HAMAB: Hilfe für ältere Frauen und Männer mit Alkohol und Medikamenten bezogenen Störungen in einer ländlichen Region - Externe Evaluation
Im Altkreis Brilon fallen ältere Suchtkranke – wie wohl an vielen anderen Orten auch – in eine Versorgungslücke: Bei der ambulanten Suchtkrankenversorgung sind ältere Suchtkranke unterrepräsentiert, es gibt keine auf deren besondere Bedarfe ausgerichteten Angebote; bei der Altenhilfe werden Suchterkrankungen wiederum häufig nicht gesondert berücksichtigt.
In dem Modellprojekt des Caritasverbandes Brilon e.V., der Caritas Alten- und Krankenhilfe Brilon gGmbH und der Fachklinik Fredeburg als Träger der ambulanten und stationären Altenhilfe und der ambulanten und stationären Suchthilfe sollte diese Lücke geschlossen werden, indem alle MitarbeiterInnen der Institutionen der Altenhilfe zu substanzbezogenen Störungen älterer Menschen und alle MitarbeiterInnen der Suchthilfe zu spezifischen Bedarfen älterer Menschen geschult wurden. Einige Personen wurden speziell zu Sucht- bzw. Altersbeauftragten geschult, um deren spezifische Kompetenzen dauerhaft in ihren Institutionen zu verankern. Darüber hinaus wurden vernetzte Kommunikationsstrukturen dauerhaft implementiert.
Projektbeschreibung
Ein nicht zu vernachlässigender Teil der älteren Menschen in Deutschland betreibt einen riskanten oder schädigenden Alkoholkonsum oder ist alkoholabhängig. Ähnliches ist in Bezug auf Medikamentenkonsum zu verzeichnen und auch auf den gemeinsamen Konsum von Alkohol und Medikamenten. Viele Faktoren tragen dazu bei, dass sich dieses Problem in Zukunft wahrscheinlich verschärfen wird. Spezifische Angebote für diese Klientel sind notwendig, aber eher rar.
Mit dem vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Modellprojekt HAMAB sollte die Arbeit der bestehenden Einrichtungen der Alten- bzw. der Suchthilfe hinsichtlich dieser Problematik optimiert werden.
Alle MitarbeiterInnen der Institutionen der Altenhilfe nahmen an insgesamt 3 Schulungen zum Thema substanzbezogene Störungen älterer Menschen teil, alle MitarbeiterInnen der Suchthilfe an insgesamt 3 Schulungen zum Thema spezifischen Bedarfe älterer Menschen. Die Schulungen fanden in halbjährigen Abständen statt. Ziel dieser Schulungen war die nachhaltige und deutliche Kompetenzerhöhung der MitarbeiterInnen im jeweils anderen Bereich und die Ermöglichung bzw. Verbesserung der Netzwerkarbeit miteinander.
Zudem wurden einige Personen in Leiterposition speziell zu Sucht- bzw. Altersbeauftragten geschult und nahmen an einer eintägigen Hospitation im jeweils anderen Handlungsfeld teil.
Ein Lenkungsausschuss überwachte den Verlauf des Projekts, organisierte die geplanten Qualifizierungsmaßnahmen und supervidierte die Fachkonferenz, welche sich aus den Sucht- und Altersbeauftragten zusammensetzte, u. a. die konkret vernetzte Fallarbeit ermöglichte und nach dem Prinzip eines lernenden Systems organisiert war.
Ergebnisse
Ausführliche Ergebnisse im Abschlussbericht der federführenden Fachklinik Fredeburg
Publikationen
Geyer, D., Köhler, T. & Keller, K. (2013). Vernetzte Versorgung älterer Suchtkranker in einer ländlichen Region. Ergebnisse des Modellprojekts HAMAB. Suchttherapie, 14, S-17-3.
Kongress- und Tagungsbeiträge
Geyer, D., Köhler, T. & Keller, K.: Vernetzte Versorgung älterer Suchtkranker in einer ländlichen Region. Ergebnisse des Modellprojekts HAMAB. Vortrag auf dem 6. Deutschen Suchtkongress (Bonn, 19.09.2013)
Angaben zum Projekt
Bundesministerium für Gesundheit
Förderzeitraum: Oktober 2010 bis September 2012
Förderkennzeichen: IIA5-2510DSM213
Prof. Dr. Michael Klein
Deutsches Institut für Sucht- und Präventionsforschung
Dipl.-Psych. Karsten Keller