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| Köln,

Studiengang Angewandte Pflegewissenschaft: Praxisprojekte mit großer Bandbreite

Am 13. Juli 2026 wurden im Studiengang Angewandte Pflegewissenschaft sechs Projekte vorgestellt, die über zwei Semester hinweg geplant, entwickelt und in der Praxis umgesetzt wurden. Die Projekte zeigten eindrucksvoll die große Bandbreite pflegewissenschaftlicher Themen und verdeutlichten, wie wissenschaftliche Erkenntnisse genutzt werden können, um konkrete Verbesserungen in der Versorgungspraxis zu erreichen.

Der Podcast „(R)aus(ch)zeit!“ stärkt Angehörige suchterkrankter Menschen.

Ein Projekt beschäftigte sich mit der Entwicklung eines Podcasts zum Thema Empowerment von Angehörigen suchterkrankter Menschen:(R)aus(ch)zeit! Ziel war es, Angehörige durch verständlich aufbereitete Informationen für ihren Umgang mit den Herausforderungen einer psychischen Erkrankung zu stärken.

Ein zweites Projekt widmete sich der Erfassung von Fatigue bei krebserkrankten Menschen. Dabei wurde untersucht, wie durch ein Assessmentinstrument dieses häufig belastende Symptom besser wahrgenommen, eingeschätzt und regelhaft in die pflegerische Versorgung integriert werden kann.

Im geriatrischen Bereich setzten Studierende ein Projekt zur Umgestaltung eines Stationsraums um. Durch eine aktivierende Gestaltung schufen sie ein Umfeld, das Patient_innen zu mehr Bewegung, Begegnung und selbstständiger Aktivität einlädt.

Liegedauer auf Intensivstationen, Umgang mit einem Stoma und Mundgesundheit bei Demenz

Eine andere Studierendengruppe nahm die Verkürzung der Liegedauer auf Intensivstationen in den Blick. Mithilfe einer sogenannten Langliegendenvisite entwickelte sie ein Konzept, das Patient_innen mit besonders langen Aufenthaltszeiten gezielt betrachtet. Hier wurden vor allem pflegerische Perspektiven zur Verbesserung der Versorgung fokussiert, interdisziplinär eingebunden und zur Förderung einer frühzeitigeren Verlegung genutzt.

Ein weiteres Projekt beschäftigte sich mit dem Umgang mit einem Stoma. Im Mittelpunkt stand die Unterstützung von Betroffenen im Umgang mit der neuen, auch schambesetzten Lebenssituation. Im Rahmen des Projekts wurde ein Informationsvideo entwickelt, das Patient_innen verständliche Hilfestellungen und Sicherheit im Alltag bei der eigenständigen Versorgung mit einem Stoma vermittelt.

In einem sechsten Projekt widmeten sich Studierende der zu unterstützenden Mundgesundheit bei Menschen mit Demenz. Dabei wurden auf den Empfehlungen der evidenzbasierten Expertenstandards Schulungen entwickelt, wie die Mundpflege bei dieser besonderen Patient_innengruppe verbessert und dadurch Wohlbefinden und Lebensqualität erhalten werden können, ohne dabei abwehrendes Verhalten zu provozieren. Zudem wurden über ansprechende Informationsmaterialien fachliche und kommunikative Kompetenzen gegeben.

Positive Evaluationen zeigen Wirkung in der Praxis

Die Evaluationen machten deutlich, dass die durchgeführten Projekte einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der pflegerischen Praxis leisten. Gleichzeitig stellte die Projektarbeit die Studierenden vor vielfältige Herausforderungen. Neben der Entwicklung geeigneter Informationsmaterialien, der Planung und Durchführung von Schulungen sowie der Abstimmung mit verschiedenen Berufsgruppen mussten auch technische Hürden bewältigt werden. Dazu gehörten beispielsweise die Produktion und Bearbeitung von Podcasts und Videos, der Umgang mit Software und Medientechnik sowie die Koordination verschiedener digitaler Arbeitsprozesse.

