkürzung der Liegedauer auf Intensivstationen in den Blick. Mithilfe einer sogenannten Langliegendenvisite entwickelte sie ein Konzept, das Patient_innen mit besonders langen Aufenthaltszeiten gezielt betrachtet. Hier wurden vor allem pflegerische Perspektiven zur Verbesserung der Versorgung fokussiert, interdisziplinär eingebunden und zur Förderung einer frühzeitigeren Verlegung genutzt.
Ein weiteres Projekt beschäftigte sich mit dem Umgang mit einem Stoma. Im Mittelpunkt stand die Unterstützung von Betroffenen im Umgang mit der neuen, auch schambesetzten Lebenssituation. Im Rahmen des Projekts wurde ein Informationsvideo entwickelt, das Patient_innen verständliche Hilfestellungen und Sicherheit im Alltag bei der eigenständigen Versorgung mit einem Stoma vermittelt.
In einem sechsten Projekt widmeten sich Studierende der zu unterstützenden Mundgesundheit bei Menschen mit Demenz. Dabei wurden auf den Empfehlungen der evidenzbasierten Expertenstandards Schulungen entwickelt, wie die Mundpflege bei dieser besonderen Patient_innengruppe verbessert und dadurch Wohlbefinden und Lebensqualität erhalten werden können, ohne dabei abwehrendes Verhalten zu provozieren. Zudem wurden über ansprechende Informationsmaterialien fachliche und kommunikative Kompetenzen gegeben.
Positive Evaluationen zeigen Wirkung in der Praxis
Die Evaluationen machten deutlich, dass die durchgeführten Projekte einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der pflegerischen Praxis leisten. Gleichzeitig stellte die Projektarbeit die Studierenden vor vielfältige Herausforderungen. Neben der Entwicklung geeigneter Informationsmaterialien, der Planung und Durchführung von Schulungen sowie der Abstimmung mit verschiedenen Berufsgruppen mussten auch technische Hürden bewältigt werden. Dazu gehörten beispielsweise die Produktion und Bearbeitung von Podcasts und Videos, der Umgang mit Software und Medientechnik sowie die Koordination verschiedener digitaler Arbeitsprozesse.
Besonders die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams zeigte die Bedeutung gemeinsamer Kommunikation und Koordination. Darüber hinaus lernten die Studierenden, dass erfolgreiche Projektarbeit Ausdauer erfordert. Nicht jede Idee lässt sich unmittelbar umsetzen, Rückschläge und unerwartete Hindernisse gehören zum Projektalltag. Gerade in diesen Phasen – den sprichwörtlichen „Durststrecken“ – waren Durchhaltevermögen, Flexibilität und gegenseitige Unterstützung entscheidend, um die Projekte erfolgreich zum Abschluss zu bringen.
Erfolge dank Projektmanagement und Engagement
Der Erfolg der Projekte basiert auf den Grundlagen des Projektmanagements mit einer fundierten wissenschaftlichen Planung, einer realistischen Zielsetzung und dem Engagement der Studierenden, Herausforderungen gemeinsam und ausdauernd zu meistern.
Ein Teil der Projekte wird am Open-House-Hochschultag am 24.11.2026 im Rahmen der offenen Lehrveranstaltungen vorgestellt. Während diese Projekte präsentiert werden, starten im Studiengang bereits neue Vorhaben, denn die Entwicklung und Implementierung praxisnaher Projekte bildet einen zentralen Bestandteil des Studiengangs Angewandte Pflegewissenschaft.
Text: Prof.in Dr.in Andrea Schiff (Professorin für Pflegewissenschaft)
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Prof'in. Dr. Andrea Schiff
Professorin
Köln, Gesundheitswesen