CoPoweR in Linz: Konflikte verstehen, Macht reflektieren, Handlungsspielräume erweitern
Die internationale Zusammenarbeit stand dabei im Mittelpunkt: Durch den Austausch über verschiedene kulturelle, gesellschaftliche und hochschulische Kontexte entstanden nicht nur neue Perspektiven, sondern auch konkrete Impulse für die Weiterentwicklung des CoPoweR-Ansatzes (Conflict Transformation, Power Analysis and Resilience), entwickelt von Prof. Dr. Norbert Frieters-Reermann, Prof.in Dr.in Karla Verlinden und Berit Hayck. CoPoweR verbindet Konfliktanalyse mit der Reflexion von Machtverhältnissen und der Stärkung individueller sowie kollektiver Ressourcen. Ziel ist nicht, Konflikte möglichst schnell „aufzulösen“, sondern die Analyse-, Reflexions- und Handlungskompetenzen der Beteiligten im Umgang mit komplexen Konfliktsituationen zu erweitern. CoPoweR folgt dabei einem ganzheitlichen Lernverständnis, das kognitive, emotionale und handlungsorientierte Zugänge miteinander verbindet.
Prof.in Verlinden (erste Reihe links) und Prof. Frieters-Reermann (erste Reihe rechts) mit Teilnehmer_innen eines der CoPoweR-Workshops
Von der Analyse institutioneller Dynamiken zur Entwicklung transformativer Konfliktstrategien
In fünf aufeinander aufbauenden Schritten werden zunächst institutionelle Macht- und Konfliktdynamiken analysiert. Anschließend reflektieren die Teilnehmenden ihre eigene Rolle und Beteiligung, ihre Emotionen und Bedürfnisse sowie individuelle und kollektive Ressourcen. Abschließend werden konkrete Strategien für Konflikttransformation und Transfer entwickelt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf einem gemeinsam gestalteten Safe(r) Space, in dem Freiwilligkeit, unterschiedliche Positionierungen und Verletzlichkeiten sowie ein respektvoller Umgang miteinander ausdrücklich berücksichtigt werden.
Von der Erprobung zur Umsetzung: CoPoweR geht international
Das Treffen in Linz war nicht nur eine Plattform, um CoPoweR international zu erproben und weiterzuentwickeln. Es markiert auch den Beginn einer langfristigen, länderübergreifenden Umsetzung: In den kommenden Monaten werden die Partner_innen aus Ghana, Israel und Äthiopien versuchen, den Ansatz in ihren jeweiligen Hochschulkontexten einzuführen und anzuwenden. Im Austausch mit Partner_innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und hochschulischen Kontexten wurde zugleich sichtbar, welches Potenzial der Ansatz für Friedensbildung, demokratischen Dialog und eine macht- sowie resilienzorientierte Hochschulbildung entfalten kann.
Für die Administration begleitete und unterstützte Helene Hofmann das Mandela-Treffen in Linz.
Weitere Informationen
Kontakte
Helene Hofmann
Europäische und internationale Projekte
Köln, Dezernat V - Forschungsförderung und Weiterbildung
Prof'in Dr. Karla Verlinden
Professorin
Köln, Sozialwesen
Prof. Dr. Norbert Frieters-Reermann
Professor für Bildungs- und Erziehungswissenschaften
Aachen, Sozialwesen