Profilrelevante Kräfte stärken Kitas (ProKi)
Projektsteckbrief
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| Laufzeit | 01.10.2025 – 30.09.2028 |
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Projektbeschreibung
Die vier Bezirksverbände der AWO in NRW erproben im Modellprojekt „ProKi – Profilrelevante Kräfte stärken Kitas“ in rund 48 Kitas den Einsatz profilrelevanter Kräfte. Die profilrelevanten Kräfte sollen mit ihren Ressourcen und Expertise (z. B. Musik, Handwerk, MINT, Gesundheit) das jeweilige pädagogische Profil der Einrichtung ergänzen, Fachkräfte entlasten und somit die Bildungsqualität steigern. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und will den Herausforderungen des Fachkräftemangels und den gleichzeitig steigenden Anforderungen an die pädagogische Arbeit in Kindertageseinrichtungen begegnen.
Bereits seit 2024 können sogenannte „Profilrelevante Kräfte“ in Kitas unter bestimmten Voraussetzungen auf Ergänzungskraftstunden eingesetzt werden (§14 PersVO). Bei ProKi sollen sie nun auch auf Fachkraftstunden eingesetzt werden und die teilnehmenden Einrichtungen verstärkt unterstützt werden, unter anderem durch Coaching und Begleitung der Fachberatung. Voraussetzung für den Einsatz als profilrelevante Kraft im Rahmen des Pilotprojekts ist ein Abschluss auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens, zum Beispiel ein Meistertitel oder Bachelorabschluss, sowie eine 160-stündige pädagogische Nachqualifizierung gemäß Personalverordnung.
Das Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki) evaluiert das Vorhaben. Die Evaluation erfolgt in Form eines Multi-Level-Multi-Method-Designs und kombiniert qualitative und quantitative Erhebungs- und Auswertungsmethoden.
Zielsetzung
Mit ProKi verfolgt die AWO in NRW das Ziel, die Qualität der frühkindlichen Bildung zu erhöhen und gleichzeitig die Teams in den Einrichtungen gezielt zu entlasten. Profilrelevante Kräfte mit fachspezifischer und hoher Qualifikation werden in die pädagogischen Konzepte eingebunden, um das Bildungsangebot zu erweitern und pädagogischen Fachkräften mehr Zeit für Kernaufgaben wie Bildungs- und Entwicklungsbegleitung, Planung, Reflexion und Dokumentation zu verschaffen.
Zugleich soll das Projekt belastbare Datengrundlagen generieren, um den Einsatz solcher Quereinstiegsmodelle zu bewerten und zukünftige Modelle wirksam und nachhaltig auszugestalten. Die Evaluation ist summativ und formativ angelegt. Sie dient zum einen der Erfolgskontrolle, indem sie prüft, inwieweit Qualitätsverbesserungen erreicht werden, das pädagogische Personal entlastet wird und multiprofessionelle Teams nachhaltig implementiert sowie konzeptionell verankert werden. Zugleich begleitet sie das Projekt kontinuierlich, identifiziert Stärken, Herausforderungen und Optimierungspotenziale und ermöglicht frühzeitige Anpassungen. Ein weiteres Ziel ist der Wissenstransfer: Aus bewährten Strategien werden praxisnahe Empfehlungen abgeleitet, um die Ergebnisse auf weitere Träger und Regionen zu übertragen und Impulse für fachpolitische und bundesweite Gesetzgebungsprozesse zu geben.
Prof. Dr. Michael Obermaier
Professor für Erziehungswissenschaft / Leiter Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki)
Köln, Sozialwesen
Prof. Dr. Patrick Isele
Dekan / Professor für Pädagogik der Kindheit
Paderborn, Sozialwesen
Prof. Dr. Thorsten Köhler
Professor für Sozialwissenschaft
Köln, Sozialwesen
Amelie Bernal Copano
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Köln, Sozialwesen
Laura Schurff
Beschäftigte
Köln, Sozialwesen
gefördert durch:
AWO Mittelrhein e.V.