Besonders die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams zeigte die Bedeutung gemeinsamer Kommunikation und Koordination. Darüber hinaus lernten die Studierenden, dass erfolgreiche Projektarbeit Ausdauer erfordert. Nicht jede Idee lässt sich unmittelbar umsetzen, Rückschläge und unerwartete Hindernisse gehören zum Projektalltag. Gerade in diesen Phasen – den sprichwörtlichen „Durststrecken“ – waren Durchhaltevermögen, Flexibilität und gegenseitige Unterstützung entscheidend, um die Projekte erfolgreich zum Abschluss zu bringen.

Erfolge dank Projektmanagement und Engagement

Der Erfolg der Projekte basiert auf den Grundlagen des Projektmanagements mit einer fundierten wissenschaftlichen Planung, einer realistischen Zielsetzung und dem Engagement der Studierenden, Herausforderungen gemeinsam und ausdauernd zu meistern.

Ein Teil der Projekte wird am Open-House-Hochschultag am 24.11.2026 im Rahmen der offenen Lehrveranstaltungen vorgestellt. Während diese Projekte präsentiert werden, starten im Studiengang bereits neue Vorhaben, denn die Entwicklung und Implementierung praxisnaher Projekte bildet einen zentralen Bestandteil des Studiengangs Angewandte Pflegewissenschaft.

 

Text: Prof.in Dr.in Andrea Schiff (Professorin für Pflegewissenschaft)

 

PLAKATE DER PRAXISPROJEKTE

Auf dem Poster mit dem Titel "Podcast (R)aus(ch)zeit! - Empowerment für Angehörige" enthält einen QR-Code,d er zu ApplePodcast führt, und das Zitat von Doreen Virtue "Grenzen sind ein Teil der Selbstfürsorge. Sie sind gesund, normal und notwendig." Der Podcast „(R)aus(ch)zeit!“ stärkt Angehörige suchterkrankter Menschen durch verständlich aufbereitetet Informationen.
Drei Plakate präsentieren das Thema "Fatigue sichtbar machen" in diversen Aufzählungen. Studierende untersuchten, wie Fatigue bei krebserkrankten Menschen durch ein Assessmentinstrument besser erfasst, eingeschätzt und in die Versorgung integriert werden kann.
Die Collage enthält vier Fotos aus einem Aufenthaltsraum und zeigt einen Sessel neben einem Medienregal, ein Spielebrett, ein Radio und einen Tisch mit Blumendekoration und Bastelmaterial im Raumhintergrund. Der neugestaltete Raum einer geriatrischen Station lädt zu mehr Bewegung, Begegnung und selbstständiger Aktivität ein.
Auf einem Plakat mit der Überschrift „Langliegende im Fokus“ steht der Text „Ein strukturiertes Visitenkonzept zur Verbesserung der interprofessionellen Versorgung auf der Intensivstation. Im Team, mehr Plan, mehr Mensch.“ Eine Illustration zeigt fünf Hände (drei fotografisch, zwei als Zeichnung), die ein gezeichnetes Fadennetz halten. Mit dem Konzept der Langliegendenvisite werden Patient_innen mit besonders langen Aufenthaltszeiten gezielt betrachtet.
Das Plakat mit dem Titel "Förderung der Mundgesundheit bei Menschen mit Demenz" zeigt einen älteren Menschen im Krankenbett, der eine Pflegeperson mit Zahnbürste abwehrt. Die Empfehlungen sind überschrieben mit "Initiierung der Durchführung", "Vermeidung von", "Empfehlungen" und "Wichtig". Menschen mit Demenz benötigen Unterstützung bei der Mundhygiene. In ansprechenden Infomaterialien erhalten Pflegepersonen hilfreiche Empfehlungen.
Prof'in. Dr. Andrea Schiff

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Prof'in. Dr. Andrea Schiff

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