„Mittendrin im Alter statt allein“ - Ein Forschungsprojekt zur Förderung der Teilhabe sozial isolierter älterer Menschen
Das Projekt MIASA wird mit dem Ziel durchgeführt, eine Maßnahme zu entwickeln, um die Teilhabe der älteren Menschen am gesellschaftlichen Leben langfristig zu fördern und deren Einsamkeitserleben zu verringern.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Forschung an Fachhochschulen“ der Förderlinie SILQUA-FH gefördert.
Projektbeschreibung
Im Jahr 2011 wohnten in Deutschland von den über 80-Jährigen mehr als die Hälfte der Frauen (56%) allein, bei den Männern waren es 22%. Ältere Alleinstehende sind häufig verwitwet. Neben Beziehungsverlusten können auch körperliche Einschränkungen die Kontaktaufnahme und die Interaktion mit anderen Menschen erschweren sowie als chronischer Stressor fungieren, der bestehende Beziehungen und Kontakte belastet. Wenn beide Partner erkrankt sind oder auch wenn alleinstehende Personen erkranken, besteht ein besonders hohes Risiko Einsamkeit zu erleben. Ebenfalls förderlich für die Entwicklung sozialer Isolation und Einsamkeit sind u.a. die finanzielle Lage von Senioren und die Möglichkeit, auf Transportmittel zugreifen zu können.
Häufig bilden psychische Erkrankungen und soziale Isolation einen Teufelskreis: Einsamkeit und Isolation können u.a. zu Depressionen führen. Diese und damit einhergehende Antriebsschwäche, Rückzugsverhalten bzw. Ängste und Vermeidungsverhalten verstärken die soziale Isolation und halten so die Problematik der Einsamkeitsempfindungen aufrecht.
In einer Metaanalyse von Masi et al. (2011) zeigten sich bisherige Ansätze zur Reduktion von Einsamkeit und sozialer Isolation bei älteren Menschen insgesamt als nur mäßig wirksam, was die Relevanz der Entwicklung von innovativen Interventionen deutlich unterstreicht.
Im Anschluss an eine Analyse des Forschungsstandes und der Versorgungssituation älterer sozial isolierter Menschen in Form von Literaturrecherchen, Interviews und Gruppendiskussionen wird eine Intervention entwickelt, die aus drei Stufen bestehen wird:
(a) Einzelinterviews mit den Betroffenen zu ihren aktuellen Belastungen;
(b) 10 Kleingruppensitzungen, in denen die TeilnehmerInnen sich mit Themen wie z. B. Selbstfürsorge, Aktivitätsaufbau und soziale Teilhabe auseinandersetzen werden;
(c) abschließender gemeinsamer Tagesausflug.
Jährliche Netzwerktreffen sollen die methodische Qualität des Projekts, die Praktikabilität und den nachhaltigen Transfer sichern. Seminare und Fortbildungen sollen dem wissenschaftlichen Nachwuchs sowie Fachkräften aus der Praxis eine Weiterqualifizierung ermöglichen. Nach Abschluss des Projekts soll ein Handbuch zur Intervention den breiten Transfer ermöglichen.
Die beiden Praxis-Kooperationspartner sind der „Förderverein Höhenberg, Verein zur Förderung paritätischer Altenhilfe und Gemeinwesenarbeit Köln-Höhenberg e.V." und die "Kölner Seniorengemeinschaft für Sport und Freizeitgestaltung e.V. (KSG)".
Publikationen
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Kongress- und Tagungsbeiträge
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Bundesministerium für Bildung und Forschung
Förderzeitraum: 01.10.2015 bis 30.09.2018
Förderkennzeichen: 03FH004SX5
Angaben zum Projekt
Prof. Dr. Michael Klein
Deutsches Institut für Sucht- und Präventionsforschung
Dipl.-Psych. Karsten Keller